Türkei 2010
Home


Meine Touren:
Sardinien 2009

Nordkapp 2009

 

Gästebuch 
Links

Impressum

 

Türkei im Jahr 2010

vom 31.5. bis zum 06.06.2011

(Bericht von Ehrenfried)

Statistik:

Datum

Strecke

km

Summe km

31/Mai

Darmstadt-Karlsruhe-Stuttgart-Brenner-Sterzing

550

555

01/Jun

Sterzing-Kötschach-Hermagor-Villach

222

777

02/Jun

Optima-Express

0

777

03/Jun

Edirne-Istanbul-Sile

316

1093

04/Jun

Sile-Kefken-Karasu-Eregli

265

1358

05/Jun

Eregli-Zonguldag-Karabuk-Safranbolu-Amasra

250

1608

06/Jun

Amasra-Inebolu-Abana

202

1810

07/Jun

Abana-Sinop-Bafra

260

2070

08/Jun

Bafra-Amasya

197

2267

09/Jun

Amasya-Corum-Bogazkale

199

2466

10/Jun

Bogazkale

83

2549

11/Jun

Bogazkale-Yozgat-Sivas

277

2826

12/Jun

Sivas-Ercincan-Erzurum

448

3274

13/Jun

Erzurum-Agri-Dogubayazit

289

3563

14/Jun

Dogubayazit

128

3691

15/Jun

Dogub.-Van-Gevas-Tatvan

338

4029

16/Jun

Tatvan

123

4152

17/Jun

Tatvan-Bitlis-Batman-Hasankeyf

204

4356

18/Jun

Hasankeyf-Midyat-Önerli-Mardin

192

4548

19/Jun

Mardin-Sanliurfa

224

4772

20/Jun

Sanliurfa-Adiyaman-Kahta

156

4928

21/Jun

Kahta-Adiya-Elbistan-Kayseri

486

5414

22/Jun

Kayseri-Göreme

96

5510

23/Jun

Kappadokien: Derinkkuyu-Nevsehir

100

5610

24/Jun

Kappadokien: Ihlara

204

5814

25/Jun

Göreme-Nevsehir-Konya

319

6133

26/Jun

Konya-Ankara

271

6404

27/Jun

Ankara

0

6404

28/Jun

Ankara-Gordion-Eskisehir

266

6670

29/Jun

Eskisehir-Bozüyük-Mekece-Iznik-Gemlik-Bursa

242

6912

30/Jun

Bursa

0

6912

01/Jul

Bursa-Mudanya-Bandirma-Lapseki

278

7190

02/Jul

Lapseki-Edirne

192

7382

03/Jul

Edirne

0

7382

04/Jul

Edirne

6

7388

05/Jul

Optima-Express

0

7388

06/Jul

Villach-Darmstadt

754

8142

Karte:

Bericht:

Hinweis: Bei einem Klick auf das jeweilige kleine Bild öffnet sich ein neues Fenster/Tab mit dem entsprechendem Bild im Großformat. Zurück zum Bericht durch Schließen des neuen Fensters, funktioniert am besten mit Firefox.

Unter den unterstrichenen Ortsnamen befindet sich jeweils ein Link zu weiteren Informationen dieses Ortes, einfach anklicken.

31.5. Darmstadt-Karlsruhe-Stuttgart-Innsbruck-Brenner-Sterzing: Endlich hört gegen 10:00 Uhr der Regen auf, 11:00 Uhr geht es dann los. Im östlichen Alpenvorland werden ergiebige Regenfälle erwartet, deswegen geht die Route über den kürzesten Weg über die Alpen über den Brenner. Hinter Heidelberg treffe ich mich noch mit Melih, mit dem ich einen großen Teil der Tour gemeinsam fahre.

