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Portugal - Spanien - Frankreich vom 30.04. bis zum 15.06.2006,
insgesamt 4226 km und 38961 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried und Stan)



Übersichtskarten:


Teil 1, Route in Portugal:
Tour Portugal
 

 

     Zum Bericht Teil 1(Portugal)

     Kartenmaterial Teil 1(Portugal)

     Zum Bericht Teil 2 (Spanien)

     Kartenmaterial Teil 2 (Spanien)

     Zum Bericht Teil 3 (Frankreich)

     Kartenmaterial Teil 3 (Frankreich)

 

 

 

 

 

 

 


Teil2, Route in Spanien:

 


Route Spanien

Teil 3, Route in Frankreich:

Route in Frankreich

Statistik

Datum Strecke km Summe Durch- Höhen- Summe
    km schnitt  meter Höhenm.
           
30. Apr. Flug nach Faro - Campingplatz Alohe 65 66 16 255 255
1. Mai. Alohe - Albufeira - Armacao 84 150 15,6 542 797
2. Mai. Armacao - Monchique - Armacao 98 248 16,2 976 1773
3. Mai. Armacao - Lagos - Sagres 82 330 14,7 726 2499
4. Mai. Sagres - Cabo de San Vicente - Sagres 42 372 12,5 255 2754
5. Mai. Sagres - Aljezur -Z ambujeira de Mar 84 456 13,7 800 3554
6. Mai. Zamb. - Sines - Brescos 110 566 17 634 4188
7. Mai. Brescos - Setubal - Sesimbra 100 666 14,2 855 5043
8. Mai. Sesimbra - Almada - Lissabon 48 714 13,7 557 5600
9. Mai. Lissabon 0 714 0 0 5600
10. Mai. Lissabon - Sintra - Ericeira 75 789 13,3 1022 6622
11. Mai. Ericeira - Peniche 73 862 13,1 756 7378
12. Mai. Peniche - Nazare - Coimbrao 107 969 16,5 700 8078
13. Mai. Coimbrao - Figueira - Mira 93 1062 15,5 523 8601
14. Mai. Mira - Porto (Madalena) 100 1162 16,4 468 9069
15. Mai. Porto 0 1162 0 0 9069
16. Mai. (Porto - Caminha) - Baiona,Spanien 50 1212 15,1 356 9425
17. Mai. Baiona - Vigo - Saxenxo 76 1288 15,3 665 10090
18. Mai. Saxenxo - Vilagarcia - Noia 80 1368 14,8 985 11075
19. Mai. Noia - Muro - Fisterra 96 1464 14,8 1120 12195
20. Mai. Fisterra - Negreira - Santiago de Comp. 105 1569 13,4 1728 13923
21. Mai. Santiago de Compestella 0 1569 0 0 13923
22. Mai. Santiago - Melide - Pals de Rei 70 1639 13,6 1227 15150
23. Mai. Palas - Portomarin - Samos 76 1715 12,9 1293 16443
24. Mai. Samos - Alto de Poio - Ponferrada 89 1804 14,6 1241 17684
25. Mai. Ponferrada - Cruz de Ferro - Astorga 80 1884 12 1308 18992
26. Mai. Astorga - Leon - Sahagun 99 1983 15,7 538 19530
27. Mai. Sahagun - Fromista - Castrojeriz 94 2077 14,8 476 20006
28. Mai. Castrojeriz - Borgos - Belorado 100 2177 14,7 795 20801
29. Mai. Belorado - Navarette - Estella 129 2306 17,3 1189 21990
30. Mai. Estella - Pamplona - Espinal 94 2400 12,6 1548 23538
31. Mai. Espinal - St Jean - Navarrenx 95 2495 15,2 997 24535
1. Jun. Navarrenx - Aire sur l'Adour 95 2590 15,8 958 25493
2. Jun. Aire s. - Condom - Lectoure 112 2702 15,3 1287 26780
3. Jun. Lectoure - Moissac - Cahors 127 2829 15,6 1183 27963
4. Jun. Cahors - Cajarc - Capdenac 97 2926 16,9 385 28348
5. Jun. Capdenac - Conques - St Come d'Olt 112 3038 16,9 642 28990
6. Jun. St. Come - Aubrac - Saugues 102 3140 12,6 1731 30721
7. Jun. Saugues - Le Puy 66 3206 15 839 31560
8. Jun. Le Puy - Riotord - St Chamont 115 3321 14,3 2011 33571
9. Jun. St Chamont - Montrottier - Cublize 131 3452 14,5 2051 35622
10. Jun. Cublize - Cluny 75 3527 15,2 948 36570
11. Jun. Cluny - Chalon - Saint Seine 128 3655 17,6 392 36962
12. Jun. Saint Saine - Auxonne - Lure 149 3804 17,9 1097 38059
13. Jun. Lure - Breisach - Rhinau 154 3958 19 591 38650
14. Jun. Rhinau - Karslruhe 137 4095 19,2 157 38807
15. Jun. Karslruhe - Speyer - Darmstadt 131 4226 18,7 154 38961

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 Bericht:

Teilnehmer: Ehrenfried, Stan, Sigi und Detlef.
Teil 1(Portugal):
Am 30.04. ging es frühmorgens zum Flughafen Frankfurt, das Fahrrad in einer dicken Folie verpackt, Pedale nach innen, Lenker quergestellt und noch einiges Gepäck an den Rahmenstangen befestigt. Auf dem Flughafen traf ich Detlef, wir fuhren mit der gleichen Maschine. Abflug 6:00 Uhr, Ankunft in Faro 9:00 Uhr. In Faro erwartete uns schon Sigi, der einen Tag früher geflogen war. Nach dem Zusammenbau der Räder ging es dann zum Zeltplatz in Alohe. Der Zeltplatz in Faro wurde letztes Jahr aus hygienischen Gründen (Gerücht?) geschlossen. Abends kam dann noch Stan mit dem Flugzeug aus Hannover und wir waren komplett.

