Türkei im Jahr 2010
vom 31.5. bis zum 06.06.2011
(Bericht von Ehrenfried)
Statistik:
|
Datum |
Strecke |
km |
Summe km |
|
31/Mai |
Darmstadt-Karlsruhe-Stuttgart-Brenner-Sterzing |
550 |
555 |
|
01/Jun |
Sterzing-Kötschach-Hermagor-Villach |
222 |
777 |
|
02/Jun |
Optima-Express |
0 |
777 |
|
03/Jun |
Edirne-Istanbul-Sile |
316 |
1093 |
|
04/Jun |
Sile-Kefken-Karasu-Eregli |
265 |
1358 |
|
05/Jun |
Eregli-Zonguldag-Karabuk-Safranbolu-Amasra |
250 |
1608 |
|
06/Jun |
Amasra-Inebolu-Abana |
202 |
1810 |
|
07/Jun |
Abana-Sinop-Bafra |
260 |
2070 |
|
08/Jun |
Bafra-Amasya |
197 |
2267 |
|
09/Jun |
Amasya-Corum-Bogazkale |
199 |
2466 |
|
10/Jun |
Bogazkale |
83 |
2549 |
|
11/Jun |
Bogazkale-Yozgat-Sivas |
277 |
2826 |
|
12/Jun |
Sivas-Ercincan-Erzurum |
448 |
3274 |
|
13/Jun |
Erzurum-Agri-Dogubayazit |
289 |
3563 |
|
14/Jun |
Dogubayazit |
128 |
3691 |
|
15/Jun |
Dogub.-Van-Gevas-Tatvan |
338 |
4029 |
|
16/Jun |
Tatvan |
123 |
4152 |
|
17/Jun |
Tatvan-Bitlis-Batman-Hasankeyf |
204 |
4356 |
|
18/Jun |
Hasankeyf-Midyat-Önerli-Mardin |
192 |
4548 |
|
19/Jun |
Mardin-Sanliurfa |
224 |
4772 |
|
20/Jun |
Sanliurfa-Adiyaman-Kahta |
156 |
4928 |
|
21/Jun |
Kahta-Adiya-Elbistan-Kayseri |
486 |
5414 |
|
22/Jun |
Kayseri-Göreme |
96 |
5510 |
|
23/Jun |
Kappadokien: Derinkkuyu-Nevsehir |
100 |
5610 |
|
24/Jun |
Kappadokien: Ihlara |
204 |
5814 |
|
25/Jun |
Göreme-Nevsehir-Konya |
319 |
6133 |
|
26/Jun |
Konya-Ankara |
271 |
6404 |
|
27/Jun |
Ankara |
0 |
6404 |
|
28/Jun |
Ankara-Gordion-Eskisehir |
266 |
6670 |
|
29/Jun |
Eskisehir-Bozüyük-Mekece-Iznik-Gemlik-Bursa |
242 |
6912 |
|
30/Jun |
Bursa |
0 |
6912 |
|
01/Jul |
Bursa-Mudanya-Bandirma-Lapseki |
278 |
7190 |
|
02/Jul |
Lapseki-Edirne |
192 |
7382 |
|
03/Jul |
Edirne |
0 |
7382 |
|
04/Jul |
Edirne |
6 |
7388 |
|
05/Jul |
Optima-Express |
0 |
7388 |
|
06/Jul |
Villach-Darmstadt |
754 |
8142 |
Karte:

Bericht:
Hinweis: Bei einem Klick auf das jeweilige kleine Bild öffnet sich
ein neues Fenster/Tab mit dem entsprechendem Bild im Großformat. Zurück
zum Bericht durch Schließen des neuen Fensters, funktioniert am besten mit
Firefox.
Unter den unterstrichenen Ortsnamen befindet sich jeweils
ein Link zu weiteren Informationen dieses Ortes, einfach anklicken.
31.5.
Darmstadt-Karlsruhe-Stuttgart-Innsbruck-Brenner-Sterzing: Endlich hört
gegen 10:00 Uhr der Regen auf, 11:00 Uhr geht es dann los. Im östlichen
Alpenvorland werden ergiebige
Regenfälle erwartet, deswegen geht die Route
über den kürzesten Weg über die Alpen über den Brenner. Hinter Heidelberg
treffe ich mich noch mit Melih, mit dem ich einen großen Teil der Tour
gemeinsam fahre.