1.6. Sterzing-Kötschach-Hermagor-Villach: Wir fahren jetzt durch eine landschaftlich sehr schöne Strecke, enge Kurven wechseln ab mit langezogenen Strecken, flache Täler und steile Berge begeistern. Wir sind rechtzeitig in Villach und warten auf den etwas unorganisierten Checkin in den Optima-Express. Die Abfertigung ist wirklich langweilig. Erst sollten wir zuerst verladen werden, dann hieß es, die Motorräder fahren als letzte auf die Waggons. Die Einfahrt auf die Waggons erfordert etwas Geschicklichkeit, zwischen den einzelnen Wagen sind breite Zwischenräume und die lichte Kopfhöhe ist eingeschränkt. Nach dem Verladen noch schnell etwas essen, dann suchten wir unser Abteil. Zu 6 Personen war es extrem eng, allzumal ein 140kg-Türke Platz für zwei beanspruchte. Und sein Gepäck musste auch noch auf die Sitzbank?!?! Die Unterhaltung verlief hauptsächlich auf türkisch, ich war ja als einziger Deutscher in der absoluten Minderheit.

2.6. Optima-Express: Und der Zug trödelte durch die Gegend.

3.6. Edirne-Istanbul-Sile: Mit einer planmäßigen Verspätung von 6,5 Stunden erreichten wir Edirne. Die Abfertigung mit Passkontrolle und Eintragung des Motorrades in den Reispass verlief natürlich südländisch gelassen. Dann ging es auf die Autobahn, max. zulässige Geschwindigkeit 120 kmh. Froh waren wir, als wir endlich Istanbul passiert hatten. Im Berufsverkehr ging es auf 6 Spuren nebeneinander nur im Schritttempo vorwärts. Ein Horror! Nach Istanbul ging es auf Landstraßen bis nach Sile, ein kleiner Ferienort am Schwarzen Meer. Auf der Landstraße beträgt die zul. Höchstgeschwindigkeit nur 70 kmh und wird auch kontrolliert. Die Strafen sind saftig, bei 78kmh immerhin etwas über 200 TL (etwa 100 EUR). Kontrollen werden idR vorher angekündigt, also aufpassen! Die Geschwindigkeit von 70 kmh ist ein Witz und nicht gerade entspannend, wenn man von LKWs erst bedrängt und dann an unübersichtlichen Stellen überholt wird .

4.6. Sile-Kandira-Karasu-Alapli-Eregli: Über Nebenstraßen mit Schlaglöchern und welligem Belag führte die Tour durch eine wunderschöne Landschaft. Ab Karasu ist die Straße besser ausgebaut und es wurde vor Eregli auch flacher. Eregli ist eine lebhafte und interessante Großstadt.

5.6. Eregli-Zonguldak-Karabuk-Safranbolu-Bartin-Amasra: Anfangs auf der 010 eine schlechte Straßenoberfläche, vielleicht wäre die Route quer durchs Innland besser gewesen. Richtung Karabuk ging es auf landschaftlich schöner Strecke weiter. Safranbolu ist der Höhepunkt des heutigen Tages. Die alte Handelsstadt zählt heute zu dem Weltkulturerbe. Alte, restaurierte Häuser, viele Geschäfte mit Basarcharakter geben dem Ort ein interessantes Aussehen. Natürlich kann man an jeder Ecke ein kitschiges Souvenier kaufen. Weiter ging es dann auf der 755 Richtung Küste, landschaftlich vergleichbar mit dem Allgäu mit Ausnahme der Zwiebelkirchtürme, die hier durch spitze Minarette ersetzt sind. Übernachtung in Amasra, einem kleinen gemütlichem Städtchen.

6.6. Amasra-Inebolu-Abana: Von Amasra bis Inebolu sehr kurvenreiche und rubbelige Straße, viele Schlaglöcher und teilweise Rollsplitt. Auf gerader Strecke fuhren wir ca 50kmh, in den Kurven waren 20kmh angemessen. Aber dafür bot die malerische Steilküste fantastische Ausblicke. Ein Wolkenbruch zwang uns zu einer Pause. Ab Inebolu wurde die Straße besser.

7.6. Abana-Sinop-Bafra: Auf landschaftlich schöner Strecke ging es entlang der Küste, später durchs Inland über Erfelek. Heute erlebten wir den türkischen Straßenbau. Der Straßenbelag ist fester Lehm oder rolliger Schotter. Fahren im 1. Gang im Baustellenbereich ist angesagt. In Sinop lohnt die Besichtigung der alten byzantinischen Kirche, leider im miserablen Zustand. Interessant ist ein Spaziergang über die alten gewaltigen Stadtbefestigungen.