1. Mai: Alohe - Albufeira - Armacao:  In Faro brauchten wir lange, bis wir endlich die richtige Ausfallstrasse gefunden hatten. Wir wollten ursprünglich auf Nebenstrassen in Strandnähe fahren, aber dazu hätten wir ein MTB ohne Gepäck gebraucht. Also über die stark befahrene N125! Wir bekamen relativ schnell zu spüren, daß Küstenstrassen doch recht bergig sein können. Albufeira ist ein häßlicher, austauschbarer Touristenort, Armacao ist da noch etwas urtümlicher. Auf dem Zeltplatz in Marcao blieben wir 2 Nächte.

 

2. Mai: Detlef hat uns aus privaten Gründen schon verlassen, schade. Ohne Gepäck unternahmen wir heute eine Trainingstour in die Berge nach Monchique. Monchique wird in einigen Reiseführern als sehenswert beschrieben, wir empfanden das nicht ganz so. Interessanter ist da schon Silves mit einer alten Kirche und einer alten Maurenfestung.

03.05. Heute ging es nach Sagres. Bis Lagos verlief die Strecke etwas flacher, danach ging es dann doch etwas hügeliger zu. Ab Burgos fuhren wir nahe der Küste auf Nebenstraßen, romantische Badebuchten wechselten sich ab mit schroffen Felsenküsten, traumhaft schön!

Am 04.05. unternahmen wir einen Trip an die Südwestspitze Europas, dem Cabo de Sao Vicente. Wegen der Nebensaison war der Touristenrummel noch nicht so groß und der deutsche Bratwurststand mit echt Thüringer Bratwürsten (!) machte nur wenig Umsatz, obwohl man dort die letzte Bratwurst vor Amerika kaufen konnte. Aber wir wollten ja nicht nach Amerika. Auf der Rückfahrt genossen wir noch die einmalige wilde Blumenlandschaft im Frühjahr. Nachmittags Besichtigung der Festung in Sagres. Diese Festung liegt auf einer Landzunge und hat Festungsmauern nur zur Landseite. Auf den Meerseiten ist sie durch die Steilfelsen vor Angriffen geschützt. Sehenswert in dieser Anlage ist eine kleine Kapelle und ein geometrisches Bodenmosaik mit Darstellung der Kompaßrosette.                                            
 
                                 
                                                                                   

Auf verkehrsarmen Nebenstraßen ging es am 05.05. Richtung Zambujera, manchmal grobe Schotterstraßen zu lauschigen Buchten, mal asphaltiert. Bemerkenswert sind die in kräftigen Farben blühenden Blumenfelder, sicherlich nur kurze Zeit im Frühjahr zu erleben. Auf dem Zeltplatz in Zambujera erlebten wir abends noch eine böse Überraschung. Bei der Rückkehr aus dem Restaurant stellte Stan einen großen Riß in einem Innenzelt fest, Was fehlt? Wer hat eingebrochen? Was ist mit den anderen Zelten? Die anderen Zelte waren glücklicherweise in Ordnung. Im Zelt von Stan fehlte ein Stück Brot und ein Stück Wurst. Die Verpackung der Wurst lag leer vor dem Zelt. Vermutlich eine Katze o.ä. hat das Zelt beschädigt. Der Riß ließ sich glücklicherweise mit Klebeband notdürftig reparieren. Lerneffekt: Nie Eßwaren im Zelt lagern!!

Am 6. Mai fuhren wir anfangs auf Nebenstraße, wieder vorbei an herrlich blühenden Feldern. Später mußten wir auf die Nationalstraße ausweichen und Sines umfuhren wir sogar auf einer für Radfahrer zugelassenen Autobahn. Eigentlich gar nicht so schlecht, da man auf einer relativ breiten Standspur fahren kann, besser als auf der Nationalstraße mit nur schmalem Mehrzweckstreifen. Nervig aber trotzdem wegen der höheren Geschwindigkeit der Fahrzeuge.

Am 7. Mai ging es bei leichten Gegenwind über Setubal nach Sesimbra. Die Strecke führt kilometerweit durch Kiefernwälder, ein großer Kontrast  nach den bunten Blumenfeldern an den Tagen vorher. Setubal hat eine sehenswerte, malerische Altstadt, typisch portugiesisch. Bei Setubal überquerten wir den Rio Sado mit einer Fähre. Nach Sesimbra wollten wir ursprünglich die Küstenstraße fahren, die war wegen Bauarbeiten gesperrt, die zweite Straße an der Küste führte durch ein Krankenhaus, für Durchgangsverkehr auch gesperrt. Also wieder auf die Nationalstraße. In Sesimbra war der Campingplatz noch geschlossen, so daß wir in einem Privatquartier übernachten mußten, einen geeigneten Platz für wildes Camping haben wir nicht gefunden.

