 Spanien-Frankreich
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Spanien - Frankreich
- Schweiz vom 25.04. bis zum 09.06.2007,
insgesamt 3234 km und 21980 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried und Stan)
Zur Statistik
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Zum Bericht Frankreich
Zum Bericht Schweiz
Kartenmaterial
Übersichtskarte:

Die gelben Strecken sind wir mit dem Zug gefahren.
Zwischen Blanes und Perpignan sind zwei Streckenführungen eingezeichnet,
dort sind wir getrennt gefahren, siehe hierzu den Bericht.
Statistik
|
Datum |
Strecke |
km |
Summe |
Durch- |
Höhen- |
Summe |
|
|
|
km |
schnitt |
meter |
Höhenm. |
|
25.Apr |
Flug nach Faro - Olhao |
19 |
19 |
15 |
78 |
78 |
|
26.Apr |
Olhao - Ayamonte - Aljaraque |
93 |
112 |
17,9 |
532 |
610 |
|
27.Apr |
Aljaraque - Huelva - Mataluscanes |
77 |
189 |
17 |
292 |
902 |
|
28.Apr |
Mat.-El Rocio-Condesa-Sevilla-DosHermanas |
99 |
288 |
17,3 |
502 |
1404 |
|
29.Apr |
Stadtbesichtigung Sevilla |
0 |
288 |
0 |
0 |
1404 |
|
30.Apr |
DosHermanas-Utrera-VentaNueva-Espera-Arcos |
91 |
379 |
16 |
780 |
2184 |
|
1.Mai |
Arcos - Villamartin - Alogodanales - (Ronda) |
75 |
454 |
13,4 |
1236 |
3420 |
|
2.Mai |
(Ronda) - Granada |
2 |
456 |
- |
0 |
3420 |
|
3.Mai |
Stadtbesichtigung Granada |
|
456 |
|
|
3420 |
|
4.Mai |
Granada - Durcal - Beznar - Orgiva |
64 |
520 |
16,3 |
725 |
4145 |
|
5.Mai |
Orgiva - Torrizcon - Cadiar - Ugijar - Andarax |
84 |
604 |
11,2 |
1905 |
6050 |
|
6.Mai |
Andarax-Padules-Gador-Peckina-CabodeCato |
89 |
693 |
17,6 |
669 |
6719 |
|
7.Mai |
CabodeCato-Barranquette-Carboneras-Mojacar |
87 |
780 |
15,6 |
1060 |
7779 |
|
8.Mai |
Mojacar - Aguillas - Mazarron - Bolnuevo |
98 |
878 |
15,8 |
1064 |
8843 |
|
9.Mai |
bis 13.05. Ruhepause in Bolnuevo |
|
878 |
|
|
8843 |
|
14.Mai |
Bolnuevo - Cartagena - San Javier |
74 |
952 |
16,4 |
527 |
9370 |
|
15.Mai |
San Javier - Alicante - San Juan |
91 |
1043 |
15,5 |
498 |
9868 |
|
16.Mai |
San Juan - Benidorm - El Bassot |
99 |
1142 |
17,3 |
759 |
10627 |
|
17.Mai |
El Passot - Valencia - Pucol |
110 |
1252 |
17 |
203 |
10830 |
|
18.Mai |
Pucol-Sagunt-Moncofar-Castello-Benimcasim |
95 |
1347 |
17,3 |
272 |
11102 |
|
19.Mai |
Benimcasim - Chivert - Vinaros |
71 |
1418 |
16,6 |
419 |
11521 |
|
20.Mai |
Vinaros - Ebrodelta - Armettla |
78 |
1496 |
14,7 |
322 |
11843 |
|
21.Mai |
Armetta - Salou - Tarragona - Torredembara |
80 |
1576 |
15,3 |
452 |
12295 |
|
22.Mai |
Torrede.- Sitges -Mit der Bahn nach Blanes
|
45 |
1621 |
12,9 |
243 |
12538 |
|
23.Mai |
Blanes-TossadeMar-Llagostera-Girona-Figueras |
108 |
1729 |
17,8 |
1090 |
13628 |
|
24.Mai |
Figueras-Llanca-PortBou-Banyols-Canet en R. |
93 |
1822 |
16,1 |
950 |
14578 |
|
25.Mai |
Canet - Leucate - Narbonne |
70 |
1892 |
16,1 |
365 |
14943 |
|
26.Mai |
Narbonne - Agde - Sete |
95 |
1987 |
17,5 |
408 |
15351 |
|
27.Mai |
Sete - Frontignan - Palavas - LGMotte - Arles |
113 |
2100 |
17,5 |
269 |
15620 |
|
28.Mai |
Arles - Avignon-ChateauneufduPape |
76 |
2176 |
14,4 |
319 |
15939 |
|
29.Mai |
