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Spanien - Frankreich - Schweiz vom 25.04. bis zum 09.06.2007,
insgesamt
3234 km und 21980 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried und Stan)



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Kartenmaterial
 


Übersichtskarte:

Die gelben Strecken sind wir mit dem Zug gefahren. Zwischen Blanes und Perpignan sind zwei Streckenführungen eingezeichnet, dort sind wir getrennt gefahren, siehe hierzu den Bericht.

Statistik

Datum

Strecke

km

Summe

Durch-

Höhen-

Summe

km

schnitt

meter

Höhenm.

25.Apr

Flug nach Faro - Olhao

19

19

15

78

78

26.Apr

Olhao - Ayamonte - Aljaraque

93

112

17,9

532

610

27.Apr

Aljaraque - Huelva - Mataluscanes

77

189

17

292

902

28.Apr

Mat.-El Rocio-Condesa-Sevilla-DosHermanas

99

288

17,3

502

1404

29.Apr

Stadtbesichtigung Sevilla

0

288

0

0

1404

30.Apr

DosHermanas-Utrera-VentaNueva-Espera-Arcos

91

379

16

780

2184

1.Mai

Arcos - Villamartin - Alogodanales - (Ronda)

75

454

13,4

1236

3420

2.Mai

(Ronda) - Granada

2

456

-

0

3420

3.Mai

Stadtbesichtigung Granada

456

3420

4.Mai

Granada - Durcal - Beznar - Orgiva

64

520

16,3

725

4145

5.Mai

Orgiva - Torrizcon - Cadiar - Ugijar - Andarax

84

604

11,2

1905

6050

6.Mai

Andarax-Padules-Gador-Peckina-CabodeCato

89

693

17,6

669

6719

7.Mai

CabodeCato-Barranquette-Carboneras-Mojacar

87

780

15,6

1060

7779

8.Mai

Mojacar - Aguillas - Mazarron - Bolnuevo

98

878

15,8

1064

8843

9.Mai

bis 13.05. Ruhepause in Bolnuevo

878

8843

14.Mai

Bolnuevo - Cartagena - San Javier

74

952

16,4

527

9370

15.Mai

San Javier - Alicante - San Juan

91

1043

15,5

498

9868

16.Mai

San Juan - Benidorm - El Bassot

99

1142

17,3

759

10627

17.Mai

El Passot - Valencia - Pucol

110

1252

17

203

10830

18.Mai

Pucol-Sagunt-Moncofar-Castello-Benimcasim

95

1347

17,3

272

11102

19.Mai

Benimcasim - Chivert - Vinaros

71

1418

16,6

419

11521

20.Mai

Vinaros - Ebrodelta - Armettla

78

1496

14,7

322

11843

21.Mai

Armetta - Salou - Tarragona - Torredembara

80

1576

15,3

452

12295

22.Mai

Torrede.- Sitges -Mit der Bahn nach Blanes

45

1621

12,9

243

12538

23.Mai

Blanes-TossadeMar-Llagostera-Girona-Figueras

108

1729

17,8

1090

13628

24.Mai

Figueras-Llanca-PortBou-Banyols-Canet en R.

93

1822

16,1

950

14578

25.Mai

Canet - Leucate - Narbonne

70

1892

16,1

365

14943

26.Mai

Narbonne - Agde - Sete

95

1987

17,5

408

15351

27.Mai

Sete - Frontignan - Palavas - LGMotte - Arles

113

2100

17,5

269

15620

28.Mai

Arles - Avignon-ChateauneufduPape

76

2176

14,4

319

15939

29.Mai

Chat.duPape - PontSt.Esprit - Ardeche

60

2236

12,5

577

16516

30.Mai

Kanutour aud der Ardeche

0

2236

0

0

16516

31.Mai

Ardeche - Lanas - Montelimar - St.Martin

74

2310

15,9

488

17004

1.Jun

St.Martin - Crest - Chabeuil - Romans -Hautrives

83

2393

15,1

787

17791

2.Jun

Hautrives - LaTourduPin - Les Abrets

78

2471

14,5

768

18559

3.Jun

LesAbrets - Aoste - Lucey - Seysal - Frangy

82

2553

16,1

563

19122

4.Jun

Frangy - Genf - Nyon - Morges

87

2640

15,9

792

19914

5.Jun

Morges-Cossenay-Orbe-Grandson-Erlach-Sutz

118

2758

15

861

20775

6.Jun

Sutz - Biel - Solothurn - Olten - Basel -Bamlach

137

2895

17,6

585

21360

7.Jun

Bamlach - Neuenburg - NeufBreisach - Rhinau

87

2982

17,9

99

21459

8.Jun

Rhinau - Karlsruhe

137

3119

19

157

21616

9.Jun

Karlsr.-Graben-Schwetzingen-Weilheim-Darmst.