Am 8. Mai ging es dann weiter nach Lissabon. Kurz hinter Sesimbra galt es einen etwa 200 m hohen Anstieg zu überwinden. Die folgende Strecke führte auf der Nationalstrasse entlang, die extrem stark befahren war. In Lissabon übernachteten wir 2 Nächte auf Stadtcampingplatz, mit dem Rad schwer zu finden. Für Lissabon nahmen wir uns den ganzen nächsten Tag Zeit zur Besichtigung. Sehenswürdigkeiten sind u.a. das Hieronymitenkloster, Tore de Belem, Ponto Vasco da Gama, Alfama (Altstadt). Aber hier muß letztlich jeder für sich selbst entscheiden. 
                                                   
                                       

Am 10. Mai kämpften wir uns dann auf Umwegen und über Kreiselverkehre mit rücksichtslosen Autofahrern über Sintra bis nach Ericeira. In Sintra schauten wir uns das in Stadtmitte gelegene Schloß mit den beiden gewaltigen Schornsteinen an. Dann wollten wir noch den Pena-Palast (auch Bunter Palast benannt) besichtigen. Doch der lag immerhin auf etwa 450 m Höhe. Leider benötigten wir für diese Steigung zu viel Zeit, daß wir auf eine Besichtigung verzichten mußten. Wir sahen ihn nur aus der Ferne.

Am 11. Mai ging die Fahrt bis Peniche an der Atlantikküste entlang. Kurze aber heftige Steigungen und Gegenwind machten uns die Fahrt schwer. Vor Peniche ist die allgemeine Zufahrtsstraße für Radfahrer gesperrt. Über Feldwege und Wohnstraßen und über ein nur kurzes Reststück Autobahn kamen wir dann doch noch nach Peniche. Der Zeltplatz war im Prinzip eine Sanddüne, dafür aber preiswert, nur 2,00 EUR pro Person und Zelt. Abends unternahmen wir einen Ausflug zu der unbedingt sehenswerten wildromantischen Steilküste und dem Cabo Carvoeiro.


Die Sehenswürdigkeit des nächsten Tages, dem 12. Mai, ist die Stadt Obidos. Diese Stadt ist von einer gut erhaltenen Festungsmauer umgeben, das Stadtbild wird von engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und vielen Souvenirläden geprägt, unbedingt sehenswert, aber vermutlich während der Hauptsaison überfüllt. Vorbei ging es jetzt an Praia und an weiteren kleinen und leeren Touristenorten. Die Straße hatte einen abgetrennten Radweg (!), den wir aber wegen des geringen Verkehrs nicht benutzten. Wie wird es hier wohl an den kilometerlangen Sandstränden im Sommer aussehen?
Landschaftlich war die Strecke sehr schön, abwechselnd
Kiefernwälder und weite Sandstrände. Übernachten wollten wir in Pedrogao, doch der Zeltplatz hatte noch geschlossen, in Coimbrao fanden wir einen Zeltplatz unter deutscher Leitung, sehr sauber, dichtes grünes Gras, wirklich ein empfehlenswerter Zeltplatz. Dort lernten wir auch: der Wind kommt aus Nordwest bei schönem Wetter, aus Südwest bei schlechtem Wetter. Wir hatten die ganzen Tage schönes Wetter, also den Wind von vorn.

Am 13. und 14 Mai ging es auf ging es teilweise auf Nebenstraßen und Nationalstraße bis nach Porto. Den auf unserer Karte verzeichneten Zeltplatz in Porto gab es nicht mehr, den Zeltplatz an der Küste haben wir nur mühsam gefunden, der war auf unserer Karte nicht verzeichnet.

Am 15. Mai besichtigten wir die alte Stadt Porto. Dabei sollte man unbedingt die öffentlichen Nahverkehrsmittel benutzen. Mit dem Fahrrad ist es lebensgefährlich auf den verkehrsreichen und engen Straßen. Eine Besichtigung von Porto empfehle ich jedem, der dort hinkommt, vielleicht sollte man sich dafür zwei Tage Zeit lassen.

Am 16. Mai fuhren wir von Porto bis zur spanischen Grenze mit dem Zug. Die Gegend dort ist dicht besiedelt, und wahrscheinlich würde die Tour weitestgehend über stark befahrene Hauptstraßen gehen.                                                                                              

Kartenmaterial: Sehr gute Dienste leistete uns die Autokarte plus Reiseguide von MarcoPolo für Portugal im Maßstab 1:300000. In Ballungszentren versagte die Karte und einige Straßen waren nicht verzeichnet, aber insgesamt recht gut. Der beiliegende Reiseführer ist für eine erste Information voll ausreichend.

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Teil 2 (Spanien):

Am 16. Mai (Porto bis Baiona)  In Caminha angekommen ist noch ein wenig Zeit vorhanden gewesen zur Besichtigung der wunderschönen Kirche Matriz. Den Weg zum kleinen Bootsanleger haben wir gleich gefunden, und hatten keine lange Wartezeit auf die Fähre nach Camposancos (Spanien). In Spanien angekommen wurden wir gleich mit einem kleinen Anstieg begrüßt. Nach Baiona waren es nur noch 30 km und auf der Strasse 552 war wenig Verkehr, und wir hatten wunderschöne Aussichten in Richtung Meer (endlich eine kleine Flachetappe). Auf dem Campingplatz war wenig Betrieb, alle Geschäfte waren geschlossen.