Chat.duPape - PontSt.Esprit - Ardeche |
60 |
2236 |
12,5 |
577 |
16516 |
|
30.Mai |
Kanutour aud der Ardeche |
0 |
2236 |
0 |
0 |
16516 |
|
31.Mai |
Ardeche - Lanas - Montelimar - St.Martin |
74 |
2310 |
15,9 |
488 |
17004 |
|
1.Jun |
St.Martin - Crest - Chabeuil - Romans -Hautrives |
83 |
2393 |
15,1 |
787 |
17791 |
|
2.Jun |
Hautrives - LaTourduPin - Les Abrets |
78 |
2471 |
14,5 |
768 |
18559 |
|
3.Jun |
LesAbrets - Aoste - Lucey - Seysal - Frangy |
82 |
2553 |
16,1 |
563 |
19122 |
|
4.Jun |
Frangy - Genf - Nyon - Morges |
87 |
2640 |
15,9 |
792 |
19914 |
|
5.Jun |
Morges-Cossenay-Orbe-Grandson-Erlach-Sutz |
118 |
2758 |
15 |
861 |
20775 |
|
6.Jun |
Sutz - Biel - Solothurn - Olten - Basel -Bamlach |
137 |
2895 |
17,6 |
585 |
21360 |
|
7.Jun |
Bamlach - Neuenburg - NeufBreisach - Rhinau |
87 |
2982 |
17,9 |
99 |
21459 |
|
8.Jun |
Rhinau - Karlsruhe |
137 |
3119 |
19 |
157 |
21616 |
|
9.Jun |
Karlsr.-Graben-Schwetzingen-Weilheim-Darmst. |
115 |
3234 |
18 |
364 |
21980 |
zurück
Bericht:
Teilnehmer:
Ehrenfried, Stan, Sigi und
Hajo.
Hinweis: Bei einem Klick auf das jeweilige kleine Bild öffnet sich ein
neues Fenster/Tab mit dem entsprechendem Bild im Großformat. Zurück durch
Schließen des neuen Fensters
(Teil1, Spanien, Bericht von Ehrenfried)
Am 25.April war es
endlich so weit. Mit dem Flugzeug reisten wir von Stuttgart, Hannover und
Frankfurt nach Faro. Auf dem nahe gelegenen Campingplatz in Olhao trafen
wir uns mit großer Freude. Stan hatte nicht ganz so viel Glück mit dem
Radtransport, bei ihm war ein Schlauch aufgeschlitzt, Ursache unbekannt.
Gemeinsam brachen wir am
26. April Richtung spanische Grenze
auf, anfangs mit starkem
Gegenwind. Die Route verlief meistens auf der Nationalstraße, nachmittags
in Spanien gab es auch einige Nebenstraßen. Mit dem Zeltplatz hatten wir
einige Probleme: der erste Versuch in Lepe: Zeltplatz nicht gefunden, gibt
es ihn überhaupt? Der
zweite Versuch: Zeltplatz in Aljaraque seit 4 Jahren geschlossen,
ist aber noch in allen aktuellen Campingführern angeführt. In einer
billigsten Absteige/fast Ruine des ehemaligen Campingplatzbetreibers
fanden wir für 35 EUR noch Unterkunft. War immerhin noch ein gemütlicher
Abend.
Der nächste Tag, 27.April,
führte uns bis Huelva auf stark befahrener Straße. Später, entlang der
Küste wurde es ruhiger, vor Matalacanas gab es sogar einen sehr schönen
Radweg! Der Zeltplatz liegt etwas vor Matalascanas, einer der wenigen
Plätze mit Rasen. Eine
Einkaufsmöglichkeit gibt es allerdings nur am anderen Ende des Ortes.
Am 28.April steuerten
wir Sevilla an. Vorbei kamen wir in El Rocio
an einer sehr berühmten
Kathedrale und erlebten sogar noch eine Hochzeitsfeier mit. Hajo hatte
dort seinen ersten Speichenbruch am Hinterrad, der sich aber dank der
mitgenommenen Speichen schnell reparieren ließ. In Sevilla wollten wir in
der Jugendherberge übernachten, aber aufgrund des gerade stattfindenden
Volksfestes war diese total ausgebucht. Einen Zeltplatz, der in 5 km
Entfernung liegen sollte, fanden wir erst nach 20 km in Dos Hermanas.