1.6. Sterzing-Kötschach-Hermagor-Villach: Wir fahren jetzt
durch eine landschaftlich sehr schöne Strecke, enge Kurven wechseln ab
mit langezogenen Strecken, flache Täler und steile Berge begeistern. Wir sind
rechtzeitig in Villach und warten auf den etwas unorganisierten Checkin
in den Optima-Express.
Die Abfertigung ist wirklich langweilig. Erst sollten wir zuerst verladen
werden, dann hieß es, die Motorräder fahren als letzte auf die Waggons.
Die Einfahrt auf die Waggons erfordert etwas Geschicklichkeit, zwischen
den einzelnen Wagen sind breite Zwischenräume und die lichte Kopfhöhe ist
eingeschränkt. Nach dem Verladen noch schnell etwas essen, dann suchten wir unser Abteil.
Zu 6 Personen war es extrem eng, allzumal ein 140kg-Türke Platz für zwei
beanspruchte. Und sein Gepäck musste auch noch auf die Sitzbank?!?! Die
Unterhaltung verlief hauptsächlich auf türkisch, ich war ja als einziger
Deutscher in der absoluten Minderheit.
2.6. Optima-Express: Und der Zug trödelte durch die Gegend.
3.6. Edirne-Istanbul-Sile: Mit einer planmäßigen Verspätung
von 6,5 Stunden erreichten wir
Edirne. Die Abfertigung mit Passkontrolle
und Eintragung des Motorrades in den Reispass verlief natürlich
südländisch gelassen. Dann ging es auf die Autobahn, max. zulässige
Geschwindigkeit 120 kmh. Froh waren wir, als wir endlich
Istanbul passiert
hatten. Im Berufsverkehr ging es auf 6 Spuren nebeneinander nur im
Schritttempo vorwärts. Ein Horror! Nach Istanbul ging es auf Landstraßen
bis nach Sile, ein kleiner Ferienort am
Schwarzen Meer. Auf der Landstraße
beträgt die zul. Höchstgeschwindigkeit nur 70 kmh und wird auch
kontrolliert. Die Strafen sind saftig, bei 78kmh immerhin etwas über 200
TL (etwa 100 EUR). Kontrollen werden idR vorher angekündigt, also aufpassen! Die
Geschwindigkeit von 70 kmh ist ein Witz und nicht gerade entspannend, wenn
man von LKWs erst bedrängt und dann an unübersichtlichen Stellen überholt
wird .

4.6. Sile-Kandira-Karasu-Alapli-Eregli: Über Nebenstraßen
mit Schlaglöchern und welligem Belag führte die Tour durch eine
wunderschöne Landschaft. Ab Karasu ist die Straße besser ausgebaut und es
wurde vor Eregli auch flacher. Eregli ist eine lebhafte und interessante
Großstadt.
5.6. Eregli-Zonguldak-Karabuk-Safranbolu-Bartin-Amasra:
Anfangs auf der 010 eine schlechte Straßenoberfläche, vielleicht wäre die
Route quer durchs Innland besser gewesen. Richtung Karabuk ging es auf
landschaftlich schöner Strecke weiter.
Safranbolu ist der Höhepunkt des
heutigen Tages. Die alte Handelsstadt zählt heute zu dem Weltkulturerbe.
Alte, restaurierte Häuser, viele Geschäfte mit
Basarcharakter geben dem
Ort ein interessantes Aussehen. Natürlich kann man an jeder Ecke ein
kitschiges Souvenier kaufen. Weiter ging es dann auf der 755 Richtung
Küste, landschaftlich vergleichbar mit dem Allgäu mit Ausnahme der
Zwiebelkirchtürme, die hier durch spitze Minarette ersetzt sind.
Übernachtung in Amasra, einem kleinen gemütlichem Städtchen.
6.6. Amasra-Inebolu-Abana: Von Amasra bis Inebolu sehr
kurvenreiche und rubbelige Straße,
viele Schlaglöcher und teilweise
Rollsplitt. Auf gerader Strecke fuhren wir ca 50kmh, in den Kurven waren
20kmh angemessen. Aber dafür bot die malerische Steilküste fantastische
Ausblicke. Ein Wolkenbruch zwang uns zu einer Pause. Ab Inebolu wurde die
Straße besser.