115

3234

18

364

21980

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 Bericht:

Teilnehmer: Ehrenfried, Stan, Sigi und Hajo.

Hinweis: Bei einem Klick auf das jeweilige kleine Bild öffnet sich ein neues Fenster/Tab mit dem entsprechendem Bild im Großformat. Zurück durch Schließen des neuen Fensters


(Teil1, Spanien, Bericht von Ehrenfried)
Am 25.April war es endlich so weit. Mit dem Flugzeug reisten wir von Stuttgart, Hannover und Frankfurt nach Faro. Auf dem nahe gelegenen Campingplatz in Olhao trafen wir uns mit großer Freude. Stan hatte nicht ganz so viel Glück mit dem Radtransport, bei ihm war ein Schlauch aufgeschlitzt, Ursache unbekannt.

Gemeinsam brachen wir am 26. April Richtung spanische Grenze auf, anfangs mit starkem Gegenwind. Die Route verlief meistens auf der Nationalstraße, nachmittags in Spanien gab es auch einige Nebenstraßen. Mit dem Zeltplatz hatten wir einige Probleme: der erste Versuch in Lepe: Zeltplatz nicht gefunden, gibt es ihn überhaupt? Der zweite Versuch: Zeltplatz in Aljaraque seit 4 Jahren geschlossen, ist aber noch in allen aktuellen Campingführern angeführt. In einer billigsten Absteige/fast Ruine des ehemaligen Campingplatzbetreibers fanden wir für 35 EUR noch Unterkunft. War immerhin noch ein gemütlicher Abend.

Der nächste Tag, 27.April, führte uns bis Huelva auf stark befahrener Straße. Später, entlang der Küste wurde es ruhiger, vor Matalacanas gab es sogar einen sehr schönen Radweg! Der Zeltplatz liegt etwas vor Matalascanas, einer der wenigen Plätze mit Rasen. Eine Einkaufsmöglichkeit gibt es allerdings nur am anderen Ende des Ortes.

Am 28.April steuerten wir Sevilla an. Vorbei kamen wir in El Rocio an einer sehr berühmten Kathedrale und erlebten sogar noch eine Hochzeitsfeier mit. Hajo hatte dort seinen ersten Speichenbruch am Hinterrad, der sich aber dank der mitgenommenen Speichen schnell reparieren ließ. In Sevilla wollten wir in der Jugendherberge übernachten, aber aufgrund des gerade stattfindenden Volksfestes war diese total ausgebucht. Einen Zeltplatz, der in 5 km Entfernung liegen sollte, fanden wir erst nach 20 km in Dos Hermanas. Während unserer Fahrt durch Sevilla begeisterten uns die kühnen Konstruktionen der Flußbrücken. Ein Radfahrer war uns in dem Straßengewirr noch ein freundlicher Helfer, er leitete uns immerhin etwa 10 km, Danke dafür.

Am 29.April fuhren wir mit dem Bus nach Sevilla, wir besichtigten die Kathedrale und schlenderte durch die Altstadt. Ein besonderes Ereignis war das Stadtfest. Im Prinzip hatte auf dem riesigen Festplatz jeder Verein sein eigenes Festzelt, in größeren Festzelten tanzten die festlich gekleideten Spanierinnen hinreißenden Flamenco, auf den Straßen ritten stolze Spanier auf ihren Pferden, und wer was auf sich hielt, durchkreuzte das Festgelände in einer offenen Kutsche mit bis zu 5 Pferden - Sehen und gesehen werden! Insgesamt ein ganz besonderes Erlebnis für uns, zeigte es uns doch die spanische Art des Feierns.