8.6. Bafra-Amasya: In Bafra sollte man sich noch die alten Ausgrabungen anschauen. Sie sind zwar wenig spektakulär, trotzdem interessant. Weiter geht die Fahrt auf wunderbarer Straße nach Amasya. Amasya wird als die schönste Kleinstadt Anatoliens gerühmt. Umgeben von Plantagen und schroffen Berghängen mit Felsgräbern. In den engen Gassen stehen alte osmanische Häuser, die Sultan Beyazit-Moschee begeistert mit kunstvollen Stalaktitengewölben und geschnitzten osmanischen Holztüren. Oberhalb von Amasya zieht sich eine alte, gewaltige Festungsanlage mit mehreren Verteidigungsebenen den Hang hinauf.

9.6. Amasya-Corum-Bogazkale:  Nach Besichtigung der Festungsanlage ging es weiter auf der 180 nach Bogazkale. Der Straßenzustand war so gut, daß man kaum den katastrophalen Zustand der Tage vorher glauben konnte.

10.6. Bogazkale: Frühmorgens die Ruinen von Alaca Hüyük aus der Zeit etwa 3500 vChr besichtigt. Sehenswert ist dabei das stark verwitterte Sphinxtor und alte Mauern mit einer aufwendigen Verzahnung. Mittags stand die alte Hethitersiedlung Hattusa (Unesco Weltkulturerbe) auf dem Programm. Dort haben ca 2000 vChr ungefähr 5000 Personen gelebt. Nachmittags besichtigten wir dann noch die Kultstätte der Hethiter Yazilikaya mit den in Fels gehauenen Götterfiguren. Staunend erlebt man, wie zu einer Zeit als die Germanen noch in Höhlen hausten, sich im Anatolischem Raum menschliche Kulturen entwickelten.

11.6. Bogazkale-Yozgat-Sivas: Auf durchweg guter Straße führte die Route bis Sivas. Unterwegs erlebten wir einen heftigen Hagelschauer, die Temperatur betrug nur kühle 18 grad. In Sivas sind viele Koranschulen und Moscheen mit prachtvollen Fassaden und Toreingängen zu besichtigen.

12.6. Sivas-Ercincan-Erzurum: Die Straße E80/D100 sind in diesem Bereich erstaunlich gut. Es geht über weite Strecke durch ein sanft geschwungenes Hochland, die Bergspitzen sind trotz der südlichen Lage noch mit Schnee bedeckt. In Erzurum erlebten wir das erste mal, daß noch Vorsaison ist, die Große Moschee ist noch eine Woche geschlossen, die in der Stadt liegende Festung öffnet erst ab 15.6.

13.6. Erzurum-Agri-Dogubayazit: Vor Horosan befindet sich eine sehenswerte seldschukische Brücke. Ansonsten war es eine anstrengende Fahrt. Je östlicher man kam, desto schlechter wurden die Straßen, Schlaglöcher, Spurrillen, weicher Teer, loser Split. Die ostanatolische Straßenbaukunst unterscheidet sich extrem von der europäischen. Hier wird die Straße auf gesamter Breite mit losen Splitt bestreut. Die LKWs fahren mit 60-80 kmh im Laufe der Zeit den Split fest, mit dem Zweirad ist dieser lose Belag extrem unberechenbar. Wenn der lose Split festgefahren ist, kommt flüssiger Teer (kein Bitumen!!) drauf. Jetzt hat man eine klebrige und bei Hitze eine fast flüssige Oberfläche. Wieder nichts für Zweiräder. Aufgrund des nicht optimalen Unterbaues werden durch den Schwerlastverkehr die ersten Schlaglöcher aufgerissen, der strenge Winter leistet auch seine Arbeit. Jetzt geht die Straßenflickerei wieder von vorn los. Eine weitere Variante des Straßenbaues besteht darin, daß man einen Unterbau aus Lehm, Ton und Steinen einbaut, staubig bei Trockenheit, rutschig bei Nässe. Dieser wird durch den fließenden Verkehr verfestigt. Darauf kommt dann Teer mit Schotter, in seltenen Fällen auch Bitumen. Letzteres ergibt dann vorübergehend eine optimale Straßenoberfläche. Trotz der katastrophalen Straßenverhältnisse kommt man vorwärts und ca 40 km vor Dogubayazit taucht in der Ferne der 5137 m hohe Ararat mit seiner schneebedeckten Spitze auf. Ein gewaltiger Anblick! Je näher desto klarer wird der Gipfel sichtbar.

