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Impressum
|
1800 km durch Ungarn
vom 17.05 bis zum
11.06.2005
(Bericht von Ehrenfried und Stan)
Übersichtskarte:

Statistik:
|
Datum
|
Strecke
|
km
|
Summe
km
|
|
17.05.
|
mit der Bahn im
Liegewagen nach Wien
|
|
|
|
18.05.
|
mit der Bahn nach
Sopron, Sopron - Neusiedler See - Fertöd-Szakony
|
80 |
80
|
|
19.05.
|
Szakony - Bük -
Sombathely - Jak - Körmend
|
75
|
155
|
|
20.05.
|
Körmend - Örsegi Park -
Zalaegerszeg
|
93
|
248
|
|
21.05.
|
Zalaegerszeg - Batyk -
Keszthely
|
84
|
332
|
|
22.05.
|
Rundfahrt um Balaton,
1. Tag
|
113
|
445
|
|
23.05.
|
Runsfahrt um Balaton,
2. Tag
|
99
|
544
|
|
24.05.
|
Keszthely - Fonyod -
mit dem Zug nach Pecs
|
44
|
588
|
|
25.05.
|
Pecs - Harkany
|
47
|
635
|
|
26.05.
|
Harkany - Villany -
Mohacs - Baja - mit dem Zug nach Kiskunfelegyhaza
|
94
|
729
|
|
27.05.
|
Kiskunfelegyhaza -
Tisakeschke - Szolnok
|
94
|
823
|
|
28.05.
|
Szolnok - Tiszafüred
|
104
|
927
|
|
29.05.
|
Rund um den
Tiszastausee
|
71
|
998
|
|
30.05.
|
Hortobagy - Tiszafüred
|
61
|
1059
|
|
31.05.
|
Tiszafürde - Tiszadob -
Tokai
|
110
|
1169
|
|
01.06.
|
Tokai - Nyiregyhaza -
Hajdunanas
|
94
|
1263
|
|
02.06.
|
Hajdunanas - Debrecen
|
66
|
1329
|
|
03.06.
|
mit dem Zug nach
Budapest
|
13
|
1342
|
|
04.06.
|
Besichtigungstour Budapest |
60
|
1402 |
|
05.06.
|
Budapest - Donauknie -
Visegrad - Esztergom
|
64
|
1466
|
|
06.06.
|
Esztergom - Tatabanya -
Kormano
|
85
|
1551
|
|
07.06.
|
Komarno (Heilbad) -
Medvedov - Györ
|
69
|
1602
|
|
08.06.
|
Györ - Samorin -
Bratislava
|
81
|
1701 |
|
09.06.
|
Besichtigungstour
Bratislava
|
10
|
1711
|
|
10.06.
|
Bratislava - Orth -
Wien - Rückfahrt im Liegewagen
|
89
|
1800 |
|
11.06.
|
Ankunft in Darmstadt
bzw. Braunschweig
|
|
1800
|
Bericht:
verwendetes
Kartenmaterial
siehe unten
Am 17. Mai war es
dann endlich so weit. Es ging mit dem Nachtexpress im Liegewagen von
Frankfurt bis nach Wien. Und das für 39,00 EUR pro Person. In Wien, am
18. Mai
erwartete uns Regen, deswegen suchten wir gleich den nächsten Zug bis zu
der "Grenzstadt" Sopron in Ungarn.
Nach
kurzer Besichtigung der Altstadt von Sopron fuhren wir
Richtung Neusiedler
See und weiter nach Fertöd. In Fertöd steht
das berühmte Schloß Esterhazy(sh. linkes Bild). Auf eine
Besichtigung mußten wir wegen der fortgeschrittenen Zeit
verzichten, soll aber lohnenswert sein. Bei regnerischem Wetter
ging es weiter bis nach Szakony. Dort hatten wir Probleme, ein
Quartier zu finden. Auf einem Zeltplatz mit angeschlossenem
Appartement fanden wir noch eine trockene Bleibe. Aber weit und
breit kein Restaurant. Die Inhaberin des Zeltplatzes versorgte uns nach
kurzer Besprechung
mit einer zünftigen Abendmahlzeit. Danke!
Am 19. Mai
genossen wir in Bük erst mal das Thermalbad, bei dem kalten Wetter ein
Genuss. Nachdem wir uns in der warmen Brühe aufgewärmt hatten, ging es
weiter nach Szombathely, eine
Stadt mit herrlichen
Jugendstilhäusern. Auf einem kleinen Umweg fuhren wir über Jak, ein
kleiner Ort, aber die Kirche hat ein unwahrscheinlich schönes Portal, sh.
links. Noch eine Bemerkung zu den ungarischen Strassen: Die LKWs haben
tiefe Spurrinnen gefahren. Diese stehen bei Regen natürlich unter Wasser.
