Sardinien 2009
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Sardinien im Jahr 2009

vom 14.04. bis zum 30.04.

(Bericht von Ehrenfried)

Statistik:

Datum

Strecke

km

14.4.

Darmstadt-Stuttgart-Feldkirch

418

15.4.

Feldkirch-Julierpass-Lecco-Casalpusterlengo

330

16.4.

Casal.-Pisa-Livorno-Fähre

307

17.4.

Olbia-Tortoli-Barisardo

236

18.4.

Barisardo-Arbatax-Barisardo

39

19.4.

Baris.-Arbabatx-Navaresse-Lunaschlucht-Baris.

162

20.4.

Baris.-Gairo-Strand-Baris.

149

21.4.

Baris.-Villagrande-Gairo-Seul-Esterzill-Jerzu-Baris.

191

22.4.

Baris.-Jerzu-Ballao-Muravera

164

23.4.

Murav.-Capo Ferrato-Capo Carbonara-Murav.

180

24.4.

Murav.-Cagliari-Iglesias-Nebida

178

25.4.

Nebida-St.Antioco-PortoPino-Chia-Nebida

215

26.4.

Nebida-Iglesias-St.Antonio-Oristano-St.Caterina

183

27.4.

St.Caterina-Olbia

197

 

Bericht:

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Hinter den unterstrichenen Ortsnamen befindet sich jeweils ein Link zu weiteren Informationen, einfach anklicken.

 

 Am 14.04. starteten Hans und ich von Darmstadt aus in Richtung Sardinien. Der Hinweg (rote Route) führte uns mit zwei Übernachtungen in Feldkirch, kurz vor Liechtenstein, und in Casalpusterlengo, Poebene, zum Fährhafen Livorno. Wir fuhren beide eine 125er, deswegen wollten wir in Deutschland keine Autobahn benutzen, in Italien ist es mit einer 125er verboten.

Die Alpen überquerten wir auf einer landschaftlich schönen Strecke durch Lichtenstein und über den Julierpass (2284m) vorbei am Maloja-See. Dieser war zu dieser Zeit noch mit einer durchgehenden Eisschicht bedeckt. Am Julierpass begegneten wir noch Skiläufern. Weiter ging es dann am Comer See und weiträumig an Mailand vorbei. Überrascht wurden wir von dem Apeninhöhenzug, über den wir uns in Serpentinen aufwärts und dann im dichten Nebel wieder runter schrauben mussten. Schneller als 25 kmh konnten wir wegen der eingeschränkten Sichtweite nicht fahren. Und in Italien musste ich mich mal wieder über die Verkehrsschilder wundern. Im Bereich einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 kmh wurden wir bei einer eigenen Geschwindigkeit von 70 kmh noch von LKWs im Überholverbot überholt. In der Nacht vom 16.4. auf den 17.4. übernachteten wir auf der Fähre, und kamen dann frühmorgens fast ausgeschlafen in Olbia an.

Für die Rückfahrt wählten wir die Strecke über den Brenner. Bis Lucca hatten wir einen tierisch dichten Verkehr, hinter Pavello verzögerte eine nervige Umleitung unsere Planung, an einem Tag bis zum Gardasee zu kommen. Dafür fanden wir bei Mantova ein Privatquartier, in welchem uns die Hausfrau mit einem  typisch italienischem Menu verwöhnte. Am nächsten Morgen ging es dann vorbei am Gardasee zum Brenner. Oben hatten wir nur 1 grad Celsius und ich hatte meine Winterhandschuhe verloren, fuhr nur mit Sommerhandschuhen mit Regenüberziehern. War ganz schön kalt! Vorbei an Innsbruck, fanden wir in Zirl ein Quartier. Über Mittenwald, Garmisch, Peiting, Schongau, Heilbronn ging es dann bis nach Hause, in Deutschland dann auf der Autobahn.

 

Doch jetzt zu Sardinien:

17.4. Frühmorgens gegen 7:00 Uhr erreichten wir Olbia. Anfangs haben wir uns erst mal total verfahren, schließlich rollten wir gemütlich  südwärts. Es ging bis auf eine Höhe von 1017 m mit Aussicht auf eine grandiose Landschaft. Meistens fuhren wir auf der SS125. In Arbatax fanden wir kein Quartier, in Barisado fanden wir ein sehr schönes Quartier auf einem Bauernhof.

18.4. Frühmorgens spazierten wir erst mal durch Barisardo und erledigten unsere Einkäufe. Nachmittags ging es dann noch nach Arbatax zu den berühmten roten Klippen, tiefrote Granitfelsen mitten im Wasser. Davor ein Riesenparkplatz, heute parkten dort nur zwei Autos. Wie muss das wohl im Sommer aussehen? Abends setzte leider ein leichter Regen ein.