Am 17. Mai (Baiona, Vigo, Pontevedra, Portonova) Endlich Rückenwind  nach Vigo und mit der Fähre nach Cangas. Die Benutzung der Fähre ist hier zu empfehlen, weil nicht ersichtlich war, ob eine Überquerung der Brücke per Rad möglich ist. Eine hügelige und zum Teil sehr anstrengende Strecke folgten. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, und der erste Tag endete mit einem Regen. Kurzfristig haben wir unsere Zelte auf dem Campingplatz "Campng Aironos do Mar" aufgebaut.

Am  18. Mai  (Portonova, Vilagarcia, Noia) Die ersten Kilometer wieder Rückenwind auf der N 550/549 nach Vilagarcia. Eine schöne Strecke nach Noia mit vielen schönen Aussichten und die Verbindungsstrasse von Acuncheir nach Noia ein großes Felsenmeer. In Noia angekommen, mußte Stan eine Werkstatt aufsuchen, die Speichen am Hinterrad mußten nachgezogen werden. Ein Dank an die Werkstatt für eine besonders schnelle und herzliche Unterstützung. Das Wetter wurde schlechter, und vor der Entscheidung zur Weiterfahrt stand ein großes Fragezeichen. Der Inhaber hat uns das Hostal Valadares in der Nähe des Parks empfohlen. Diese Unterkunft hat ein gutes Preis- / Leistungsverhältnis, und wir blieben dort.

Am  19. Mai  (Noia, Muros, Fisterra) Eine Bergetappe mit mehreren Auf- und Abfahrten, schönen Ausblicken, bunten Landschaften und schönen Stränden und Buchten. Das Wetter war sehr kühl, aber kein Regen. Der Campingplatz vor Fisterra war geschlossen, also fuhren wir weiter bis zu einem Hotel in Fisterra. Ohne Gepäck ging die Fahrt weiter zum Cabo de Fisterra (Kap), um am Pilgerschuhdenkmal den besonderen Tag zum Abschluss zu bringen. Das Abendbrot im Restaurant Palaxa mit einem schönen Ausblick zum Hafen ist besonders zu empfehlen.

Am  20. und 21. Mai  (Fisterra, Brasal, Bainas, Negreira, Santiago de Compostella) Weiter an einem kühlen Tag und dazu Regen. Auf einem Anstieg hinter Brasal bekam Stan´s  Rad einen Speichenbruch, und der Rückweg nach Brasal war vorprogrammiert. Hier haben wir uns getrennt, um uns später nach sehr regenreicher Fahrt an der Kathedrale in Santiago de Compostella wiederzutreffen. Danach fuhren wir gemeinsam zum Campingplatz (es regnete gerade mal nicht) und haben unsere Zelte aufgebaut (sehr stürmische Nacht).  Am nächsten Tag haben wir eine Stadtbesichtigung und Besichtigung der gewaltigen Kathedrale (Grab des Apostels Jakobus) durchgeführt. Die Stadt ist eines der bedeutendsten Pilgerziele der Christenheit und ist mit Romanik- und Barockbauten versehen. Um 12:00 Uhr erlebten wir die spezielle Messe für die Pilger. Alle Pilger, die sich am Tag zuvor im Pilgerbüro angemeldet haben, werden nach Herkunft und Anzahl aufgeführt und es wird der Pilgersegen in der zugehörigen Sprache erteilt. Zum Abschluß der Messe erlebten wir das beeindruckende Pendeln des gewaltigen Weihrauchgefäßes.

Am  22. Mai  (Santiago de Compostella, River, Azura, Palas de Rei) Wir sind sehr spät vom Campingplatz aufgebrochen, unsere Zelte waren noch nicht ganz trocken. Am Monte de Gozo haben wir ein kleine Pause einlegen müssen, der Regen hatte uns wieder. Nach einem kurzem Aufenthalt und Besichtigung eines großen Pilgerdenkmals fuhren wir weiter auf der N 547 nach Azura. Auf dem weiteren Weg finden sich reichlich kleine Bauerndörfer mit dekorativen Maisspeichern (horreos). Diese Maisspeicher haben pilzförmige Stelzenfüße zur Abwehr von Mäusen. Laut Bikeline geht der Radweg auf dem Pilgerweg weiter, aber mit Gepäck und bei Nässe haben wir die Weiterfahrt auf dem Pilgerweg aufgegeben. So fuhren wir weiter auf der  N 547 in Richtung Palas de Rei. Das feuchte Wetter hat das Zelten nicht zugelassen. Im Hostal Parrillada Ponterroxan vor Palas de Rei ( 574 Höhenmeter) konnten wir abends essen und übernachten.  