Und wenn uns ein Auto überholte, fuhr es häufig mit den linken Rädern in
einer Spurrinne und spritzte uns fürchterlich naß. Am 20. Mai
schien endlich die Sonne, noch etwas kalt, aber wir fuhren schon in kurzer
Hose. Wir fuhren einen kleinen Schlenker durch einen Natinalpark mit wenig
befahrenen Strassen, wirklich schön.
Am
21. Mai ging es in Richtung Balaton. Das Wetter hat sich von
der besten Seite gezeigt, und wir konnten
den ganzen Tag die Sonne genießen. Unterwegs hatte Ehrenfried einen
Speichenbruch hinten (in Tyrje) und ein Halt ist hier notwendig gewesen.
In einer Glasbläserei wurde der Ausstellungsraum besichtigt und ein wenig
eingekauft. Danach wurde die Reparatur am Fahrrad durchgeführt und hier
wurde uns mit zusätzlichem Werkzeug ausgeholfen. Bei herrlichem Wetter
rollten wir in Keszthely am Balaton ein, dem größten See in Ungarn. Der
Balaton ist der größte See Mitteleuropas, er hat eine Länge von 77
Kilometer und die Breite liegt zwischen 1,5 bis 14 Kilometer. In Keszthely haben
wir einen Zeltplatz gefunden und einen kleinen Bungalow für mehrere
Übernachtungen gemietet. Der Bugalow stammte noch aus der Zeit des
Sozialismus, Spanplattenbauweise, leicht verformt, tropfende Wasserhähne. Auf dem Campingplatz wurden wir sehr gut mit
Essen versorgt. Frühstück oder das Abendessen hat es bei Gabi (Kiosk auf
dem Campingplatz) gegeben.
Umsorgt wie bei Muttern. Am Abend wurde noch eine kleine Stadtrundfahrt
mit einer Schlossbesichtigung durchgeführt.
Am
22. Mai auf dem Weg um den Balaton fahren wir kilometerweit auf Nebenstraßen
durch leere Siedlungen mit Ferienhäusern. Obwohl das Wetter hervorragend
ist, stehen viele Häuser leer. Als Grund wird uns das niedrige Einkommen
der Ungarn angegeben. Nach einer Fahrt von 113 Kilometern haben wir Balatonalmadi erreicht und haben eine Privatunterkunft gefunden. Auch hier
haben wir gute Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht. Das Frühstück
wurde für uns im Lokal zubereitet.
Am 23. Mai 2005 können wir schon von weitem die Kirche mit den zwei Türmen erkennen. Ein
Highlight auf der Rundfahrt ist die Besichtigung dieser Abteikirche auf
der Halbinsel Tihany. Die Gründerurkunde der im Jahre 1055
gestifteten Benediktinerabtei ist das erste schriftliche Dokument in
ungarischer Sprache. Von dem Kirchengebäude, ursprünglich im romanischen
Stil erbaut, ist nur noch die Krypta erhalten geblieben. Das Gebäude
selber wurde später zu einer schönen barocken Pfarrkirche ausgebaut.
Weiter fuhren wir
zurück in Richtung Keszthely, um das „ungarische Meer“ zum Zeltplatz.
Ein Erlebnis und
eine leichte Tour - die Route verläuft auf Straßen und Radwegen entlang
der Südküste in direkter Seenähe. Am Nordufer des Sees liegt die Straße
etwas höher und hier hat man einen schönen Panoramablick.
Am 24. Mai fuhren wir mit dem Rad bis nach Fonyod, von dort mit dem
Zug nach Pecs.
Das wertvollste
mittelalterliche Baudenkmal Ungarns ist der Dom in Pecs (Bild links), eine
Besichtigung ist Pflicht. Ebenfalls interessant sind die verschiedensten
alten Gebäude der Stadt. Und dann ist Pecs der Geburtsort des weltweit
berühmten Künstlers Vasarely, dem Erfinder der OP-Art. Seine grafischen
Kunstwerke kann man in einem Museum bewundern.
Der 25. Mai ist für uns fast ein Ruhetag. Bis Harkany führte uns
der Weg auf ruhiger Nebenstrasse. Im dortigen Thermalbad erholten wir uns
von dem anstrengenden Besichtigungsprogramm in Pecs.