14.6. Dogubayazit: Frühmorgens wurde die Palastruine des Ishak Pasa Saray besichtigt. Diese Mischung aus Burgfestung und orientalischem Lustschloß aus dem 18 Jh. sollte auf jeden Fall besichtigt werden. Von hier hat man einen gigantischen Blick über die ostanatolische Tiefebene. Nachmittags wollte wir noch den Ararat teilumrunden, mussten dieses Vorhaben jedoch aufgrund der miserablen Straßenverhältnisse abbrechen. Auf einem Nebengipfel des Ararat an der Straße zur syrischen Grenze kann man dann noch die Landestation der Arche Noah besichtigen. Eine schiffsähnliche Felsformation soll die Arche Noah gestützt haben. Weitere Hinweise und Beweise (?) finden sich im Museum, direkt neben der Arche. Zu dem Museum kommt man über einen etwa 5 km steinigen Feldweg.

15.6. Doubayazit-Van-Gevas-Tatvan: Parallel zur syrischen Grenze verläuft die Passstraße über den Tendürük-Pass. Die Lavareste auf der Passhöhe erinnern an die vulkanische Vergangenheit. Die Dörfer neben der Straße sind extrem arm, am Straßenrand stehen manchmal Kinder, die mit Steinen auf Fahrzeuge werfen, da hilft nur Gas geben und schnell vorbei. Auf der Insel Ahtmar im Vansee liegt die alte armenische Kirche zum heiligen Kreuz. Diese sehenswerte Kreuzkuppelkirche wurde nach der Renovierung im Jahr 2007 als Museum eröffnet. Jedes Jahr im September treffen sich hier die armenischen Christen. Von Gevas kann man mit dem Motorboot zur Insel übersetzen, was man auf keinen Fall versäumen sollte.

16.6. Tatvan: Frühmorgens die Aman-Hani Karawanserei zwischen Tatvan und Bitlis angesehen. Dies ist die größte erhaltene Karawanserei in der Türkei. Gewaltige Mauern schützten damals die Kaufleute vor  Straßenräubern. Danach besuchten wir den 2500 m hohen Kratersee des Vulkans Nemrut, die Strecke dahin führt über holprige und staubige Feldwege. Man wird da oben aber durch eine grandiose Landschaft belohnt. Wem es nicht zu kalt ist, kann in den Seen baden. Mit viel Glück findet man auch warme Quellen.  

17.6. Tatvan-Bitlis-Batman-Hasankeyf: Heute eine landschaftlich schöne Strecke gefahren, insbesondere das canyonartige Tal vor Batman. In Hasankeyf muß man die vielen Höhlenwohnungen besichtigen. Vielleicht nicht mehr lange, da diese vielleicht in einem Staudammprojekt verschwinden.

18.6. Hasankeyf-Midyat-Ömerli-Mardin: Heute verläuft die Straße weitestgehend durch karges Gelände. Unterwegs einige Baustellen nach türkischem Muster, man gewöhnt sich daran. In Mardin übernachteten wir in einer Karawanserei, als Hotel umgebaut. Im Zimmer war es zwar etwas muffig, aber trotzdem ein Erlebnis. Von Mardin aus lohnt sich ein Abstecher zum  Kloster des syrischen Ordens Deyrulzafaran und zu den Ausgrabungen von Dara.

19.6. Mardin-Urfa: Heute stieg die Temperatur schon auf 34 grad. Sehenswert sind die Ausgrabungen bei Urfa, eine Kultstätte aus 10000 - 9500 vor Christus, fantastisch! In Urfa gehört die große Moschee und Abrahams Teich mit den heiligen Karpfen zum Pflichtprogramm.