Am 30.April war es recht einfach, aus Dos Hermanas auf die Nationalstraße Richtung Utrera zu finden. Die Nationalstraße wurde allerdings nach etwa 15 km zur Autobahn. Anfangs verlief neben der Autobahn noch ein Feldweg, die letzten 2 km mussten wir dann doch noch Autobahn fahren. In Arcos gab es wie üblich kein Hinweisschild auf den Campingplatz, durch Fragen haben wir ihn jedoch recht schnell gefunden, war ein schöner Campingplatz.

Heute, am 1.Mai, ging es leicht wellig durch die Berge. Anders als zeitgleich in Deutschland, war es in Andalusien saukalt (nachmittags nur 16 grad Höchsttemperatur) und regnerisch. Wegen des starken Regens suchten wir schon ca 10 km vor Ronda ein festes Quartier, an Zelten war nicht zu denken. Und es regnete die ganze Nacht!

Am nächsten Morgen, 2.Mai, hatte sich das Wetter eher verschlechtert als verbessert! Mit dem Rad weiter zu fahren war kaum möglich. In dem Hotel war ein Restaurant/Cafe, in welchem Kraftfahrer eine Frühstückspause machten. Nach einigen Fragen fanden wir einen Lieferwagen, der uns mit 4 Fahrrädern und viel Gepäck bis zum Bahnhof nach Ronda fuhr, herzlichen Dank. Dort fanden wir auch eine Zugverbindung nach Granada, allerdings erst in zwei Stunden. So machten wir noch eine kurze Stadtbesichtigung zu Fuß bei Kälte und Regen, bewunderten die berühmte Puente Nuevo über den Tajo sowie die originelle Stierkampfarena Plaza de Torros. Dann versuchten wir noch Eintrittskarten für den nächsten Tag für die Alhambra in der spanischen Bank BBVA zu bekommen, diese waren leider schon ausverkauft.

In Granada (3.Mai) starteten wir gleich frühmorgens zur Alhambra, erhielten allerdings erst Tickets zum Eintritt um 14:00 Uhr. Also wieder in die Stadt, wo wir u.a. die gewaltige Kathedrale mit vielen Kunstschätzen besichtigten. In einem Cafe vertrieben wir uns dann noch bei Tapas und einem Glas Wein die Mittagszeit. Die Tapas gibt es übrigens umsonst zu einem Glas Wein, man muß allerdings schon mal nachfragen! Nachmittags erleben wir in der Alhambra zauberhafte Gärten, traumhafte Teiche, in denen sich prachtvolle Gebäude spiegeln. Die einzelnen Gebäude sind ein Wechselspiel zwischen arabischem und europäischem Baustil - einfach beeindruckend. Das wohl berühmteste Bauwerk in der Alhambra, der Löwenbrunnen, befindet sich zur Zeit in Restauration.

Nach einer Reparatur von Stans Hinterrad - die Speichen hatten sich gelockert - verließen wir Granada am 4.Mai Richtung Orgiva, meistens bergab. Damit wir die landschaftlich wirklich sehr schöne Strecke nicht ungehindert genießen konnten, überraschten uns zwei kräftige Regenschauer.

Am 5.Mai erlebten wir die Großbaustelle Südspanien. Über 30km Straßenbaustelle mit einem Belag aus Sand und Kies, an schnelles Vorankommen war nicht zu denken. Und kurz vor Andarax ging es auch noch bergauf mit Gegenwind. Sigi ist an diesem Tag die etwas anspruchsvollere Strecke über Busquistar, Juviles gefahren, noch etwas bergiger und weiter, dafür aber keine Baustelle.

Nach Andarax ging es am 6.Mai noch 200 m aufwärts, dann ging es mit einigen Hügeln durchsetzt im Wesentlichen bergab. Unterwegs überraschte uns noch ein Gewitter, für Unterstellen oder Regenkleidung blieb uns keine Zeit. Auch ein Olivenbaum bot uns nur für kurze Zeit einen Regenschutz. Als der kräftige Regen nicht nachließ, gab es nur eins: Weiterfahren. Klitschnaß bei 12 grad (in Andalusien!) jagten wir los, bis wir das Gewitter durchquert hatten. Bei dann 20 grad trocknete unsere Kleidung durch den Fahrtwind recht schnell. Bis Almeria gab es noch einige rauschende Abfahrten. Almeria umfuhren wir auf Nebenstraßen, einen Zeltplatz fanden wir dann in Cabo de Gata. Wie in Südspanien üblich, alle Plätze mit Feinkies/-splitt belegt. Eine doppelte oder dicke Unterlage unter dem Zelt ist hier sehr wichtig! 