Am 26. Mai führte uns der Weg durch das größte ungarische
Weingebiet bei Villany. Dort probierten wir natürlich in einer Winzerei
einen örtlichen Wein(Bild rechts). Dann ging es weiter an die Donau. In Mohacs setzten
wir mit der Fähre über und fuhren entlang der Donau bis Baja. Mit
unendlicher Mühe wegen Sprachschwierigkeiten fanden wir einen Zug nach
Kiskunfelehgyhaza. Dort kamen wir abends gegen 22,00 Uhr an und hatten
große Probleme, eine Unterkunft zu finden. Trotzdem haben wir eine schöne
Unterkunft gefunden.
Am nächsten und übernächsten Tag
(27. + 28 Mai) führte unser Weg in
das ungarische Flachland. Man konnte jetzt kilometerweit schauen. In der
Stadt Szolnok - eine charakterlose Industriestadt - haben wir uns eine Nacht aufgehalten: Die Reise ging weiter
an vorwiegend landwirtschaftlich genutztem Gebiet, teilweise steht es
unter Naturschutz, wie in der Puszta bei Hortobagy. Das Wetter an beiden
Tagen war uns nach wie vor gut gesonnen, wir hatten jeden Tag
Sonnenschein
und es waren kaum Wolken am Himmel zu sehen. Wir fuhren jetzt entlang der Tisza, abseits vom Verkehr der Strassen. Der Weg führte meistens auf einem
Damm (rechtes Bild) neben der Tisza, wobei die Tisza meistens durch einen Feutraumgürtel
mit dichtem Baumbewuchs verdeckt wird(sh Bild links). Insgesamt ist dieses Gebiet sehr dünn besiedelt, und
es lohnt sich, eine längere Zeit hier zu verbringen. In Tiszafüred
angekommen haben wir in einer 3-Sterne-Pension (www.nadaspanzio.hu)
ein Apartment für mehrere Tage gemietet. Die Anlage mit einem schönen
Freischwimmerbecken, Sonnenterasse, Minigolfanlage und einem schönen
Weinkeller ist zu empfehlen.
Am 29. Mai fuhren wir mit etwas leichterem
Gepäck um den Tiszastausee. Eine einzigartig schöne Landschaft und im
Herzen der Tiefebene wurde dieser See mit Rückstau der Theiß/Tisza erbaut.
Ein Blick auf den schönen Stausee siehe rechts. Man
kann in Kombination auf den Dämmen oder der Landstrasse entlang fahren.
Nach dem heißen Tag haben wir uns auf die erholsamen Stunden erfreut.
Am 30. Mai haben wir die erste Strecke mit
dem Zug zurückgelegt und den Rückweg mit dem Fahrrad. Wir hatten den
heißesten Tag unserer Fahrradtour, die Temperatur ist geschätzt auf 35
Grad gestiegen. In der Puszta gibt es keine Schatten spendende Bäume
und kühle Getränke waren leider eher selten. Wir waren in der Nebensaison
unterwegs, dadurch war es angenehm leer, aber die in Hortobagy üblichen
Vorführungen von Trachtengruppen oder Reiterspiele fanden nicht statt.
Hortobagy gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe und hier haben wir viele
Sehenswürdigkeiten (Neun-Bogen-Brücke(Build rechts), der Brückenmarkt, Hirtenmuseum,
Ausstellung über das Leben in der Puszta, viele Seen ) vorgefunden.
Am 31.Mai führte uns die Fahrt auf dem Damm neben der
Theiß bis nach Tokaj. Das Land ist flach, aber leider machte uns der Wind
aus Norden das Strampeln etwas schwer.Mittags mußten wir uns mal wegen weniger Regentropfen
kurz unterstellen, aber insgesamt war es angenehm. Einen Abstecher machten
wir noch in Tiszadob, um dort das berühmte Andrassy-Schloß zu besichtigen.
Die Tagesetappe war
ziemlich lang, da es kurz vor Tokaj in der dünn besiedelten Gegend keine
Quartiere gab. Spät abends rollten wir dann in Tokaj (www.tokajovar.inf.hu)
ein und hatten Glück, bei einem Winzer (Vichor Ödönne und Marika)
übernachten zu können. Von unserem Quartier hatten wir einen
faszinierenden Blick über Tokaj. Besucher der Stadt verkosten die Weine
gerne in den kühlen Weinkellern und werden über die entsprechenden
Sehenswürdigkeiten informiert.
Am 01. Juni wollten wir ursprünglich in Richtung
Nordost fahren, wegen des starken Gegenwindes entschieden wir uns
kurzfristig für die Südrichtung. An diesem Tag haben wir den Deichweg
verlassen und fuhren auf den verkehrsarmen Strassen. In Hajdunanas
eingetroffen, haben wir eine schöne Unterkunft mit einer guten Atmosphäre
vorgefunden
www.termalpanzio.hu.