Während unserer Fahrt durch Sevilla begeisterten uns die kühnen
Konstruktionen der Flußbrücken. Ein
Radfahrer war uns in dem Straßengewirr noch ein freundlicher Helfer, er
leitete uns immerhin etwa 10 km, Danke dafür.

Am 29.April fuhren wir
mit dem Bus nach Sevilla, wir besichtigten die Kathedrale und schlenderte
durch die Altstadt. Ein besonderes Ereignis war das Stadtfest. Im Prinzip
hatte auf dem riesigen Festplatz jeder Verein sein eigenes Festzelt, in
größeren Festzelten tanzten die festlich gekleideten Spanierinnen
hinreißenden Flamenco, auf den Straßen ritten stolze Spanier auf ihren
Pferden, und wer was auf sich
hielt, durchkreuzte das Festgelände in einer
offenen Kutsche mit bis zu 5 Pferden - Sehen und gesehen werden! Insgesamt
ein ganz besonderes Erlebnis für uns, zeigte es uns doch die spanische Art
des Feierns.
Am 30.April war es
recht einfach, aus Dos Hermanas auf die Nationalstraße Richtung Utrera zu finden. Die Nationalstraße wurde allerdings nach etwa 15 km zur
Autobahn. Anfangs verlief neben der Autobahn noch ein Feldweg, die letzten
2 km mussten wir dann doch noch Autobahn fahren. In Arcos gab es wie
üblich kein Hinweisschild auf den Campingplatz, durch Fragen haben wir ihn
jedoch recht schnell gefunden, war ein schöner Campingplatz.
Heute, am 1.Mai, ging
es leicht wellig durch die Berge. Anders als zeitgleich in Deutschland,
war es in Andalusien saukalt (nachmittags nur 16 grad Höchsttemperatur) und regnerisch. Wegen
des starken Regens suchten wir schon ca 10 km vor Ronda ein festes
Quartier, an Zelten war nicht zu denken. Und es regnete die ganze Nacht!
Am nächsten Morgen, 2.Mai,
hatte sich das Wetter eher verschlechtert als verbessert! Mit dem Rad
weiter zu fahren war kaum möglich. In dem Hotel war ein Restaurant/Cafe, in welchem Kraftfahrer
eine Frühstückspause machten. Nach einigen Fragen fanden wir einen
Lieferwagen, der uns mit 4 Fahrrädern und viel Gepäck bis zum Bahnhof nach
Ronda fuhr, herzlichen Dank. Dort fanden wir auch eine Zugverbindung nach
Granada, allerdings erst in zwei Stunden. So machten wir noch eine kurze
Stadtbesichtigung zu Fuß bei Kälte und Regen, bewunderten die berühmte Puente Nuevo über den Tajo sowie die originelle Stierkampfarena Plaza de
Torros. Dann versuchten wir noch Eintrittskarten für den nächsten Tag für
die Alhambra in der spanischen Bank BBVA zu bekommen, diese waren leider
schon ausverkauft.
In Granada (3.Mai)
starteten wir gleich frühmorgens zur Alhambra, erhielten
allerdings erst
Tickets zum Eintritt um 14:00 Uhr. Also wieder in die Stadt, wo wir u.a. die
gewaltige Kathedrale mit vielen Kunstschätzen besichtigten. In einem Cafe
vertrieben wir uns dann noch
bei Tapas und einem Glas Wein die
Mittagszeit. Die Tapas gibt es übrigens umsonst zu einem Glas Wein, man
muß allerdings schon mal nachfragen! Nachmittags erleben wir in der
Alhambra zauberhafte Gärten, traumhafte Teiche, in denen sich prachtvolle
Gebäude spiegeln. Die einzelnen Gebäude sind ein Wechselspiel zwischen
arabischem und europäischem Baustil - einfach beeindruckend. Das wohl
berühmteste Bauwerk in der Alhambra, der Löwenbrunnen, befindet sich zur
Zeit in Restauration.
Nach einer Reparatur von Stans
Hinterrad - die Speichen hatten sich gelockert - verließen wir Granada am
4.Mai Richtung Orgiva, meistens bergab. Damit wir die
landschaftlich wirklich sehr schöne Strecke nicht ungehindert genießen
konnten, überraschten uns zwei kräftige Regenschauer.
Am 5.Mai erlebten wir die
Großbaustelle Südspanien. Über 30km Straßenbaustelle
mit einem Belag aus
Sand und Kies, an schnelles Vorankommen war nicht zu denken. Und kurz vor Andarax ging es auch noch bergauf mit Gegenwind. Sigi ist an diesem Tag
die etwas anspruchsvollere Strecke über Busquistar, Juviles gefahren, noch
etwas bergiger und weiter, dafür aber keine Baustelle.