Am 7.Mai sind wir wegen einer falschen Auskunft erst mal 7 km Richtung Meer in eine Sackgasse gefahren. Nach diesen Wirrungen ging es etwas hügelig, aber auf Nebenstraßen durch eine interessante Landschaft, rauhe Berge, wenig Vegetation, ein einmaliges Erlebnis. Dann ging es auf der N341 bis Carboneras bergab. Nach einer bergigen Strecke fanden wir in Mojacar einen Campingplatz, dieses mal mit Grobkies gewalzte Plätze. Mag für Wohnwagen recht gut sein, aber heute hatten wir Probleme mit dem Einschlagen der Häringe. Stan hatte abends noch einen Unfall, wegen eines Sturzes zog er sich eine schmerzhafte Rippenprellung zu, am Fahrrad waren keine Schäden.

Die Strecke am 8.Mai führte anfangs durch langweilig und austauschbare Touristenorte. Nach Aguilas wurde es ruhiger, weniger Strände, dafür etwas hügeliger. In den flachen Tälern erlebten wir heute riesige folienbedeckte Gewächshäuser, teilweise war die Folie zerrissen, wahrlich kein schöner Anblick. Kurz vor Bolnuevo war noch ein 400m hoher Berg zu bezwingen. Für Stan, der erhebliche Schmerzen mit seiner Rippenprellung hatte,  fanden wir nach einigem Betteln einen Lieferwagen, der ihn zum höchsten Punkt brachte.

Hajo besitzt in Bolnuevo ein Haus und aus der geplanten zweitägigen Pause wurden wegen Stan 5 Tage. Für den unruhigen Sigi war diese Zeit zu lang und er fuhr dann am 9. Mai schon weiter. Zu dritt erlebten wir die ruhigen Tage und genossen die fischreiche spanische Küche mit frischen Langustinos, Doraden und Lachs.

Die Weiterfahrt am 14.Mai verzögerte sich etwas, da ich eine heftige Magenverstimmung hatte. Ohne Frühstück für mich starteten wir dann doch gegen 11:00 Uhr. In Cartagena besichtigten wir das erst 1987 wieder entdeckte römische Amphitheater. In der Innenstadt gibt es zahlreiche prächtige neoklassizistische Gebäude, eine Besichtigung wert. In San Javier fanden wir den miserabelsten Campingplatz unserer bisherigen Tour. Nur Kiesplätze mit extrem harten Untergrund. Der Platz befindet sich neben einer Groß-Autowerkstatt, in der bis spät in den Abend laut gearbeitet wird. Er liegt verkehrsgünstig auf der einen Seite sehr nahe an der Autobahn, auf der anderen Seite verläuft eine Industriestraße mit Schwerlastverkehr, eine reine Industrieidylle! Verwunderlich, daß es auf diesem Platz sehr viele Dauercamper gibt.

Am 15.Mai fuhren wir den ganzen Tag auf der N332 mit recht nervigem Verkehr, der um Alicante noch sehr zunahm. Alicante selbst ist ein Stadtmonster, eine Besichtigung lohnt nicht. Auf dem Campingplatz in der Nähe von San Juan gab es wie üblich nur Grobkiesplätze.

Bis El Bassot fuhren wir am 16.Mai fast nur die grauenhafte N332, lediglich in Benidorm fuhren wir einen Abstecher über die Strandpromenade. Erstaunlich, wie voll es dort schon trotz Vorsaison war. Bei El Bassot wimmelt es von Zeltplätzen, wir fanden einen, dieses mal mit Feinschotterplätzen.

Nach El Bassot (17.Mai) fanden wir einen ruhigen Radweg durch Orangenplantagen. Mit etwas Angst vor der nahen Großstadt radelten wir dann Richtung Valencia. Etwa 10 km vor Valencia trafen wir einen Radfahrer, der uns durch fast ganz Valencia führte, vielen Dank dafür. Auf eine Besichtigung verzichteten wir, um dem Großstadtgewühl zu entgehen. Nach Valencia mussten wir lange Strecken über schlechten Feldweg fahren, die Nationalstraße war eine für Räder gesperrte Autobahn. Die Zeltplatzsuche gestaltete sich heute recht schwierig, der 1. Platz war eine Großbaustelle, der zweite wegen Vorsaison noch geschlossen, der dritte Platz war teuer und dreckig. Die Leitung des Platzes hatte ein Farbiger, soll keine Wertung sein, siehe aber auch 23.5.

