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Von Zittau nach
Usedom
insgesamt 926 km und 3324 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried)
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Kartenmaterial
Übersichtskarte:

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Statistik:
|
Tag |
Strecke |
km |
Summe |
Durchschnitt |
Höhen- |
|
|
|
km |
km/h |
meter |
|
31.08. |
Darmstadt - Zittau |
17 |
17 |
15 |
- |
|
01.09. |
Zittau - Liberec - Neissequelle - Zittau |
66 |
83 |
16,5 |
626 |
|
02.09. |
Zittau - Görlitz - Rothenburg |
75 |
158 |
16,3 |
254 |
|
03.09. |
Rothenburg - Bad Muskau - Bad Briesnig |
94 |
252 |
17,6 |
247 |
|
04.09. |
Bad Briesnig - Guben - Eisenhüttenstadt - Brieskow |
92 |
344 |
18,3 |
196 |
|
05.09. |
Brieskow - Frankfurt - Küstrien - Kienitz |
73 |
417 |
15,8 |
262 |
|
06.09. |
Kienitz - Glietzen - Schwedt - Gartz |
93 |
510 |
17,1 |
138 |
|
07.09. |
Gartz -Penkum - Löcknitz - Pampow |
76 |
586 |
16,6 |
457 |
|
08.09. |
Pampow - Ueckermünde - Anklam |
88 |
674 |
16,6 |
156 |
|
09.09. |
Anklam - Usedom - Anklam |
59 |
733 |
16,7 |
223 |
|
10.09. |
Anklam - Ueckermünde - Pasewalk -Prenzlau |
110 |
843 |
17,8 |
261 |
|
11.09. |
Prenz. - Warnitz - Angermünde - Warn. - Prenzlau |
83 |
926 |
17,1 |
504 |
|
Summen |
926 km |
|
|
3324 m |
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Bericht:
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31.08. Mit dem Zug von Darmstadt nach
Zittau: Nach über 8 Stunden Zugfahrt
erreichen wir Zittau am späten Abend so gegen 22:30 Uhr. Glücklicherweise
haben wir uns ein Zimmer im Hotel "Schwarzer
Bär" reserviert, ein preiswertes gutes Hotel. Den Besitzer müssen wir
erst aus seinem Schlaf rausklingeln, aber dies hatte er uns schon vorher
mitgeteilt.
01.09. Mit dem Zug fahren wir bis nach
Liberec in Tschechien. Nach kurzer Stadtbesichtigung, die man auf jeden Fall einplanen sollte
(Rathaus im Neorenaisancestil, Jugendstilhäuser), geht es dann weiter mit
einem vorsintflutlichen Zug nach Lucany. Von dort mit dem Fahrrad zur
Neiße-Quelle, wenig spektakulär, aber man ist da gewesen! Über Kychno,
vorbei an Liberec, treffen wir dann abends wieder in Zittau ein. Die
Strecke ist etwas hügelig, aber erträglich. Der
Radweg in Tschechien ist nicht sehr gut ausgeschildert. Verfahren ist
sicher angesagt.
02.09. Manchmal führt der Radweg an
der
Neiße entlang, vielfach fahren wir durch Felder, abseits der Bundesstraße.
Mittags besichtigen wir Görlitz, eine
schöne Stadt mit viel Flair und einigen Sehenswürdigkeiten. Nach 75 km
erreichen wir Rothenburg, wo wir in einem herabgewirtschafteten Hotel
übernachten, mehr gibt es aber nicht. In Rothenburg gibt es einen schönen
Marktplatz, ab 19:00 Uhr sieht man dort keinen Menschen mehr.
03.09. Heute fahren wir einen sehr
schönen Radweg durch Birken- oder Kiefernwäldern, gelegentlich auch
über
das offenen Feld. Der Radweg ist fast durchgehend gut asphaltiert. In
Pechern sollte man sich noch die alte Fachwerkkirche ansehen. In
Bad Muskau erwandern wir den
berühmten Fürst-Pückler-Park, von welchem wir etwas enttäuscht sind. Zwar
ein schönes Schloss, sonst aber alte Buchen und Eichen, die man auch an
anderer
Stelle sehen kann. In
Briesnig übernachten wir in einer empfehlenswerten Pension Cafe Weber.

04.09. Heute geht es auf überwiegend
schönen Radwegen entlang der Neiße bis zur Mündung der Neiße in die Oder.
An der Oder gibt es temporäre Umleitungen. Auf jeden Fall sollte man den
Umweg über Neuzelle fahren. Dort
befindet sich in der Klosteranlage eine
superprächtige Barockkirche,
vergleichbar mit der Wieskirche in Bayern. In
Brieskow finden
wir heute ein Quartier in einer Blockhütte bei Fischer Schneider, sehr
angenehm.