Eine besondere Bedeutung hat in diesem Ort die
moderne Heilbadanlage (rechtes Bild), deren Wasser aus einer Tiefe von 1019 Meter quillt
und Bäder speist. Diese Bäderabteilung haben wir am nächsten Tag
aufgesucht.
Nach der Bäderkur fuhren wir am
02. Juni in Richtung Debrecen (Komitatshauptstadt).
Die Weltsportjugend hatte zum gleichen Zeitpunkt ihre
Veranstaltungen, und die Quartiere in Debrecen waren ziemlich ausgebucht,
dennoch haben wir ein sehr gutes gefunden. Am Abend führten die
Tanzgruppen der Weltsportjugend auf dem Marktplatz Volkstänze auf, ein
unvergessliches Erlebnis für uns.
Debrecen hat viele Sehenswürdigkeiten (Mittelpunkt der Stadt eine „Große
Kirche“ oder „Nagytemplon“ am Rande des Marktplatzes, das im Jugendstil
erbaute Hotel „Zum Goldenen Stier“ und besondere Fassadenanstriche).
Unsere östlichste Strecke stand am Wendepunkt, und wir fuhren am 03.
Juni mit der Bahn
nach Budapest.
Schwierig war es, ein preiswertes Quartier zu finden, und von der
Zimmervermittlung in der Nähe des Fremdenverkehrsamtes sind wir auch noch
übers Ohr gehauen
worden. Durch die Vermittlung war das Zimmer teurer, als wenn wir es
direkt im Hotel gebucht hätten. Budapest ist insgesamt sehr teuer und für
ein Bier (1/2 Liter) muß man schon 5 EUR auf den Tisch legen. Eine
Stadtbesichtigung stand am 04. Juni auf dem Programm. Neben den
Sehenswürdigkeiten von Budapest (Fischerbastei, Parlament, Schloß,
Margareteninsel) besichtigten wir noch den etwas außerhalb liegenden
Szoborpark mit Monumentaldenkmälern aus der kommunistischen Epoche (linkes
Bild).
Am 05. Juni ging
es dann weiter über Szentender (ein beliebter Touristenort, fast wie
Rüdesheim) am Donauknie entlang nach Visegrad. Dort mieteten wir uns einen
Ausflugsdampfer (wir
waren die einzigen Passagiere auf einem Dampfer mit ca 300 Sitzplätzen)
und fuhren durch eine sehr schöne Donaugegend bis Esztergom. Schon von
weitem kann man die größte Kirche Ungarns sehen. Diese Basilika (rechtes
Bild) ist 100 m hoch und der Durchmesser der Kuppel beträgt 34 m.
Der 06. Juni
empfing uns mit einem scharfen Wind aus Nordwest. Wir schafften mit großer
Anstregung nur 85 km bis Komarno in der Slowakei. Komarno ist ein
Thermalbad und am nächsten Tag, den 07. Juni, badeten wir uns erst
mal wieder gesund. Danach ging es auf der slowakischen Donauseite gegen
den Wind bis nach Györ.
Am 08. Juni (eine
alte Radfahrerweisheit lautet: man soll nie westwärts fahren, denn der
Wind kommt fast immer aus dem Westen!) kämpften wir uns bis Bratislava.
Zum Wind kam an diesem Tag noch Regen hinzu. Aber dadurch waren wir zu
einer Pause in Samorin gezwungen, wo wir einen kleinen Winzer entdeckten.
Nach einer ausführlichen Weinprobe kauften wir noch für
1 EUR pro Liter zwei Flaschen Wein. In Bratislava fanden wir direkt am
Stadion ein recht preiswertes und einfaches Hotel, das Hotel Rapid
Bratislava (früher
Pressburg) ist an und für sich einen mehrtägigen Aufenthalt wert, uns
reicht der 09. Juni für einen Besichtigungsschnelldurchgang. An
vielen Stellen wird man an eine gemeinsame Geschichte erinnert und es fast
nicht zu verstehen, daß Bratislava lange Zeit dem kommunistischen Regime
unterstand.
Am 10. Juni
starten wir unsere letzte Etappe entlang der Donau abseits der Strassen
bis nach Wien. Von dort ging es wieder mit dem Nachtzug nach Deutschland.
nach oben
Kartenmaterial:
Für die
Planung gibt es eine kostenlose Übersichtskarte im Masstab 1:550000 beim
ungarischen Fremdenverkehrsamt, www.ungarn-tourismus.de. Zu empfehlen ist
das Buch "Radwandern in Ungarn" vom Frigoria Verlag. In diesem Buch sind für
ganz Ungarn alle empfehlenswerten Radstrecken eingezeichnet. Für die Planung ist
dieses Buch nicht so geeignet, für die Durchführung der Tour aber optimal und unentbehrlich.
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