Bis zum 22.Mai lag eine reine Flachlandtour vor uns, teilweise auf stark befahrener Nationalstraße, teilweise auf Nebenstraßen an breiten leeren Sandstränden entlang. Auf der N340 stört vor allem der starke LKW-Verkehr, der die Mautgebühr auf der fast parallel verlaufenden Autobahn sparen will. Die Badeorte sind meistens noch wie ausgestorben, wie mag es dort wohl in der Hauptsaison zugehen? Eine kleine Abwechslung erlebten wir während einer Einkaufspause in Chivert: eine spanische Hochzeit. Mit einem riesigen Knallspektakel wurde das Brautpaar nach der  Hochzeitszeremonie vor der Kirche empfangen.

Am 20. Mai erreichten wir das Ebrodelta, eine extrem flache Landschaft mit vielen Reisfeldern, eher langweilig, ähnlich wie die Camarque, wobei die Camarque allerdings sehr viel abwechslungsreicher ist. Das Wetter war uns wenig freundlich gesonnen, kalt und regnerisch mit Wind von vorn aus Norden.

Am 21.Mai fuhren wir  wir Salou, erschreckend, wie voll der feine Sandstrand schon trotz der Vorsaison war. In Tarragona irrten wir noch etwas in der Stadt herum und fanden auch das alte Amphitheater, ansonsten gibt es wenig Interessantes zu sehen. Die folgenden Campingplätze liegen meistens zwischen Eisenbahn und Nationalstraße, nicht gerade der große Hit.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Rad bis Sitges. Aus mehreren Berichten wussten wir, wie schwierig es ist, mit dem Rad sich durch Barcelona zu quälen. Wir nahmen deswegen einen Zug von Sitges bis Blanes mit Umsteigen in Barcelona. Die ganze Strecke kostete nur 4,00 EUR inclusive Radtransport. Konkurrenzlos preiswert!

Am 23.Mai fuhr ich (Ehrenfried) getrennt von Hajo und Stan. Während Stan und Hajo die direkte Verbindung zu unserem nächsten Ziel - Figueras - , i.W. an der Nationalstraße entlang fuhren, bevorzugte ich Nebenstraßen an der Küste, der Costa Brava, entlang. Die Strecke an der Küste entlang war kurvenreich und etwas bergig, dafür aber landschaftlich ein aufregendes Erlebnis. Leider war es etwas diesig und somit kein Fotowetter. Später musste ich dann von Girona bis Figueras auf der NII fahren, war katastrophal. In Figueras lohnt sich der Besuch des Dali-Musueums, ich kannte es schon von einem früheren Besuch. Der Zeltplatz in Figueras war miserabel gepflegt und und die sanitären Einrichtungen dreckig, geleitet von einem Farbigen.

Am 24.Mai fuhren Stan und Hajo auf der NII weiter, während ich wieder die landschaftlich anspruchsvollere Strecke an der Küste entlang über PortBou bevorzugte, wunderschöne Buchten zwischen Felsenformationen und alte, festungsartige Hafeneinfahrten boten abwechslungsreiche Aussichten. In Banyols in Frankreich musste ich leider auf eine Probe des dort typischen Weines verzichten, Alkohol ist halt nicht gut während des Fahrradfahrens. Es blieb mir nur der Anblick der vielen Probierstuben und der Weinreben auf den Hügeln.
Die Alternativroute von Stan und Hajo führte über Le Perthus. Bis dort war auf der NII relativ starker LKW-Verkehr, dieser musste dann aber die Strecke verlassen. Bis Le Perthus ist eine moderate Steigung und danach eine wunderschöne Abfahrt. Der Weg zur Küste führte auf ganz ruhigen Nebenstrassen entlang einer schönen Weinlandschaft. An diesem Tage hatte Hajo zwei Speichenbrüche. Bei St. Cyprien trafen wir wieder zusammen und fuhren gemeinsam bis zum Campingplatz. Die meisten Campingplätze sind zu dieser Jahreszeit nur schwach belegt und ev. Supermärkte oder Restaurants auf dem Platz sind dann noch geschlossen.