20.6. Urfa-Adiyaman-Kahta: Auf angenehmer Strecke bei etwa 33 grad Richtung Nemrud Dagi gerollt. In Kahta hat uns ein Touristunternehmer abgefangen, der uns Hotel und Fahrt zum Heiligtum Nemrut Dagi angeboten hat. Hat sich gelohnt, so konnte man die Landschaft mal als Mitfahrer genießen. Den Preis für die Führung mit Transport durften wir nicht weiter sagen, wir haben 40 TL pro Person gezahlt, üblich waren 70 TL.

21.6. Kahta-Adiya-Nurhak-Elbistan-Ganz-Kayseri: Heute legten wir auf vorwiegend guter Straße eine größere Strecke zurück. Unterwegs schauten wir uns ein römisches Totenhaus an. Kayserie ist nicht so sehenswert.

22.6. Kayseri-Göreme: In Kayseri trennten sich die Wege von meinem türkischen Begleiter. Frühmorgens noch über den Basar von Kayseri gebummelt, dann ging es nach Kappadokien. Göreme ist das touristische Zentrum, von hier kann man Ausflüge in alle Richtungen unternehmen. Es ist müßig, hier die ganzen Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, es ist einfach fantastisch! Man kann sich auf einem anderen Planet fühlen bei den vielen Tuffsteinsäulen, in den unterirdischen Städten kann man sich verlaufen, die Felsenkirchen sind in einem fantastischen Zustand.

23.6.+24.6. Göreme: Ich habe eine Ballonfahrt mitgemacht, fantastisch! Die Wanderung durch das canyonartige Ilhara-Tal mit seinen vielen Felswohnungen und -kirchen sollte man nicht auslassen. Man kann auch noch viel länger in Kappadokien bleiben, man findet jeden Tag neue Sensationen.

25.6. Göreme-Nevsehir-Konya: Unterwegs habe ich die größte Karawanserei in der Türkei, Sultanhani, besichtigt. Bis auf das seldschukische Eingangstor war diese Karawanserei eher enttäuschend. Auf der Weiterfahrt musste ich durch zwei Gewitter fahren, in Konya regnete es Bindfäden, die Straßen standen unter Wasser. Dadurch war die Hotelsuche etwas schwieriger und das Hotel war etwas teurer. Nach einer warmen Dusche unternahm ich noch eine Stadtbesichtigung. Hier erlebte ich die Freundlichkeit der türkischen Bevölkerung. Ein junger Mann sprach mich an und zeigte mir dann die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Konya, natürlich gegen einen kleinen Obulus, für den er sich überschwenglich bedankte.

26.6. Konya-Ankara: Heute durchweg gute Straßen, naja, es ging ja auch nach Ankara. In Ankara war ich das erste mal froh über mein Navi. Zielsicher führte es mich durch ein unbeschreibliches Verkehrschaos zu meinem vorgebuchten Hotel mitten in der quirligen Innenstadt.

27.6. Ankara: Frühmorgens das Museum für anatolische Völkerkunde angesehen. Es ist höchst interessant, diese uralten Exponate von längst vergangenen Kulturen zu erleben. Dann führte mich der Weg auf die mitten in der Stadt liegenden Festung. Die Festung besteht aus einer umlaufenden Mauer, innerhalb reihen sich kleine, vielfach sanierungsbedürftige Häuser aneinander. Von der Festung hat man einen einmaligen Blick über das alte und neue Ankara. Nachmittags führte mich der Weg zum Atatürk-Mausoleum, ein reichlich überdimensioniertes Denkmal an den Gründer der jetzigen Türkei.

28.6. Ankara-Gordion-Eskisehir: Die Weiterfahrt durch das Verkehrschaos von Ankara war wieder stressig, dafür erwarteten mich hinter Ankara gähnend leere Straßen. In Gordion lohnt sich auf jeden Fall eine Besichtigung des  Museums und des Grabes des König Mida. In unmittelbarer Nähe von Gordion kann man aktuelle Ausgrabungen besichtigen. Eskisehir ist eine Großstadt ohne besondere Sehenswürdigkeiten.