7.6. Abana-Sinop-Bafra: Auf landschaftlich schöner Strecke
ging es entlang der Küste, später
durchs Inland über Erfelek. Heute
erlebten wir den türkischen Straßenbau. Der Straßenbelag ist fester Lehm
oder rolliger Schotter. Fahren im 1. Gang im Baustellenbereich ist
angesagt. In Sinop
lohnt die Besichtigung der alten byzantinischen Kirche,
leider im miserablen Zustand. Interessant ist ein Spaziergang über die
alten gewaltigen Stadtbefestigungen.
8.6. Bafra-Amasya: In Bafra sollte man sich noch die alten
Ausgrabungen anschauen. Sie sind zwar wenig spektakulär, trotzdem
interessant.
Weiter geht die Fahrt auf wunderbarer Straße nach
Amasya.
Amasya wird als die schönste Kleinstadt Anatoliens gerühmt. Umgeben von
Plantagen und schroffen Berghängen mit Felsgräbern. In den engen Gassen
stehen alte osmanische Häuser, die Sultan Beyazit-Moschee begeistert mit
kunstvollen Stalaktitengewölben und geschnitzten osmanischen Holztüren.
Oberhalb von Amasya zieht sich eine alte, gewaltige Festungsanlage mit
mehreren Verteidigungsebenen den Hang hinauf.
9.6. Amasya-Corum-Bogazkale: Nach Besichtigung der
Festungsanlage ging es weiter auf der 180 nach
Bogazkale. Der
Straßenzustand war so gut, daß man kaum den katastrophalen Zustand der
Tage vorher glauben konnte.

10.6. Bogazkale: Frühmorgens die Ruinen von
Alaca Hüyük aus
der Zeit etwa 3500
vChr besichtigt. Sehenswert ist dabei das stark
verwitterte Sphinxtor und alte Mauern mit einer aufwendigen Verzahnung.
Mittags stand die alte Hethitersiedlung Hattusa (Unesco
Weltkulturerbe) auf dem Programm. Dort haben ca 2000 vChr ungefähr 5000 Personen gelebt. Nachmittags besichtigten wir dann noch die Kultstätte der Hethiter
Yazilikaya mit den in Fels gehauenen Götterfiguren. Staunend erlebt man,
wie zu einer Zeit als die Germanen noch in Höhlen hausten, sich im
Anatolischem Raum menschliche Kulturen entwickelten.
11.6. Bogazkale-Yozgat-Sivas: Auf durchweg guter Straße
führte die Route bis Sivas. Unterwegs erlebten wir einen heftigen
Hagelschauer, die Temperatur betrug nur kühle 18 grad. In Sivas sind viele
Koranschulen und Moscheen mit prachtvollen Fassaden und Toreingängen zu
besichtigen.
12.6. Sivas-Ercincan-Erzurum: Die Straße E80/D100 sind in
diesem Bereich erstaunlich gut. Es geht über weite Strecke durch ein sanft
geschwungenes Hochland, die Bergspitzen sind trotz der südlichen Lage noch
mit Schnee bedeckt. In Erzurum erlebten wir das erste mal,
daß noch
Vorsaison ist, die Große Moschee ist noch eine Woche geschlossen, die in
der Stadt liegende Festung öffnet erst ab 15.6.
13.6. Erzurum-Agri-Dogubayazit: Vor Horosan befindet sich
eine sehenswerte seldschukische Brücke. Ansonsten war es eine anstrengende
Fahrt. Je östlicher
man kam, desto schlechter wurden die Straßen,
Schlaglöcher, Spurrillen, weicher Teer, loser Split. Die ostanatolische
Straßenbaukunst unterscheidet sich extrem von der europäischen. Hier wird
die Straße auf gesamter Breite mit losen Splitt bestreut. Die LKWs fahren
mit 60-80 kmh im Laufe der Zeit den Split fest, mit dem Zweirad ist dieser
lose Belag extrem unberechenbar. Wenn der lose Split festgefahren ist,
kommt flüssiger Teer (kein Bitumen!!) drauf. Jetzt hat man eine klebrige
und bei Hitze eine fast flüssige Oberfläche. Wieder nichts für Zweiräder.
Aufgrund des nicht optimalen Unterbaues werden durch den Schwerlastverkehr
die ersten Schlaglöcher aufgerissen, der strenge Winter leistet auch seine
Arbeit. Jetzt geht die Straßenflickerei wieder von vorn los. Eine weitere
Variante des Straßenbaues besteht darin, daß man einen Unterbau aus Lehm,
Ton und Steinen einbaut, staubig bei Trockenheit, rutschig bei Nässe.