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(Teil2, Frankreich, Bericht von Stan)
Am Tag 25. Mai befuhren wir eine sehr schöne Strecke entlang der Küste in Richtung Leucate zwischen Mittelmeer und dem Leucater See. Port Leucate ist ein besonderer Yachthafen und sehr schön angelegt. Wir haben den Nautic Campinplatz aufgesucht und - wie schon gewohnt - nur eine Handvoll Touristen
angetroffen.

Am nächsten Tag (26. Mai) haben wir uns in Narbonne nur kurz aufgehalten. Der Weg nach Sete führte uns nach Agde entlang einer Landzunge zwischen dem Mittelmeer und dem See nach Sete.  Die Jugendherberge ist auf einem Stadthügel mit einer besonderen Steigung, und das letzte Stück konnten wir unsere Räder nur hinaufschieben. Von hier hatten wir einen wunderschönen Panoramaüberblick über den Hafen und in alle Himmelsrichtungen der Stadt.

An diesem Tag (27. Mai) haben wir uns etwas durchfragen müssen. Ein Ehepaar hat uns einen Weg aufgezeigt, der am Strand entlang führte. Somit konnten wir nicht an der Cathedrale von Maguelone vorbeifahren. Der Zugang zur Cathedrale von Maguelone ist nur vom Strand aus zu erreichen. Die Cathedrale von Maguelone ist sehr sehenswert. In Arles haben wir die Jugendherberge aufgesucht, und die Stadtbesichtigung haben wir uns für den nächsten Tag vorgenommen.

Der 28. Mai gehörte mit zu den besonderen Tagen. Zu Beginn haben wir die Stadt Arles besichtigt, die mit zahlreichen antiken Überresten hervorzuheben ist: das Amphitheater; Antikes Theater und die schönste romanische Kirche der Provence (die Benediktiner - Kirche St. Trophime ). Einer der berühmtesten Einwohner von Arles war der Maler van Gogh. Der weitere Weg nach Avignon ist sehr angenehm zu fahren, und erst auf der N7 wurde es unangenehm. In Avignon angekommen hatten wir den ersten Blick auf die Rhone – Brücke der Stadt
(Pont d´ Avignon), und daneben befindet sich der gotische Papstpalast (Palais des Papes) - eine besondere Stadt mit der Stadtmauer, der Altstadt und den kleinen Gassen. Gegen starken Wind fuhren wir in das bekannteste Weinanbaugebiet Frankreichs, nach Chateauneuf-du-Pape. Der Boden der Weinfelder ist bedeckt mit großen Kieselsteinen, was dem Wein eine besondere Note verleiht. Eine Weinprobe konnten wir am späten Abend nicht durchführen,  wir mussten das Problem des geschlossenen Campingplatzes lösen. Nach einer kurzen Diskussion haben wir unsere Zelte hinter einem kleinen Haus aufgebaut, und unsere Übernachtung war gesichert.

Der Tag danach (29. Mai) hat mit einer kleinen Aufregung begonnen. Unser Wildcamping hat sich schnell verbreitet, so dass uns ein Advocat mit vielen Unterlagen besuchte. Die geschlossenen Türen des Hauses wurden überprüft, ob nicht doch ein Einbruch stattgefunden hat. Kein Erfolgserlebnis.In den Unterlagen wurden mehrere Eintragungen vorgenommen und eine Verständigung in anderer Fremdsprache war nicht möglich. Wie die schnellste Maus von Mexico ist der Herr Advocat davongefahren (hierzu keine weiteren Kommentare). Die Fahrt haben wir dann auf Nebenstrecken bei starkem Gegenwind fortgesetzt in Richtung Ardeche. Ein wunderschönes Gebirge und der Unterlauf des Flusses hat eine ca 30 KM lange wildromantische Schlucht. Die am Rand des Canyons vorbeiführende Landstraße boten uns spektakuläre Ausblicke in den Canyon und auf den Fluss. Oberhalb des Gebirges haben wir einen Campingplatz (Ardeche Camping le Machet) gefunden, wir hatten zu allen Räumen einen Zugang nur keine Ansprechpartner. Nach langem Warten haben wir unsere Zelte aufgebaut. Den Zuständigen haben wir erst am nächsten Tag getroffen.