Nach Andarax ging es am 6.Mai noch
200 m aufwärts, dann ging es mit einigen Hügeln durchsetzt im Wesentlichen
bergab. Unterwegs überraschte uns noch ein Gewitter, für Unterstellen oder
Regenkleidung blieb uns keine Zeit. Auch ein Olivenbaum bot uns nur für
kurze Zeit einen Regenschutz. Als der kräftige Regen nicht nachließ, gab
es nur eins: Weiterfahren. Klitschnaß bei 12 grad (in Andalusien!) jagten
wir los, bis wir das Gewitter durchquert hatten. Bei dann 20 grad
trocknete unsere Kleidung durch den Fahrtwind recht schnell. Bis Almeria
gab es noch einige rauschende Abfahrten. Almeria umfuhren wir auf
Nebenstraßen, einen Zeltplatz fanden wir dann in Cabo de Gata. Wie in
Südspanien üblich, alle Plätze mit Feinkies/-splitt belegt. Eine doppelte
oder dicke Unterlage unter dem Zelt ist hier sehr wichtig!
Am 7.Mai sind wir wegen einer
falschen Auskunft erst mal 7 km Richtung Meer in
eine Sackgasse gefahren.
Nach diesen Wirrungen ging es etwas hügelig, aber auf Nebenstraßen durch
eine interessante Landschaft, rauhe Berge, wenig Vegetation, ein einmaliges
Erlebnis. Dann ging es auf der N341 bis Carboneras bergab. Nach einer
bergigen Strecke fanden wir in Mojacar einen Campingplatz, dieses mal mit
Grobkies gewalzte Plätze. Mag für Wohnwagen recht gut sein, aber heute
hatten wir Probleme mit dem Einschlagen der Häringe. Stan hatte abends
noch einen Unfall, wegen eines Sturzes zog er sich eine schmerzhafte
Rippenprellung zu, am Fahrrad waren keine Schäden.
Die Strecke am 8.Mai führte anfangs
durch langweilig und austauschbare Touristenorte. Nach Aguilas wurde es
ruhiger, weniger Strände, dafür etwas hügeliger. In den flachen Tälern
erlebten wir heute riesige folienbedeckte Gewächshäuser, teilweise war die
Folie zerrissen, wahrlich kein schöner Anblick. Kurz vor Bolnuevo war noch
ein 400m hoher Berg zu bezwingen. Für Stan, der erhebliche Schmerzen mit
seiner Rippenprellung hatte, fanden wir nach einigem Betteln einen
Lieferwagen, der ihn zum höchsten Punkt brachte.
Hajo besitzt in Bolnuevo ein Haus und aus der
geplanten zweitägigen Pause wurden wegen Stan 5 Tage. Für den unruhigen
Sigi war diese Zeit zu lang und er fuhr dann am 9. Mai schon weiter. Zu
dritt erlebten wir die ruhigen Tage und genossen die fischreiche spanische
Küche mit frischen Langustinos, Doraden und Lachs.
Die Weiterfahrt am 14.Mai verzögerte
sich etwas, da ich eine heftige Magenverstimmung hatte. Ohne
Frühstück für mich starteten wir dann doch gegen 11:00 Uhr. In Cartagena
besichtigten wir das erst 1987 wieder entdeckte römische Amphitheater. In
der Innenstadt gibt es zahlreiche prächtige neoklassizistische Gebäude,
eine Besichtigung wert. In San Javier fanden wir den miserabelsten
Campingplatz unserer bisherigen Tour. Nur Kiesplätze mit extrem harten
Untergrund. Der Platz befindet sich neben einer Groß-Autowerkstatt, in der
bis spät in den Abend laut gearbeitet wird. Er liegt verkehrsgünstig auf
der einen Seite sehr nahe an der Autobahn, auf der anderen Seite verläuft
eine Industriestraße mit Schwerlastverkehr, eine reine Industrieidylle!
Verwunderlich, daß es auf diesem Platz sehr viele Dauercamper gibt.
Am 15.Mai fuhren wir den ganzen Tag
auf der N332 mit recht nervigem Verkehr, der um Alicante noch sehr zunahm.
Alicante selbst ist ein Stadtmonster, eine Besichtigung lohnt nicht. Auf
dem Campingplatz in der Nähe von San Juan gab es wie üblich nur
Grobkiesplätze.
Bis El Bassot fuhren wir am 16.Mai
fast nur die grauenhafte N332, lediglich in Benidorm fuhren wir einen
Abstecher über die
Strandpromenade. Erstaunlich, wie voll es dort schon trotz Vorsaison war.