Dieser wird durch den fließenden Verkehr verfestigt. Darauf kommt dann
Teer mit Schotter, in seltenen Fällen auch Bitumen. Letzteres ergibt dann
vorübergehend eine optimale Straßenoberfläche. Trotz der katastrophalen
Straßenverhältnisse kommt man vorwärts und ca 40 km vor Dogubayazit taucht
in der Ferne der 5137 m hohe Ararat mit seiner schneebedeckten Spitze auf.
Ein gewaltiger Anblick! Je näher desto klarer wird der Gipfel sichtbar.

14.6. Dogubayazit: Frühmorgens wurde die Palastruine des
Ishak Pasa Saray besichtigt. Diese Mischung aus Burgfestung und
orientalischem Lustschloß aus dem 18 Jh. sollte auf jeden Fall besichtigt
werden. Von hier hat man einen gigantischen Blick
über die ostanatolische
Tiefebene. Nachmittags
wollte wir noch den
Ararat teilumrunden, mussten
dieses Vorhaben jedoch aufgrund der miserablen Straßenverhältnisse
abbrechen. Auf einem Nebengipfel des Ararat an der Straße zur syrischen
Grenze kann man dann noch die Landestation der
Arche Noah besichtigen.
Eine
schiffsähnliche Felsformation soll die Arche Noah gestützt haben.
Weitere Hinweise und Beweise (?) finden sich im Museum, direkt neben der
Arche. Zu dem Museum kommt man über einen etwa 5 km steinigen Feldweg.
15.6. Doubayazit-Van-Gevas-Tatvan: Parallel zur syrischen
Grenze verläuft die Passstraße über den
Tendürük-Pass. Die Lavareste auf
der Passhöhe erinnern an die vulkanische Vergangenheit. Die Dörfer neben
der Straße sind extrem arm, am Straßenrand stehen manchmal Kinder, die mit
Steinen auf Fahrzeuge werfen, da hilft nur Gas geben und schnell vorbei.
Auf der Insel
Ahtmar im
Vansee liegt die alte armenische Kirche zum
heiligen Kreuz. Diese sehenswerte Kreuzkuppelkirche wurde nach der
Renovierung im Jahr 2007 als Museum eröffnet. Jedes Jahr im September
treffen sich hier die armenischen Christen. Von Gevas kann man mit dem
Motorboot zur Insel übersetzen, was man auf keinen Fall versäumen sollte.
16.6. Tatvan: Frühmorgens die
Aman-Hani Karawanserei
zwischen Tatvan und Bitlis angesehen. Dies ist die größte erhaltene
Karawanserei in der Türkei. Gewaltige Mauern schützten damals die
Kaufleute vor Straßenräubern. Danach besuchten wir den 2500 m hohen
Kratersee des Vulkans Nemrut, die Strecke dahin führt über holprige und
staubige Feldwege. Man wird da oben aber durch eine grandiose Landschaft
belohnt. Wem es nicht zu kalt ist, kann in den Seen baden. Mit viel Glück
findet man auch warme Quellen.
17.6. Tatvan-Bitlis-Batman-Hasankeyf:
Heute eine
landschaftlich schöne Strecke gefahren, insbesondere das canyonartige Tal
vor Batman. In Hasankeyf muß man die vielen Höhlenwohnungen besichtigen.
Vielleicht nicht mehr lange, da diese vielleicht in einem Staudammprojekt
verschwinden.

18.6. Hasankeyf-Midyat-Ömerli-Mardin:
Heute verläuft die
Straße weitestgehend durch karges Gelände. Unterwegs einige Baustellen
nach türkischem Muster, man gewöhnt sich daran. In
Mardin übernachteten wir in
einer Karawanserei, als Hotel umgebaut.
Im Zimmer war es zwar
etwas muffig, aber trotzdem ein Erlebnis. Von Mardin
aus lohnt sich ein
Abstecher zum Kloster des syrischen Ordens
Deyrulzafaran und zu den
Ausgrabungen von
Dara.
19.6. Mardin-Urfa: Heute stieg die
Temperatur schon auf 34
grad. Sehenswert sind die Ausgrabungen bei Urfa, eine
Kultstätte aus 10000
- 9500 vor Christus, fantastisch! In
Urfa gehört die große Moschee und
Abrahams Teich mit den heiligen Karpfen zum Pflichtprogramm.