Am  23. Mai  (Palas de Rei, Potomarin, Sarria, Samos) Die Wegstrecke ist recht hügelig, auf der Strasse Nr. 633 fuhren wir in Portomarin ein. Der alte Ort versank 1962 in den Fluten des Stausees. Aber Portomarin hat man trotzdem erhalten, es liegt auf einer höheren Stelle. Zuvor hat man die wichtigsten Bauten des Ortes (Treppe, Kirche, Häuser, zwei Stadtpaläste) abgetragen und wieder aufgebaut. Vor Sarria ist ein Anstieg auf 700 Höhenmeter, und im Anschluss geht es den Berg wieder schön herunter. Sigi hat hier die Hinterfelge seines Rades durchgebremst und mußte  Hinterrad und Bremsbeläge wechseln. Da die Geschäfte erst 16:00 Uhr öffnen, sind Stan und ich vorgefahren, um in Samos einen Campingplatz zu finden. In Samos hätten wir auf der grünen Wiese unsere Zelte aufschlagen können, es war immerhin der offizielle Zeltplatz, aber ohne Wasser und Toilette. Nach Besichtigung der Pilgerherberge „San Julian de Samos“ haben wir uns für das Hotel Restaurante A Veiga entschieden. Das Hotel war immerhin 5,00 EUR preiswerter als eine private Pilgerherberge.

Am  24. Mai  (Samos, Cebreiro, Ponferrada) Der heutige Tag: ein harter Weg beim Aufstieg auf 8 km eine Steigung von 7% auf 1330 Höhenmeter zum Alto do Poio und bei Sonnenschein die schönsten Ausblicke über die grünen Berge, Hügel und Täler von Galicien. Nach Erreichen des Gipfels haben wir den Entschluß von Sigi´s  Heimreise entgegengenommen. Es waren mit ihm zusammen vier schöne Wochen gewesen. An dem schönen echten Bergdorf Cebreiro hielten wir kurz an, sehenswert. Zum Glück sind wir nicht sonntags eingetroffen wegen des Touristenstroms. Eine schöne lange ca. 50 Kilometer Abfahrt schloß sich an. In Ponferrada angekommen sind wir in der neuen Pilgerherberge „Iglesia de Carmen“ geblieben und konnten unsere Zelte im Vorgarten aufschlagen. In Ponferrada liegt die Altstadt ein wenig abgetrennt von den neuen Bauten. Die Tempelburg über dem Rio Sil ist sehr gut von außen anzusehen, die Besichtigung im Inneren der Burg ist nicht zu empfehlen.

Am  25. Mai  (Ponferrada, Acebo, Cruz de Ferro, Rabanal del Camino, Astorga, Hospital de Orbigo) Der zweite harte Weg steht uns am heutigen Tag bevor, und gleich hinter Acebo (ein schöner Ort einschließlich einer schönen Brücke) ein Anstieg auf 1550 Höhenmeter. Auch dieser Tag bietet bei Sonnenschein die schönsten Ausblicke über die grünen Berge und zum Schluss noch eine kurze Steigung von 15 %. Ein eindruckvoller Tag über den einsamen Montes mit dem Denkmal des Pilgerkreuzes „Cruz de Ferro“, wir haben hier unsere mitgebrachten Steine von zu Hause abgelegt, stellvertretend für die Entledigung von unseren Lasten. Wieder eine schöne Abfahrt und kurz vor Astorga eine besondere Ortschaft „Castrillo de los Polvazares“, die rote Stadt. Alle Häuser, Kirche, der  Straßenbelag haben eine rote Farbe des Erdbodens. Hier erlebten wir auch spanische Mentalität: die Stadt war so gegen 14:00 Uhr wie ausgestorben, nur aus den Cafes drangen die Stimmen der diskutierenden Männer. Weiterfahrt nach Astorga, genannt auch römische Astorga mit der römischen Stadtmauer, Häuser und Thermen. Die Kathedrale „ Santa Maria“ ist besonders sehenswert mit dem riesigen Hochaltar, dessen Figurenfülle ihresgleichen sucht. Im nächsten Ort, in Hospital de Orbigo, war der örtliche Campingplatz noch geschlossen und nur am Wochenende geöffnet. In der Alberge Sant Miguel war es möglich, das Zelt im Vorgarten aufzustellen.

Am  26. Mai  (Hospital de Orbigo, Leon, Sahagun ) Die Sonne hat uns wieder. Es wird zunehmend wärmer und Leon, die Kathedralenstadt, ist vor uns und die Kathedrale „ Santa Maria de la Regla“  ist großartig. Ihre Besichtigung ist ein Erlebnis besonderer Art. Imposante Fassaden, flankierende Türme, eine Vorhalle mit drei Portalen und die hochgotische Verglasung sind wahre Wunderwerke. Vor Burgo Ranero mußten wir einen Halt einlegen, und Ehrenfried mußte an seinem Rad die Zähnkränze hinten nachziehen. Hier ein Zufall und Glück für eine deutsche Pilgerin Sie hatte in der Nachmittagssonne bei 30 Grad kein Wasser, womit wir ihr weiterhelfen konnten. In der nächsten Ortschaft wurde mein Behälter mit Wasser aufgefüllt. Ein Campingplatz in Sahagun hatte geöffnet, und wir haben unsere Zelte gleich aufbauen können. In der Stadt ist das Kloster verschwunden, aber der Kirchturm mit einem Bogen sind noch gut erhalten.