05.09. Wegen Regen starten wir heute
erst nach 10:00 Uhr, Der Regen ließ jedoch bald nach. In
Frankfurt
unternahmen wir eine kurze Stadtbesichtigung,
Marienkirche und
Rathaus sind beeindruckend. Mit viel Rückenwind ging es dann auf einem
Dammweg nordwärts. Ab Küstrin schwenkt der Radweg in Richtung Nord-West,
dadurch hatten wir den Wind seitlich von vorn. In
Kienitz waren alle
Quartiere schon belegt. Wir fanden noch einen Unterschlupf in einer
verfallenen Datscha, besser als unter freiem Himmel!
06.09. Frühmorgens hatten wir
abwechselnd Regen und Nieselregen bei nur 15 grad. Der Radweg führt i.W.
auf dem Deich entlang. Im Bereich Stolpe führt jetzt der Radweg direkt an
der Oder entlang, abweichend von den Angaben im Radwegführer. Im Bereich
Criewen mussten wir über eine Baustelle mit lehmigen Untergrund schieben,
die Räder sahen hinterher katastrophal aus. In
Schwedt legten wir eine kleine Pause ein und bestaunten einige
wirklich sehenswerte Gebäude in der dort üblichen Backsteingotik. Diesen
Abstecher sollte man einplanen. In Gartz fanden wir ein Hotel mitten in
der Innenstadt. Die Innenstadt bestand allerdings vielfach aus
Brachflächen, wohl ehemalige Trümmergrundstücke, bei denen ein Aufbau
wegen zurückgehender Wirtschaft und Bevölkerung nicht lohnenswert ist.
07.09. Nach Gartz führt der Radweg
durch ein sehr schönes
Naturschutzgebiet. Danach führte der Weg durch ein
leicht welliges Land durch eine "Kultursteppe" mit abgeernteten
Getreidefeldern. In Penkun
besuchten wir ein Freilichtmuseum, wir waren enttäuscht davon.
Interessanter finden wir die 1000-jährige Eiche bei Löcknitz. Auf der
jetzt folgenden Strecke sind die Quartiere selten, man sollte sich
rechtzeitig um eins kümmern. Die Angaben im Radführer sind teilweise
überholt. Wir fanden in Pampow ein Hotel, in welchem wir die einzigen
Gäste waren. Normalerweise hätte das Hotel nicht geöffnet.
08.09. Erst führt der Radweg wieder
durch Feldauen, später vor Ueckermünde auch durch Kiefernwälder.
Ueckermünde ist ein hübsches
Städtchen zum Ansehen. Richtung Anklam führt der Radweg durch ein einmalig
schönes
Naturschutzgebiet mit vielen flachen Seen. Allerdings muß man sich
über Sandwege quälen und auf DDR-Betonplattenwegen die Haltbarkeit des
eigenen Drahtesels testen. Es lohnt sich aber allemal.
Anklam ist eine pulsierende, größere
Stadt. Ein Kontrast zu den kleineren Ortschaften vorher mit
wirtschaftlichen Problemen wegen der Grenznähe. Neben verschiedenen
Sehenswürdigkeiten sollte man auf jeden Fall das einzigartige
Otto-Lilienthal-Museum besuchen. Es ist schon erstaunlich zu sehen, mit
welch abenteuerlichen Apparaten die Zeit des Fliegens begonnen hat.

09.09. Heute steht ein Ausflug nach
Usedom auf dem Programm. Der Radweg führt über weite Strecken direkt neben
der Bundesstraße, nicht schön, aber erträglich. Die Stadt
Usedom ist ein kleiner Ort, in der
Nebensaison fast verwaist.
10.09. Über Ueckermünde, vorbei an
den
schönen Binnenseen, geht es Richtung Berlin auf dem
Berlin-Usedom-Radweg.
Die Strecke verläuft weitestgehend an der Bundesstraße, später auf
Nebenstraßen. Hinter Pasewalk wird man allerdings von einem
Sand-Schotterradweg etwa 5 km lang überrascht. In
Prenzlau finden wir ein Quartier in
der sehr schönen Pension "Am Wiesengrund", etwas außerhalb des Zentrums.
Das üppige Frühstück reichte jeweils noch zum Mittagessen!
11.09. Nach dem üppigen Frühstück
schauten wir uns die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Prenzlau an,
Marienkirche, Mittelortturm usw. Danach fuhren wir weiter, heute ohne
Gepäck, auf dem Berlin-Usedom-Radweg nach Angermünde. Der Radweg führt i.W.
über ruhige Nebenstraßen, hinter Steglitz allerdings ein katastrophaler
Waldweg mit Feinsand. Angermünde
hat eine historische Altstadt, etwas enttäuschend. Zurück fuhren wir nur
bis Warnitz auf normaler Nebenstraße, von dort mit dem Boot bis nach
Prenzlau zurück, ein schöner Abschluss unserer Radtour.
12.09. Rückreise mit der Bundesbahn
über Berlin, ein anstrengender Tag.
Zusammenfassung: Eine angenehme
Flachlandtour durch eine vielfach unberührte Natur. Einige
Sehenswürdigkeiten lohnen eine Rast. Quartiere sind preiswert, allerdings
nicht immer gut. In manchen Orten wird man mit der Abwanderung der
Bevölkerung konfrontiert.
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Kartenmaterial:
Veralteter Kartensatz, Radfahren
in Deutschland, von Aldi, aber doch noch recht brauchbar.
Radtourenkarte von bikeline:
Oder-Neiße-Radweg
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