20.6. Urfa-Adiyaman-Kahta: Auf angenehmer Strecke bei etwa
33 grad Richtung Nemrud Dagi gerollt. In Kahta hat uns ein
Touristunternehmer abgefangen, der uns Hotel und Fahrt zum Heiligtum
Nemrut
Dagi angeboten hat. Hat sich gelohnt, so konnte man die Landschaft mal als
Mitfahrer genießen. Den Preis für die Führung mit Transport durften wir
nicht weiter sagen, wir haben 40 TL pro Person gezahlt, üblich waren 70
TL.
21.6. Kahta-Adiya-Nurhak-Elbistan-Ganz-Kayseri: Heute
legten wir auf vorwiegend guter Straße eine größere Strecke zurück.
Unterwegs schauten wir uns ein römisches Totenhaus an. Kayserie ist nicht
so sehenswert.
22.6. Kayseri-Göreme: In Kayseri
trennten sich die Wege von
meinem türkischen Begleiter. Frühmorgens noch über den Basar von Kayseri
gebummelt, dann ging es nach
Kappadokien.
Göreme ist das touristische
Zentrum, von hier kann man Ausflüge in alle Richtungen unternehmen. Es ist
müßig, hier die ganzen Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, es ist einfach
fantastisch! Man kann sich auf einem anderen Planet fühlen bei den vielen
Tuffsteinsäulen, in den
unterirdischen Städten kann man sich verlaufen,
die Felsenkirchen sind in einem fantastischen Zustand.

23.6.+24.6. Göreme: Ich habe eine Ballonfahrt mitgemacht,
fantastisch! Die Wanderung durch das canyonartige
Ilhara-Tal mit seinen
vielen Felswohnungen und -kirchen sollte man nicht auslassen. Man
kann
auch noch viel länger in
Kappadokien bleiben, man findet jeden Tag neue
Sensationen.
25.6. Göreme-Nevsehir-Konya: Unterwegs habe ich die größte
Karawanserei in der Türkei,
Sultanhani,
besichtigt. Bis auf das seldschukische
Eingangstor war diese Karawanserei eher enttäuschend. Auf
der Weiterfahrt musste ich durch zwei Gewitter fahren, in Konya regnete es
Bindfäden, die Straßen standen unter Wasser. Dadurch war die Hotelsuche
etwas schwieriger und das Hotel war etwas teurer. Nach einer warmen Dusche
unternahm ich noch eine Stadtbesichtigung. Hier erlebte ich die
Freundlichkeit der türkischen Bevölkerung. Ein junger Mann sprach mich an
und zeigte mir dann die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von
Konya,
natürlich gegen einen kleinen Obulus, für den er sich überschwenglich
bedankte.
26.6. Konya-Ankara: Heute durchweg gute Straßen, naja, es
ging ja auch nach Ankara. In
Ankara war ich das erste mal froh über mein Navi. Zielsicher führte es mich durch ein unbeschreibliches Verkehrschaos
zu meinem vorgebuchten Hotel mitten in der quirligen Innenstadt.
27.6. Ankara: Frühmorgens
das Museum für anatolische
Völkerkunde angesehen. Es ist höchst interessant, diese uralten Exponate
von längst vergangenen Kulturen zu erleben. Dann führte mich der Weg auf
die mitten in der Stadt liegenden Festung. Die Festung besteht aus einer
umlaufenden Mauer, innerhalb reihen sich kleine, vielfach
sanierungsbedürftige Häuser aneinander. Von der Festung hat man einen
einmaligen Blick über das alte und neue Ankara. Nachmittags führte mich
der Weg zum Atatürk-Mausoleum, ein reichlich überdimensioniertes Denkmal
an den Gründer der jetzigen Türkei.
28.6. Ankara-Gordion-Eskisehir: Die Weiterfahrt durch das
Verkehrschaos von Ankara war wieder stressig, dafür erwarteten mich hinter
Ankara gähnend leere Straßen. In
Gordion lohnt sich auf jeden Fall eine
Besichtigung des Museums und des Grabes des König Mida. In
unmittelbarer Nähe von Gordion kann man aktuelle Ausgrabungen besichtigen.
Eskisehir ist eine Großstadt ohne besondere Sehenswürdigkeiten.