Am  27. Mai  (Sahagun, Fromista, Catrojeriz ) Ehrenfried ist eher losgefahren, und ich hatte so einige Probleme mit meinem Magen. Nach einiger Zeit habe auch ich die Fahrt aufgenommen und Ehrenfried eingeholt. In Fromista steht die älteste romanische Kirche Spaniens, leider waren die Türen geschlossen. Heute war es eine Etappe, auf der man nachdenken kann: stundenlang Felder, Felder, flaches Land und Lehmbauten. Im Castrojeriz (Pelegrino) angekommen wurden wir herzlich empfangen und konnten uns gleich für das gemeinsame Abendbrot anmelden. Nach dem Abendbrot beim Lagerfeuer und Gitarrenklängen konnten wir uns ein wenig von dem anstrengenden Weg erholen. Von hier nochmals ein Dankeschön an die oasistrails Organisation. (http://www.oasistrails.org/Groot/Index.htm)

Am  28. Mai  (Catrojeriz, Burgos, Belorado) Kennzeichnend für die Strecke war die landschaftliche Schönheit (Mohnfelder), die Überquerung des Monte de Oca und die Einsamkeit. Auch in Burgos ist die Besichtigung der Kathedrale ein Muss. Das Innere der Kathedrale hat uns sehr beeindruckt, mehr als ein Dutzend größerer und kleinerer Kapellen umgeben die dreischiffige Kirche. Der Weg nach Belorado ist verbunden mit einem Anstieg auf 898 Höhenmeter und hier haben wir unsere Zelte aufgeschlagen.

Am  29. Mai  (Belorado, Santo Domingo de la Calzada, Estella) Als Santo Domingo de la Calzada zum Bischofssitz erhoben worden ist,  konnte sich der Ort auf dem Jakobsweg als eine wichtige Station für  Pilger behaupten. Im Ort die romanisch-gotisch-barocke Kathedrale und im Inneren der Kathedrale besonders schön gearbeitete Kapitelle. Aber die eigentliche Berühmtheit ist der Hühnerkäfig an der südlichen Westwand, der einen Hahn und eine Henne enthält. Sage: Wenn der Hahn kräht, während man in der Kathedrale ist, bringt das Glück für den Pilger. Dieser Brauch stammt aus der Legende einer deutschen Pilgerfahrt- Familie. Heute sind zwar noch Hähne in der Kirche, aber das Krähen kommt aus einem Lautsprecher!  Nach einer kleinen Weinprobe in einer Bodega fuhren wir weiter auf der N111 zum Campingplatz in Estella, und hier konnten wir unsere Zelte (bei 25 Grad) aufbauen.

Am  30. Mai  (Estella, Puenta la Reina/Gares, Pamplona) Auf dem Weg nach Pamplona lag vor uns im Ort  Puenta la Reina/Garas die berühmte romanische Brücke. Diese Brücke wird heute nur von den Fußgängern und Radfahrern benutzt. Der Doppelname des Ortes weist darauf hin, daß wir uns im Baskenland befinden. Hier im Ort sind drei bedeutende Kirchen und diese sind auch gut erhalten. Das Wetter ist gut, aber ein starker Wind von vorne und vor Pamplona mussten wir einen Anstieg (mit Gegenwind) nach Ruinas auf 780 Höhenmeter leisten. Nach Pamplona rein fuhren wir allerdings bergab auf der Autobahn! In Pamplona angekommen haben wir uns zuerst für die Weiterfahrt Kartenmaterial organisiert. Hier ein kleiner Ansturm von Jugendlichen, die unsere spanische Flagge verbrennen wollten. Nach diesem Erlebnis habe ich meine spanische  Flagge abgebaut (das Baskenland!!!). Nach einer kurzen Besichtigung des Rathauses, Plaza del Castillo fuhren wir weiter zur Kathedrale. Die Besichtigung der Kathedrale war nicht möglich, da diese um 14.00 Uhr die Türen schließt. Hier haben wir uns getrennt - Ehrenfried nach Frankfurt und ich nach San Sebastian und von dort nach Bilbao mit dem Besuch des Guggenheim Museums.

Höhenprofil:

 

Kartenmaterial: Bis kurz vor Leon reichte noch die MarcoPolo-Karte von Nordportugal. Vorteil: der Jakobsweg ist auf dieser Karte ausgewiesen. Weiterhin hatten wir noch das Buch von Teklenborg und den Bikelineführer Jakobsweg und wir kauften uns noch die Michelinkarte Nr.575, Nordspanien. Der Bikelineführer verwies häufig auf den Wanderweg, der jedoch nicht immer mit unseren Fahrrädern zu befahren war. Im Zusammenhang Teklenborg und Landkarten konnte man sich jedoch sehr gut orientieren.

zum Anfang

Ab Pamplona geht es für mich nun allein weiter. Meine Mitstreiter/-radler hatten doch etwas terminliche Probleme. Sigi hatte uns schon wenige Tage zuvor verlassen, Stan hatte seinen Rückflug von Bilbao aus schon lange vorher gebucht.

Im Wesentlichen folgte ich jetzt dem Jakobsweg, wie er im Buch von Teklenborg beschrieben ist. Die Route führte i.a. auf leeren Nebenstraßen entlang, dafür ging es bergauf und –ab. Insbesondere im Zentralmassiv hatte ich manchmal schwer zu kämpfen, wurde dann aber wiederum durch lange Abfahrten belohnt. Bei Cluny verließ ich allerdings den Jakobsweg, dessen Route mich noch über den Ballon d’Alsace geführt hätte. Das wollte ich mir ersparen und wählte die Route Richtung Mühlhausen auf Nebenstrassen, dann den Rhein entlang bis Worms.