Bei El Bassot wimmelt es von Zeltplätzen, wir fanden einen, dieses mal mit
Feinschotterplätzen.
Nach El Bassot (17.Mai) fanden wir
einen ruhigen Radweg durch Orangenplantagen. Mit etwas Angst vor der nahen
Großstadt radelten wir
dann Richtung Valencia. Etwa 10 km vor Valencia
trafen wir einen
Radfahrer, der uns durch fast ganz Valencia führte, vielen Dank dafür.
Auf eine Besichtigung verzichteten wir, um dem Großstadtgewühl zu
entgehen. Nach Valencia mussten wir lange Strecken über schlechten Feldweg
fahren, die Nationalstraße war eine für Räder gesperrte Autobahn. Die
Zeltplatzsuche gestaltete sich heute recht schwierig, der 1. Platz war
eine Großbaustelle, der zweite wegen Vorsaison noch geschlossen, der
dritte Platz war teuer und dreckig. Die Leitung des Platzes hatte ein
Farbiger, soll keine Wertung sein, siehe aber auch 23.5.
Bis zum 22.Mai lag eine reine
Flachlandtour vor uns, teilweise auf stark befahrener Nationalstraße, teilweise auf
Nebenstraßen an breiten leeren Sandstränden entlang. Auf der N340 stört
vor allem der starke LKW-Verkehr, der die Mautgebühr auf der fast parallel
verlaufenden Autobahn sparen will. Die Badeorte sind meistens noch wie ausgestorben, wie mag es dort wohl in der Hauptsaison zugehen?
Eine kleine
Abwechslung erlebten wir während einer Einkaufspause in Chivert: eine spanische
Hochzeit. Mit einem riesigen Knallspektakel wurde das Brautpaar nach der
Hochzeitszeremonie vor der Kirche empfangen.
Am 20. Mai erreichten wir das
Ebrodelta, eine extrem flache Landschaft mit vielen Reisfeldern, eher
langweilig, ähnlich wie die Camarque, wobei die Camarque allerdings sehr
viel
abwechslungsreicher ist. Das Wetter war uns wenig freundlich gesonnen, kalt und
regnerisch mit Wind von vorn aus Norden.
Am 21.Mai fuhren wir
wir Salou, erschreckend, wie voll der feine Sandstrand schon trotz der
Vorsaison war. In Tarragona irrten wir noch etwas in der Stadt herum und
fanden auch das alte Amphitheater, ansonsten gibt es wenig Interessantes
zu sehen. Die folgenden Campingplätze liegen meistens zwischen Eisenbahn
und Nationalstraße, nicht gerade der große Hit.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Rad bis
Sitges. Aus mehreren Berichten wussten wir, wie schwierig es ist, mit dem
Rad sich durch Barcelona zu quälen. Wir nahmen deswegen einen Zug von
Sitges bis Blanes mit Umsteigen in Barcelona. Die ganze Strecke kostete nur 4,00 EUR
inclusive Radtransport. Konkurrenzlos preiswert!
Am 23.Mai fuhr ich (Ehrenfried)
getrennt von Hajo und Stan. Während Stan und Hajo
die direkte Verbindung
zu unserem nächsten Ziel - Figueras - , i.W. an der Nationalstraße entlang
fuhren, bevorzugte ich Nebenstraßen an der Küste, der Costa Brava,
entlang. Die Strecke an der Küste entlang war kurvenreich und etwas
bergig, dafür aber landschaftlich ein aufregendes Erlebnis. Leider war es
etwas diesig und somit kein Fotowetter. Später musste ich dann von Girona
bis Figueras auf der NII fahren, war katastrophal. In Figueras lohnt sich
der Besuch des Dali-Musueums, ich kannte es schon von einem früheren
Besuch. Der Zeltplatz in Figueras war miserabel gepflegt und und die
sanitären Einrichtungen dreckig, geleitet von einem Farbigen.
Am 24.Mai fuhren Stan und Hajo auf
der NII weiter, während ich wieder die landschaftlich anspruchsvollere
Strecke an der Küste entlang über PortBou bevorzugte, wunderschöne Buchten
zwischen Felsenformationen und alte, festungsartige Hafeneinfahrten boten
abwechslungsreiche Aussichten. In Banyols in Frankreich musste ich leider
auf
eine Probe des dort typischen Weines verzichten, Alkohol ist halt
nicht gut während des Fahrradfahrens. Es blieb mir nur der Anblick der
vielen Probierstuben und der Weinreben auf den Hügeln.