29.6. Eskisehir-Sogut-Bilecik-Iznik-Orhangaz-Bursa: Bis Iznik führte die Route über eine landschaftlich schöne Strecke bei weitestgehend gutem Straßenzustand. Iznik ist eine kleine Stadt mit eigenem Charme und vielen Sehenswürdigkeiten, ein Besuch lohnt sich. Die Straßen in Richtung Bursa wurde mit zunehmender Nähe zu dieser Großstadt besser und breiter. In Bursa herrschte dann wieder das übliche Verkehrschaos.

30.6. Bursa: Heute Tag der Moscheen und Koranschulen in Bursa. Die Entfernung zur Muratmoschee hatte ich total unterschätzt. Zurück wollte ich mit dem Bus fahren, war aber aufgrund von Sprachschwierigkeiten zum Scheitern verurteilt. Ich nahm dann ein "Sammeltaxi". Dieses Taxi kostete für ca 3 km nur 1,5 TL (0,75 EUR). Ich wollte den niedrigen Preis nicht glauben, konnte es aber am Wechselgeld dann feststellen. Sehr sehenswert sind das grüne Mausoleum und die grüne Moschee. Nachmittags führte mich der Weg noch auf den Zitadellenhügel, von welchem man einen faszinierenden Blick auf Bursa hat.

1.7. Bursa-Mudanya-Karacabeg-Bandirma-Lapseki: Anfänglich führt diese Route durch eine landschaftlich schöne Gegend, später fährt man durch eine öde Kultursteppe. Heute erlebte ich erstmalig Probleme beim Tanken: 1. Tankstelle auf linker Straßenseite, wegen Mittelstreifen nicht erreichbar, 2. Tankstelle ausverkauft, 3. Tankstelle außer Betrieb, 4. Tankstelle ausverkauft, die 5. Tankstelle hatte endlich Sprit.
hier mal eine Bemerkung zu den türkischen Verkehrszeichen: 30 mit rotem Kreis= zulässige Geschwindigkeit multipliziert mit Anzahl der Fahrzeugachsen, also LKWs dürfen ungefähr 70 kmh fahren. Zebrastreifen mit Fußgängerampel= Rentnerproblembereinigungsstelle, kurz bevor die Fußgängerampel auf Rot springt fahren die kreuzenden Autos schon los, wehe, wer dann noch auf dem Zebrasteifen ist. Und Vorsicht beim Überqueren eines Zebrastreifens ohne Ampel, ein PKW mit 70 kmh innerorts hat einen langen Bremsweg!

2.7. Lapseki-Edirne: Mit der Fähre ging es über die geschichtsträchtigen Dardanellen. Dann gemütlich nach Edirne gecruist.

3 .7. Edirne: Ein gemütlicher Tag in Edirne mit vielen Besichtigungen, lohnt sich wirklich. Zum Pflichtprogramm gehört auf jeden Fall die riesige Selimiye Moschee und die alten Römerbrücken am Fluß um Edirne.

4.7.-5.7. Optima-Express: Zum Glück war der Zug nur halb gefüllt, mit drei Personen im Abteil ließ es sich ganz angenehm reisen. Die Unterhaltungen waren auch intensiver, da man nach wenigen Stunden fast alle Mitreisenden kannte. Bei der Ankunft in Villach hatte der Zug natürlich wieder 6 Stunden Verspätung, mein vorgebuchtes Hotel ließ ich dann frühmorgens um 4:00 Uhr sausen und machte mich nachts/frühmorgens auf den Heimweg.

 

Zusammenfassung: Die Türkei ist für Motorradfahrer ein großes Erlebnis. Im Westen wechseln sich interessante Landschaften ab mit historisch einmaligen Stätten. Im Osten wird die Landschaft eintöniger, die Städte kleiner aber nicht weniger interessant. Kappadokien fasziniert durch die mondähnlichen Tuffsteinfelsen und ist allein eine Reise wert. Die für mich interessantesten Orte waren Hattusa, der Ararat, die Ausgrabungen bei Urfa und natürlich Kappadokien.

Karten:

In der Türkei gibt es kaum vernünftige Reisekarten, diese sollte man sich schon in Deutschland besorgen. Die Karten des Garmin-Navi sind teilweise falsch und vielfach unvollständig. Lediglich in Ballungsgebieten unterstützen sie zuverlässig.