 Teil 3 Frankreich:

Am 30.Mai (Pamplona-Espinal) ging es von Pamplona auf Nebenstrassen Richtung Roncesvalles. Der Zeltplatz liegt etwas vor Roncesvalles in Espinal. Ich erreichte den Zeltplatz etwas verspätet erst gegen 18:00 Uhr. Da war es schon saukalt! Nur noch 11 grad! Nach einer warmen Dusche verziehe ich mich in mein Zelt, in der Nähe war kein Restaurant. Immerhin etwas wärmer war es im Zelt. Glücklicherweise hatte ich genug zum Essen und ein Gläschen Rotwein stimmte mich ein auf die kühle Nacht.

 

Am 31. Mai (Espinal-Roncesvalles-Navarrenx) ging es dann nach Roncesvalles, nur ein Kloster, aber fast in jeder Karte verzeichnet. Im Kloster gibt es eine berühmte schwarze Marienstatue, sehenswert! Dann ging es 12 km bergab. Anfangs war es noch sehr kalt, aber talwärts wurde es dann doch etwas wärmer. In St. Jean Pied de Port mit einer schmucken Altstadt lohnt sich eine kleine Pause, dann geht es weiter am Fuß der Pyrenäen entlang. Die Landschaft vor den Pyrenäen erinnert mich etwas an das Allgäu, ebenso die grüne Landschaft. Heute geht es bis Navarrenx. Schon aus der Ferne sieht man die Stadt auftauchen mit ihren gewaltigen Festungsmauern.

 

Am 1.Juni (Navarrenx-Air sur l’Adour) geht es auf Nebenstraßen weiter bis nach Air sur l’adour. Die Straßen sind recht hügelig, zwischendurch bieten sich jedoch berauschende Ausblicke auf die Pyrenäen. Es war nicht immer leicht, die Strecke nach dem Buch von Teklenborg zu finden, zwischendurch mußte ich dann auch mal die Hauptstraße entlang fahren. Der 2. Juni (Aire sur l’Adour- Montreal – Condom – Lectoure) führt mich ebenfalls auf Nebenstraßen durch eine abwechslungsreiche, sehr hügelige Landschaft mit romantisch gelegenen kleinen Ortschaften. Sehenswert auf dieser Etappe ist die Kathedrale in Condom, insbesondere das Eingangsportal.

 

Am 3. Juni ( Lectoure – Moissac – Cahors) ging es bis Moissac nur bergauf und –ab, und ich wünschte mir mal eine ebene Strecke von 200 Metern, vergebens. In Moissac Besichtigung der Kathedrale, das Portal ist eines der bedeutendsten Werke romanischer Bildhauerkunst. Im Gegensatz zu den prunkvollen Gold- und Silberaltären in Portugal und Spanien sieht man in dieser Kathedrale, wie auch in anderen französischen Kirchen, einen schlichten Altar, ganz aus weißem Marmor. Probleme hatte ich, aus Moissac herauszufinden. Ein Franzose gab mir erst Auskunft, nachdem ich ihm auf der Karte genau erklärt hatte, woher ich komme und wohin ich will. Schließlich erklärte er mir mit vielen Gebärden und auf französisch den falschen Weg! Nach etwa zwei Kilometern fand ich jemand, der etwas Englisch konnte, also wieder zurück und dann doch noch den richtigen Weg gefunden. Die Strecke führte jetzt entlang der Lot, schöne Gegend, wenig Verkehr und wenig Steigungen.

 

Am 4. Juni (Cahors – Cajere – Capdenac) besichtigte ich erst mal Cahors und die berühmte Verteidigungsbrücke Pont Valente, mit der sich viele Sagen verbinden. Dann gab es eine vergnügliche Flachlandfahrt entlang der Lot, ein berauschend schönes Flußtal, mal weit und lieblich, mal eng mit schroffen, steilen Felsen. Die Straße führte teilweise durch Tunnel.

Der 5. Juni (Capdenac – Conques – St.Come d’Olte) gestaltete sich ähnlich schön wie der Tag zuvor. Sehr empfehlenswert ist ein etwa 10 km weiter Abstecher nach Conques an der Ouche. Dies ist ein alter Ort mit Klosterkirche, die Häuser sind mit Bruchsteinmauerwerk erbaut, die Dächer mit Steinschindeln gedeckt.

 

6. Juni (St. Come – Aubrac - Aumont – Saugues) Gleich nach dem Frühstück waren ohne langes Einfahren etwa 1000 Höhenmeter zu erklimmen! Ganz schön hart. Die Ebene von Aubrac ist trostlos, viele Steine, wenig Bäume, aber trotzdem reizvoll. Nach Aumont wurde die Gegend bewaldeter und lieblicher, eine schöne Strecke. Aber verdammt – der Wind kam nachmittags von vorn.

 

Heute, am 7. Juni, gab es nur eine kürzere Etappe bis Le Puy. Dort suchte ich wegen einer leichten Acht im Hinterrad eine Fahrradwerkstatt, zusätzlich 20 km! Le Puy ist unbedingt sehenswert, die Besichtigung der Kathedrale ist ein Muß. In der Kathedrale ist eine schwarze Madonna, warum ist eine schwarze Madonna eigentlich etwas Besonderes? Imposant sind auch die Statuen und die Kirche St. Michel, die auf sog. Vulkannadeln errichtet sind.