Die Alternativroute von Stan und Hajo führte über Le Perthus. Bis dort war
auf der NII relativ starker LKW-Verkehr, dieser musste dann aber die
Strecke verlassen. Bis Le Perthus ist eine moderate Steigung und danach
eine wunderschöne Abfahrt. Der Weg zur Küste führte auf ganz ruhigen
Nebenstrassen entlang einer schönen Weinlandschaft. An diesem Tage hatte
Hajo zwei Speichenbrüche. Bei St. Cyprien trafen wir wieder zusammen und
fuhren gemeinsam bis zum Campingplatz. Die meisten Campingplätze sind zu
dieser Jahreszeit nur schwach belegt und ev. Supermärkte oder Restaurants
auf dem Platz sind dann noch geschlossen.
zurück
(Teil2, Frankreich, Bericht von Stan)
Am Tag 25. Mai befuhren wir eine sehr schöne Strecke entlang der
Küste
in Richtung Leucate zwischen Mittelmeer und dem Leucater See. Port
Leucate ist ein besonderer Yachthafen und sehr schön angelegt. Wir haben
den Nautic Campinplatz aufgesucht und - wie schon gewohnt - nur eine
Handvoll Touristen
angetroffen.
Am nächsten Tag (26. Mai) haben wir uns in Narbonne nur kurz
aufgehalten. Der Weg nach Sete führte uns nach Agde entlang einer
Landzunge zwischen dem Mittelmeer und dem See nach Sete. Die
Jugendherberge ist auf einem Stadthügel mit einer besonderen Steigung, und
das letzte Stück konnten wir unsere Räder nur hinaufschieben. Von hier
hatten wir einen wunderschönen Panoramaüberblick über den Hafen und in
alle Himmelsrichtungen der Stadt.
An diesem Tag (27. Mai) haben wir uns etwas durchfragen müssen.
Ein
Ehepaar hat uns einen Weg aufgezeigt, der am Strand entlang führte. Somit
konnten wir nicht an der Cathedrale von Maguelone vorbeifahren. Der Zugang
zur Cathedrale von Maguelone ist nur vom Strand aus zu erreichen. Die
Cathedrale
von Maguelone ist sehr sehenswert. In Arles haben wir die Jugendherberge
aufgesucht, und die Stadtbesichtigung haben wir uns für den nächsten Tag
vorgenommen.
Der 28. Mai gehörte mit zu den besonderen Tagen. Zu Beginn haben
wir die Stadt Arles besichtigt, die mit zahlreichen antiken Überresten
hervorzuheben ist: das Amphitheater; Antikes Theater und die schönste
romanische Kirche der
Provence (die Benediktiner - Kirche St. Trophime ).
Einer der berühmtesten Einwohner von Arles war der Maler van Gogh. Der
weitere Weg nach Avignon ist sehr angenehm zu fahren, und erst auf der N7
wurde es
unangenehm. In Avignon angekommen hatten wir den ersten Blick auf
die Rhone – Brücke
der Stadt
(Pont d´ Avignon), und daneben befindet sich der gotische
Papstpalast (Palais des Papes) - eine besondere Stadt mit der Stadtmauer,
der Altstadt und den kleinen Gassen. Gegen starken Wind fuhren wir in das
bekannteste Weinanbaugebiet Frankreichs, nach Chateauneuf-du-Pape. Der
Boden der Weinfelder ist bedeckt mit großen Kieselsteinen, was dem Wein
eine besondere Note verleiht. Eine Weinprobe konnten wir am späten Abend
nicht durchführen, wir mussten das Problem des geschlossenen
Campingplatzes lösen.
Nach einer kurzen Diskussion haben wir unsere Zelte hinter einem kleinen
Haus aufgebaut, und unsere Übernachtung war gesichert.
Der Tag danach (29. Mai) hat mit einer kleinen Aufregung begonnen.
Unser Wildcamping hat sich schnell verbreitet, so dass uns ein Advocat mit
vielen Unterlagen besuchte. Die geschlossenen Türen des Hauses wurden
überprüft, ob nicht doch ein Einbruch stattgefunden hat. Kein
Erfolgserlebnis.In den
Unterlagen wurden mehrere Eintragungen vorgenommen und eine Verständigung
in anderer Fremdsprache war nicht möglich. Wie die schnellste Maus von
Mexico ist der Herr Advocat davongefahren
(hierzu keine weiteren Kommentare). Die Fahrt haben wir dann auf
Nebenstrecken bei starkem Gegenwind fortgesetzt in Richtung Ardeche. Ein
wunderschönes Gebirge und der Unterlauf des Flusses hat eine ca 30 KM
lange wildromantische Schlucht. Die am Rand des Canyons vorbeiführende
Landstraße boten uns spektakuläre Ausblicke in den Canyon und auf den
Fluss. Oberhalb des Gebirges haben wir einen Campingplatz (Ardeche Camping
le Machet) gefunden, wir hatten zu allen Räumen einen Zugang nur keine
Ansprechpartner. Nach langem Warten haben wir unsere Zelte aufgebaut. Den
Zuständigen haben wir erst am nächsten Tag getroffen.