Am 30.Mai sind wir mit einem Zweier- und einem Einer-Kanu entlang der Wasserstrecke auf der Ardeche gepaddelt. Alle Campingplätze vermieten Kanus und der Transport zum Anfangspunkt bzw. Endpunkt ist im Preis enthalten. Was man unbedingt beachten sollte: Schwimmwesten müssen getragen werden; Ein Kopfschutz ist ebenso wichtig; Alle Gegenstände müssen befestigt oder in einem Behälter untergebracht werden; und bei Befahren müssen die Stromschnellen frei sein. In Vallon d Árc beginnt der 30 KM lange spektakuläre Fluss mit dem 60 Meter hohen Natursteinbogen. Hinter der ersten Stromschnelle mussten wir Ehrenfried mitsamt dem Kanu aus dem Wasser ziehen. Die nächsten Stromschnellen lagen noch vor uns, und Hajo und ich (Stan) sind zweimal baden gegangen. Nach einem wunderschönen Sonnentag und einer Wildwasserfahrt haben wir Saint Martin erreicht. Hier wurden wir abgeholt. Das besondere Erlebnis der Wildwasserfahrt werden wir nicht vergessen.

Der Streckenverlauf am 31.Mai wurde kurzfristig geändert. Der gestrige Kanutransport, zum Ausgangspunkt der Fahrt, hat uns einen neuen Weg von La Machet aufgezeigt. Zu Beginn hatten wir ein leichten Regen und 3 km vor St. Martin einen Regenguss; stark durchnässt haben wir das Hotel erreicht.

Am Vormittag des 1.Juni schien die Sonne und der Nachmittag brachte Regen, Hagel und Gewitter. Die Zelte wollten wir an diesem Tag nicht aufstellen, und durch Hilfe eines Radfahrers sind wir einem großen Aufenthaltsraum untergebracht worden.

Am 2. Juni kurz vor Palais Ideal ein Speichenbruch bei Hajo und im Anschluss haben wir das Palais Ideal von aussen besichtigt. Ein Postzusteller sammelte in 33 Jahren jeden Tag Steine und baute in diesem Zeitraum das Palais auf. Der Streckenverlauf ist sehr angenehm, nur das Wetter war weiterhin sehr unbeständig. Der Campingplatz in Les Arbrets ist bestens ausgestattet.

Der Streckenabschnitt (3. Juni) bis Frangy ist ruhig und beinhaltet zum Teil lange Abfahrten. An der Rhone entlang gibt es schöne Aussichten, und das Wetter wurde auch zunehmend besser. Kein besonderer Campingplatz in Frangy und kann nicht empfohlen werden.

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(Teil3, Schweiz, Bericht von Ehrenfried)
Am Montag, den 4.Juni trennten wir uns, ich fuhr allein weiter. Nach einem moderaten Anstieg auf etwa 680 müNN ging es bis nach Genf bergab. In Genf versorgte ich mich erst mal mit Landkarten und fuhr dann bis Nyon Küstenstrasse am Genfer See entlang. Danach wählte ich abwechselnd den sehr gut ausgeschilderten Radweg "Jurasüdfussroute 50" oder landschaftlich reizvollere Nebenstrassen. Insgesamt ist die Juragegend in der Schweiz kein steiles Gebirge, sondern eher eine hügelige Landschaft mit sanften Bergen. Vielleicht sieht  man bei klarem Wetter die im Hintergrund liegenden, höheren Berge, als ich durch die Schweiz fuhr, war es relativ diesig und es gab nur eine relativ eingeschränkte Fernsicht. Ich kam an diesem Tag bis Morges am Genfer See und erreichte kurz vor einem drohenden Gewitter den sehr guten Campingplatz. Zelt aufbauen oder nicht? Der Campingplatzbesitzer riet mir davon ab und schickte mich lieber in das Campingplatzrestaurant. Das Gewitter zog glücklicherweise in geringer Entfernung vorbei, und nach nur einem Bier konnte ich dann mein Zelt auf einem samtweichen Rasen aufbauen.