29.6. Eskisehir-Sogut-Bilecik-Iznik-Orhangaz-Bursa: Bis
Iznik führte die Route über eine landschaftlich schöne Strecke bei
weitestgehend gutem Straßenzustand.
Iznik ist eine kleine Stadt mit
eigenem Charme und vielen
Sehenswürdigkeiten, ein Besuch lohnt sich. Die
Straßen in Richtung Bursa wurde mit zunehmender Nähe zu dieser Großstadt
besser und breiter. In Bursa herrschte dann wieder das übliche
Verkehrschaos.
30.6. Bursa: Heute Tag der Moscheen und Koranschulen in
Bursa.
Die Entfernung zur Muratmoschee hatte ich total unterschätzt.
Zurück wollte ich mit dem Bus fahren, war aber aufgrund von
Sprachschwierigkeiten zum Scheitern verurteilt. Ich nahm dann ein
"Sammeltaxi". Dieses Taxi kostete für ca 3 km nur 1,5 TL (0,75 EUR). Ich
wollte den niedrigen Preis nicht glauben, konnte es aber am Wechselgeld
dann feststellen. Sehr sehenswert sind das grüne Mausoleum und die grüne
Moschee. Nachmittags führte mich der Weg noch auf den Zitadellenhügel, von
welchem man einen faszinierenden Blick auf Bursa hat.
1.7. Bursa-Mudanya-Karacabeg-Bandirma-Lapseki: Anfänglich
führt diese Route durch eine landschaftlich schöne Gegend, später fährt
man durch eine öde Kultursteppe. Heute erlebte ich erstmalig Probleme beim
Tanken: 1. Tankstelle auf linker Straßenseite, wegen Mittelstreifen nicht
erreichbar, 2. Tankstelle ausverkauft, 3. Tankstelle außer Betrieb, 4.
Tankstelle ausverkauft, die 5. Tankstelle hatte endlich Sprit.
hier mal eine Bemerkung zu den türkischen Verkehrszeichen: 30 mit rotem
Kreis= zulässige Geschwindigkeit multipliziert mit Anzahl der
Fahrzeugachsen, also LKWs dürfen ungefähr 70 kmh fahren. Zebrastreifen mit
Fußgängerampel= Rentnerproblembereinigungsstelle, kurz bevor die
Fußgängerampel auf Rot springt fahren die kreuzenden Autos schon los,
wehe, wer dann noch auf dem Zebrasteifen ist. Und Vorsicht beim Überqueren
eines Zebrastreifens ohne Ampel, ein PKW mit 70 kmh innerorts hat einen
langen Bremsweg!
2.7. Lapseki-Edirne: Mit der Fähre ging es über die
geschichtsträchtigen Dardanellen. Dann gemütlich nach Edirne gecruist.

3
.7. Edirne: Ein gemütlicher Tag in
Edirne mit vielen
Besichtigungen, lohnt sich wirklich. Zum Pflichtprogramm gehört auf jeden
Fall die riesige Selimiye Moschee und die alten Römerbrücken am Fluß um
Edirne.
4.7.-5.7. Optima-Express: Zum Glück war der Zug nur halb
gefüllt, mit drei Personen im Abteil ließ es sich ganz angenehm reisen.
Die Unterhaltungen waren auch intensiver, da man nach wenigen Stunden fast
alle Mitreisenden kannte. Bei der Ankunft in Villach hatte der Zug
natürlich wieder 6 Stunden Verspätung, mein vorgebuchtes Hotel ließ ich
dann frühmorgens um 4:00 Uhr sausen und machte mich nachts/frühmorgens auf
den Heimweg.
Zusammenfassung: Die Türkei ist für
Motorradfahrer ein großes Erlebnis. Im Westen wechseln sich interessante
Landschaften ab mit historisch einmaligen Stätten. Im Osten wird die
Landschaft eintöniger, die Städte kleiner aber nicht weniger interessant.
Kappadokien fasziniert durch die mondähnlichen Tuffsteinfelsen und ist
allein eine Reise wert. Die für mich interessantesten Orte waren Hattusa,
der Ararat, die Ausgrabungen bei Urfa und natürlich Kappadokien.
Karten:
In der Türkei gibt es kaum vernünftige Reisekarten, diese sollte man sich
schon in Deutschland besorgen. Die Karten des Garmin-Navi sind teilweise
falsch und vielfach unvollständig. Lediglich in Ballungsgebieten
unterstützen sie zuverlässig.
|