 

8. Juni (Le Puy – Riotord – St. Chamont) Nach einem Start über die Autobahn fand ich nach 5 km endlich Nebenstraßen. Und wie konnte es anders sein: es ging bergauf. Anfangs hatte ich schlechte Laune, immer bergauf und –ab, die Gelenke schmerzen, wozu das alles? Naja, nach einer langen Abfahrt kam ich etwa 14:30 in Bourg-Argental an. Lt. Karte kommt jetzt kein Campingplatz mehr. Die Touristinfo – Danke! – vermittelte mir einen Zeltplatz im Garten einer Klosterschule in St. Chamont. Aber vorher mußte ich noch einen Paß fahren. Das Ziel motivierte mich und mit viel Energie rollte ich in das Kloster. Das schließt normalerweise seine Pforten schon um 17:30 Uhr, aber da ich angemeldet war, ließ man mich um 17:45 Uhr noch ein. Netter Empfang, Essen war karg, aber eine Flasche roten Landwein gab es dazu.

 

Am 9. Juni (St. Chamont – St. Martin – Montrottier – Cublize) führte die Tour wieder über reichliche Steigungen, aber dafür eine herrliche Landschaft. Ich überlege, ob ich in das flachere Rhonetal ausweichen soll, aber ein Blick in das dunstige Tal vermittelt mir eine unheimliche Freude über die klare Höhenluft. Heute gibt es wieder zwischen 50 und 130 km keinen Campingplatz, liegt wohl an einer falschen Etappeneinteilung. Nach 131 km und immerhin 2051 Höhenmetern erreiche ich endlich gegen 19:00 Uhr den Zeltplatz.

 

Am 10. Juni (Cublize – Cluny) ist es anfangs noch etwas bergig, aber dann geht es lange abwärts bis Cluny, ein richtig gemütlicher Tag heute. Für die Besichtigung von Cluny sollte man sich unbedingt etwas Zeit lassen. In Cluny stand früher ein riesiges Kloster, heute sind nur noch Teile davon erhalten, aber die sind auch noch gewaltig. Wie wichtig muß doch früher die Klosterbewegung gewesen sein!

 

Heute, am 11. Juni, (Cluny – Taizee – Chalon – Verdun s.le Doubs – Saint Seine) habe ich mich entschieden, den Weg nach dem Buch von Teklenborg zu verlassen. Er führt zwar durch landschaftlich wirklich sehr schöne Gegenden auf verlassenen Strassen, aber dafür ist der Verlauf doch sehr bergig. Ich folge jetzt i.W. dem Lauf der Soane. Anfangs bin ich gut im Tempo, aber nachmittags kommt ein steifer Gegenwind auf, der meine Durchschnittsgeschwindigkeit drastisch reduziert. Die Landschaft ist jetzt eintöniger, vorwiegend Kultursteppe, aber da Frühjahr, ist es wunderschön grün.

Am 12. Juni (St. Seine – Auxonne – Etuz – Rioz – Villersexel – Lure) herrschte fast Windstille, allerdings wurde es wärmer. Unterwegs habe ich immerhin 6 Liter Flüssigkeit getrunken. Heute wie auch am nächsten Tag verlief die Strecke durch leicht welliges Gelände, wesentlich angenehmer als die Strecke nach Teklenborg über den Ballon d’Alsac.

Am 13. Juni (Lure – Cernay – Breisach – Rheinradweg – Rhinau) überquerte ich bei Breisach den Rhein, und der Weg mit Feinschotter belegt führte dann entlang des Rheines auf deutscher Seite. Zum Zelten mußte ich wieder auf die französische Seite nach Rhinau ausweichen.

Am 14. Juni (Rhinau – Karlsruhe) fuhr ich erst auf deutscher Rheinseite auf Schotterweg mit schlechter Beschilderung entlang. Ich habe mich immerhin zweimal verfahren. Dann hörte ich, daß der auf der französischen Seite verlaufende Weg besser sei, asphaltiert und fast autofrei. Den benutzte ich dann auch. Es war so leer, daß ich über lange Strecken auf der linken Straßenseite im Schatten der Bäume fahren konnte, die Temperaturen waren in den letzten Tagen doch ganz schön geklettert auf 32 grad Celsius.

15. Juni (Karlsruhe – Speyer – Worms – Darmstadt) Heute brach der nun letzte Tag meiner langen Fahrradtour an. In Karlsruhe habe ich mich erst mal hoffnungslos im Hafengebiet verfahren, dann bin ich auf guten Rat hin wieder auf die linke Rheinseite gewechselt. Meistens Asphaltstrecke, die sich sehr gut fahren ließ. Am Nachmittag kamen dann Gewitter auf, und ich habe beschlossen, mich in Worms mit dem Auto abholen zu lassen. War auch gut so, die letzten 10 km fuhr ich schon im Regen. Dies war leider ein nicht so erfreulicher Abschluß dieser erlebnisreichen Radtour mit fast nur Schönwettertagen.

 Kartenmaterial:

Als Übersichtskarte eignet sich die Ferienkarte von MarcoPolo. Dort sind immerhin einige Zeltplätze eingezeichnet, der Jakobsweg ist ebenfalls markiert. Aufgrund des Maßstabes von 1:700000 sind natürlich kleine Nebenstrassen nicht eingezeichnet. Und auf denen führt die Route nach Teklenborg entlang. Ich habe mir in Frankreich einen Autoatlas gekauft, den größten Teil der Seiten im Papierkorb versenkt. Mit den übrig gebliebenen Karten im Format etwa DINA4 ließ sich sehr gut fahren.

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