Nach kurzer Besichtigung der sehenswerten Innenstadt von Morges fuhr ich am 5. Juni anfangs die etwas anstrengende Jurasüdfussroute 50, landschaftlich sehr reizvoll, aber bergauf und -ab. Am Neuchateler See fuhr ich abwechselnd einen gut ausgeschilderten Radweg oberhalb des Sees, selten aber auch auf der nervigen Hauptstrasse mit viel Verkehr, letztere dafür aber relativ eben. Heute begegnet man unterwegs  altehrwürdige Schlösser  und die alte Stadt Stadt Orbe ist einen kleinen Abstecher wert. Kurz vor Sautz bin ich auf einen privaten Campingplatz mitten zwischen reifen Kirschbäumen gestoßen, die Kirschen schmeckten wirklich wundervoll.

 

Am 6. Juni bin ich von Biel bis kurz vor Olten auf dem Aare-Radweg 5/8 auf autoleeren Radwegen oder Uferwegen gefahren. In Solothurn ist eine Stadtbesichtigung ein Muss! Besonders sehenswert sind neben den einmalig schönen Stadtbrunnen die St-Ursen Kathedrale und das Rathaus. Erwähnenswert an der Aare ist eine Storchenstation. So viele Storchennester an einer Stelle habe ich noch nie gesehen. Ab Olten ging es dann über einen kleinen Buckel von 230 Höhenmetern bei einer schönen Abfahrt bis nach Basel. Basel war eine Katastrophe, und es dauerte doch einige Zeit, bis ich mit fremder Hilfe und mehrmaliger Grenzüberschreitung den Rheinradweg Richtung Norden gefunden hatte. Am Rhein konnte ich das Rad so richtig ausrollen lassen, die einzige Steigung kam kurz vor dem Zeltplatz in Bamlach, etwa 50-100 Höhenmeter.

Heute (7. Juni) gab es nur eine relativ kurze Etappe. Von Bamlach bis Neuenburg fuhr ich auf Feinkiesweg am Rhein entlang auf deutscher Seite. Ab Neuenburg fuhr ich dann auf französischer Seite etwa 5 km vom Rhein entfernt durch verträumte kleine Ortschaften, durchaus zum kurzen Verweilen einladend. Eine insgesamt wirklich interessantere Streckenführung als der Rheinweg auf deutscher Seite, den ich schon von anderen Touren kannte. Highlight des Tages war Neuf Breisach, ein von einer alten Festungsmauer umgebenen Stadt. Früher war diese Stadt vielleicht uneinnehmbar, heute haben diese massiven Mauern nur noch einen touristischen Wert.

Am 8.Juni führte mich die Route auf dem Rheinradweg bis nach Karlsruhe. Anfangs auf Feinschotterweg auf deutscher Seite, später wechselte ich wieder auf die französische Seite, wo man auf verkehrsleerer Asphaltstrasse neben dem Rhein entlang fahren kann. Kurz vor Karlsruhe habe ich mich noch etwas verfahren, aber auch in Deutschland stößt man auf hilfreiche Radfahrer, die durchaus einen kleinen Umweg fahren, um einem Fremden den richtigen Weg zu zeigen.

Am 9. Juni führte mich die Route bis Graben über einen schnurgeraden Waldweg. Bis kurz vor Heidelberg war die Ausschilderung des Radweges sehr gut und dann machte ich den folgenschweren Fehler, mich für die Streckenführung über Schwetzingen und nicht über Heidelberg, zu entscheiden. Die Strecke über Heidelberg kenn ich wirklich sehr gut. Bis Ladenburg habe ich mindestens viermal den richtigen Weg verloren, die Ausschilderung des Radweges hörte häufig auf, verwies teilweise in entgegengesetzte Richtungen. Letzteres war für mich nun vollkommen unverständlich. Problem war wohl der Fährübergang über den Neckar, der kaum durch Hinweise ausgewiesen ist. Ich war froh, als ich bei Weinheim endlich die B3 erreicht hatte und auf mir bekannter Strecke nach Hause radeln konnte.

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 Kartenmaterial:

Als Übersichtskarte für Spanien eignen sich die Karten vom ADAC, Spanien-Portugal, im Maßstab 1:500000. Für Frankreich verwendeten wir die Autokarte und Reiseguide von Marco Polo im Maßstab 1:700000. Für den Verlauf der Rhone stand uns eine Michelinkarte im Maßstab 1:200000 zur Verfügung. Für die Schweiz wurde eine Michelinstrassenkarte verwendet. In Deutschland bin ich nach den Fahrradkarten des ADFC gefahren.

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