Am 30.Mai sind wir mit einem Zweier- und einem Einer-Kanu entlang
der Wasserstrecke auf der Ardeche gepaddelt. Alle Campingplätze vermieten
Kanus und der Transport zum Anfangspunkt bzw. Endpunkt ist im Preis
enthalten. Was man unbedingt beachten sollte: Schwimmwesten müssen
getragen werden; Ein Kopfschutz ist ebenso wichtig; Alle Gegenstände
müssen befestigt oder in einem Behälter untergebracht werden; und bei
Befahren müssen die Stromschnellen frei sein. In Vallon d Árc beginnt der
30 KM lange spektakuläre Fluss mit dem 60 Meter hohen Natursteinbogen.
Hinter der ersten Stromschnelle mussten wir Ehrenfried mitsamt dem Kanu
aus dem Wasser ziehen. Die nächsten Stromschnellen lagen noch vor uns, und
Hajo und ich (Stan) sind zweimal baden gegangen. Nach einem wunderschönen
Sonnentag und einer Wildwasserfahrt haben wir Saint Martin erreicht. Hier
wurden wir abgeholt. Das besondere
Erlebnis der Wildwasserfahrt werden wir nicht vergessen.
Der Streckenverlauf am 31.Mai wurde kurzfristig geändert.
Der
gestrige Kanutransport, zum Ausgangspunkt der Fahrt, hat uns einen neuen
Weg von La Machet aufgezeigt. Zu Beginn hatten wir ein leichten Regen und
3 km vor St. Martin einen Regenguss; stark durchnässt haben wir das Hotel
erreicht.
Am Vormittag des 1.Juni schien die Sonne und der Nachmittag brachte
Regen,
Hagel und Gewitter. Die Zelte wollten wir an diesem Tag nicht
aufstellen, und durch Hilfe eines Radfahrers sind wir einem großen
Aufenthaltsraum untergebracht worden.
Am 2. Juni kurz vor Palais Ideal ein Speichenbruch bei Hajo und im
Anschluss haben wir das
Palais Ideal von aussen besichtigt. Ein Postzusteller sammelte in 33
Jahren jeden Tag Steine
und baute in diesem Zeitraum das Palais auf. Der Streckenverlauf ist sehr
angenehm, nur das Wetter war weiterhin sehr unbeständig. Der Campingplatz
in Les Arbrets ist bestens ausgestattet.
Der Streckenabschnitt (3. Juni) bis Frangy ist ruhig und beinhaltet
zum Teil lange Abfahrten. An der Rhone entlang gibt es schöne Aussichten,
und das Wetter wurde auch zunehmend besser. Kein besonderer Campingplatz
in Frangy und kann nicht empfohlen werden.
zurück
(Teil3, Schweiz, Bericht von Ehrenfried)
Am Montag, den 4.Juni trennten wir uns, ich fuhr allein weiter.
Nach einem moderaten Anstieg auf etwa 680 müNN ging es bis nach Genf
bergab. In Genf versorgte ich mich erst mal mit Landkarten
und fuhr dann
bis Nyon Küstenstrasse am Genfer See entlang. Danach wählte ich
abwechselnd den sehr gut ausgeschilderten Radweg "Jurasüdfussroute 50"
oder landschaftlich reizvollere Nebenstrassen. Insgesamt ist die
Juragegend in der Schweiz kein steiles Gebirge, sondern eher eine hügelige
Landschaft mit sanften Bergen. Vielleicht sieht man bei klarem
Wetter die im Hintergrund liegenden, höheren Berge, als ich durch die
Schweiz fuhr, war es relativ diesig und es gab nur eine relativ
eingeschränkte Fernsicht. Ich kam an diesem Tag bis Morges am Genfer See
und erreichte kurz vor einem drohenden Gewitter den sehr guten
Campingplatz. Zelt aufbauen oder nicht? Der Campingplatzbesitzer riet mir
davon ab und schickte mich lieber in das Campingplatzrestaurant. Das
Gewitter zog glücklicherweise in geringer Entfernung vorbei, und nach nur
einem Bier konnte ich dann mein Zelt auf einem samtweichen Rasen aufbauen.