19.4. Heute ging es über Arbatax nach Navaresse, Baunei, St. Pitro. Die kleine Kapelle St. Pitro erreicht man von Baunei aus, sie sieht aus wie eine Dorfkirche im Westernfilm. Davor weiden Schweine und Schafe. Von der Kapelle hat man einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Täler. Weiter ging es zur Lunaschlucht. Eine fantastische, abenteuerlich schöne Schlucht, die zum Wandern einlädt. Dann ging es im Regen zurück, meistens auf Serpentinen, die aber bei nasser Fahrbahn nicht der große Hit sind.

20.4. Heute fuhren wir südwärts an der an der Küste entlang über Gairo zum Strand von Tertenia, schöner Ferienort. Auf dem Rückweg über Lanusei durchs Gebirge hat uns wieder der Regen erwischt.

21.4. Hans legt heute einen Ruhetag ein, ich fahre über Lanusei steil bergauf Richtung Villagrande. Ich wollte eine Nebenstraße fahren, die ich leider nicht gefunden habe, dafür bin ich eine Nebenstrecke gefahren, die auf keiner Karte verzeichnet war. Zwischendurch wieder Regen. Bei Jerzu gewaltige Felsenformationen aus Basalt.

22.4. Heute Quartierwechsel, Bei Jerzu die fantastischen Felsenformationen noch von der anderen Seite bestaunt. Dann gemütliche Fahrt durch das Hochland. Bei Ballao überraschte uns ein Gewitterguss, Wir stellten uns unter, und als der Regen langsam nachließ, ging es weiter. Dann kam aber erst der richtige Guss, und dieses Mal ohne Unterstellmöglichkeit. Aber dann kam die Sonne und in Muravera war alles trocken. Dort hatte es gar nicht geregnet. Wir fanden ein Quartier auf einem Campingplatz zwischen Muravera und S.Priamo, der Campingplatz 4Mori, durchaus empfehlenswert.

23.4. Heute wunderschöne Küstenstrecke - die Costa Rei - gefahren. Beim Abstecher zum Capo Ferrato landeten wir wegen falscher Beschilderung in einem Feld, dann aber schöne Nebenstraße mit vielen Besichtigungsstops gefahren. Hinter Villasimius passieren wir viele große noch leere Feriensiedlungen, wie muß es hier wohl in der Hauptsaison zugehen? Auf dem Rückweg fuhren wir noch über das Capo Carbonara. Vom Parkplatz noch 15 Minuten Fußweg, lohnt sich nicht unbedingt. Heute war der erste Tag ohne Regen!!

24.4. Von Muravera auf der alten SS125 ging es heute Richtung Cagliari. Diese Strasse führt durch ein fantastisches Bergmassiv mit vielen Kurven und rauhen Felsen. Dank Navi haben wir in Cagliari schnell das Zentrum gefunden. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der Festung San Remy mit einem fantastischen Blick über die Stadt. Die berühmte Kathedrale konnten wir nur von außen besichtigen, war leider abgeschlossen. Auf der Schnellstrasse ging es dann weiter über Iglesias nach Nebida. In dem kleinen Ort war die Quartiersuche nicht einfach.

25.4. Auf Nebenstrassen fuhren wir erst nach Portoseco, reine Industriestadt. Dann nach St. Antioco, ein langweiliger Ort. Weiter ging die Fahrt an Häfen vorbei, war schon interessanter. Die Costa del Sud war der heutige Höhepunkt. Malerische Buchten mit Sandstrand, daneben schroffe Felsen, die steil aus dem Wasser aufragen. Es gab viele Stellen, einfach zum Verweilen. Am heutigen Tag fuhren wir die interesannteste Tour auf Sardinien.

26.4. Zwischen Iglesias und Guspini begeleiteten uns dichte Korkeichenwälder. In Guspini bogen wir Richtung Küste ab, wobei die Gegend zusehends flacher wurde. Bei Oristana fuhren wir dann durch eine landwirtschaftliche Kultursteppe. Weiterfahrt ohne besondere Höhepunkte. In St.Caterina fanden wir noch einen interessanten Küstenabschnitt.

27.4. Die Nacht hatte es schon durchgehend geregnet, und unsere Wirtin machte uns wenig Hoffnung auf trockene Stunden in den nächsten Tagen. Kurzentschlossen planten wir die Fahrt nach Olbia auf kürzester Strecke. Die Fahrt durch das Innland geht durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Viehherden weiden auf Feldern. Sieht fast idyllisch aus, wenn es nicht so anhaltend regnen würde. Nachmittags erreichen wir Olbia und ab mit der Fähre aufs Festland. Rückfahrt siehe oben.

Zusammenfassung: Sardinien ist für Motorradfahrer eine sehr schöne Insel. Urtümliche Landschaften, romantische Küstenabschnitte, abenteuerliche Schluchten, aber auch ein wenig Kultur. Wer Abwechslung in den Bergen sucht, kann überall lang fahren und braucht keine große Planung. Die schönsten Küstenabschnitte fanden wir im Süden der Insel.

Karten:

Für die Hin- und Rückfahrt verwendeten wir einen Navi.

Auf Sardinien fuhren wir recht gut mit der Ausschnittkarte aus der Autokarte plus Reiseguide von MarcoPolo, Italien