Nach kurzer Besichtigung der sehenswerten
Innenstadt von Morges fuhr ich am 5. Juni anfangs die etwas
anstrengende Jurasüdfussroute 50, landschaftlich sehr reizvoll, aber
bergauf und -ab. Am Neuchateler See fuhr ich abwechselnd einen gut
ausgeschilderten Radweg oberhalb des Sees, selten aber auch auf der
nervigen Hauptstrasse mit viel Verkehr, letztere dafür aber relativ eben.
Heute begegnet man unterwegs altehrwürdige Schlösser und die
alte Stadt Stadt Orbe ist einen kleinen Abstecher wert. Kurz vor Sautz bin
ich auf einen privaten Campingplatz mitten zwischen reifen Kirschbäumen
gestoßen, die Kirschen schmeckten wirklich wundervoll.
Am 6. Juni bin ich von Biel bis kurz
vor Olten auf dem Aare-Radweg 5/8 auf autoleeren Radwegen oder Uferwegen
gefahren. In Solothurn ist eine Stadtbesichtigung ein Muss! Besonders
sehenswert sind neben den
einmalig schönen Stadtbrunnen die St-Ursen
Kathedrale und
das Rathaus.
Erwähnenswert an der Aare ist eine Storchenstation. So viele
Storchennester an einer Stelle habe ich noch nie gesehen. Ab Olten ging es dann über einen kleinen
Buckel von 230 Höhenmetern bei einer schönen Abfahrt bis nach Basel. Basel
war eine Katastrophe, und es dauerte doch einige Zeit, bis ich mit fremder
Hilfe und mehrmaliger Grenzüberschreitung den Rheinradweg Richtung Norden
gefunden hatte. Am Rhein konnte ich das Rad so richtig ausrollen lassen,
die einzige Steigung kam kurz vor dem Zeltplatz in Bamlach, etwa 50-100
Höhenmeter.
Heute (7. Juni) gab es nur eine
relativ kurze Etappe. Von Bamlach bis Neuenburg fuhr ich auf Feinkiesweg
am Rhein entlang auf deutscher Seite. Ab Neuenburg fuhr ich dann auf
französischer Seite etwa 5 km vom Rhein entfernt durch verträumte kleine
Ortschaften, durchaus zum kurzen Verweilen
einladend. Eine insgesamt
wirklich interessantere Streckenführung als der Rheinweg auf deutscher
Seite, den ich schon von anderen Touren kannte. Highlight des Tages war Neuf Breisach, ein von einer alten Festungsmauer umgebenen Stadt. Früher
war diese Stadt vielleicht uneinnehmbar, heute haben diese massiven Mauern
nur noch einen touristischen Wert.
Am
8.Juni führte mich die Route auf dem Rheinradweg bis nach Karlsruhe.
Anfangs auf Feinschotterweg auf deutscher Seite, später wechselte ich
wieder auf
die französische Seite, wo man auf verkehrsleerer
Asphaltstrasse neben dem Rhein entlang fahren kann. Kurz vor Karlsruhe
habe ich mich noch etwas verfahren, aber auch in Deutschland stößt man auf
hilfreiche Radfahrer, die durchaus einen kleinen Umweg fahren, um einem
Fremden den richtigen Weg zu zeigen.
Am 9. Juni führte mich die Route bis
Graben über einen schnurgeraden Waldweg. Bis kurz vor Heidelberg war die
Ausschilderung des Radweges sehr gut und dann machte ich den
folgenschweren Fehler, mich für die Streckenführung über Schwetzingen und
nicht über Heidelberg, zu entscheiden. Die Strecke über Heidelberg kenn
ich wirklich sehr gut. Bis Ladenburg habe ich mindestens viermal den
richtigen Weg verloren, die Ausschilderung des Radweges hörte häufig auf,
verwies teilweise in entgegengesetzte Richtungen. Letzteres war für mich
nun vollkommen unverständlich. Problem war wohl der Fährübergang über den
Neckar, der kaum durch Hinweise ausgewiesen ist. Ich war froh, als ich bei
Weinheim endlich die B3 erreicht hatte und auf mir bekannter Strecke nach
Hause radeln konnte.
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Kartenmaterial:
Als
Übersichtskarte für Spanien eignen sich die Karten vom ADAC,
Spanien-Portugal, im Maßstab 1:500000. Für Frankreich verwendeten wir die
Autokarte und Reiseguide von Marco Polo im Maßstab 1:700000. Für den
Verlauf der Rhone stand uns eine Michelinkarte im Maßstab 1:200000 zur
Verfügung. Für die Schweiz wurde eine Michelinstrassenkarte verwendet. In
Deutschland bin ich nach den Fahrradkarten des ADFC gefahren.
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