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Italien vom 21.August bis zum 7. September 2007,
insgesamt 1504 km und 9981 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried)
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Kartenmaterial
Übersichtskarte:

Statistik:
|
Datum |
Strecke |
Kilometer |
Durchschn. |
Höhen- |
|
|
km |
km/h |
meter |
|
|
|
|
|
|
21.08. |
Darmstadt-Frankfurt, Neapel-Pompeji |
94 |
15,9 |
549 |
|
22.08. |
Pompeji, Küste |
15 |
11,9 |
52 |
|
23.08. |
Pompeji-Neapel-Pozzuoli-Mondragone |
90 |
15,7 |
399 |
|
24.08. |
Mondragone-Formia-Gaeta-Teodoricio-Terracina |
79 |
17,6 |
328 |
|
25.08. |
Terrac.-San Felice-Anzio-Lido del Pini |
91 |
16,6 |
235 |
|
26.08. |
Ruhetag |
0 |
|
0 |
|
27.08. |
LidodPini-Lido di Ostia-Fiumicino-Bracciona |
112 |
16,8 |
639 |
|
28.08. |
Bracciona-Sutri-Viterbo-Montefiascone- |
|
|
|
|
Bagnoregio-Baschi |
105 |
14,4 |
1600 |
|
29.08. |
Baschi-Todi-Bastardo-Bevagna-Assisi |
80 |
13,1 |
1280 |
|
30.08. |
Assisi-Gubbio |
49 |
13,1 |
744 |
|
31.08. |
Gubbio-Cagli-Urbino-Pesaro-S.Marina |
112 |
15,8 |
1090 |
|
1.09. |
S.Marina-Rimini-Ravenna |
97 |
16,3 |
209 |
|
2.09. |
Ravenna-Comacchio-Ferrara |
115 |
17,7 |
160 |
|
3.09. |
Ferrara-Cerea-Villafranca-Pacengo(Gardasee) |
136 |
18,6 |
367 |
|
4.09. |
Pacengo-Riva d.Garda-Mori-Roverto-Trento |
104 |
16,2 |
497 |
|
5.09. |
Trento-Bozen |
84 |
14,1 |
278 |
|
6.09. |
Bozen-Brixen-Mittewald(Sterzing) |
70 |
13,2 |
792 |
|
7.09. |
Mittewald-Brennero-Innsbruck |
71 |
14,5 |
762 |
|
Summe Kilometer/Höhenmeter |
1504 |
|
9981 |
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Bericht:
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Am 21.08. ging es frühmorgens um 2:00
Uhr los mit dem Fahrrad zum Frankfurter Flughafen. Ein Zug fuhr zu dieser
nachtschlafenen Zeit noch nicht und eine Mitnahme des Fahrrades im
Flughafenbus ist nicht zulässig. Es war eine stockdunkle Nacht und ich
hatte große Probleme, mich auf der Landstrasse anhand von unbeleuchteten Verkehrsschildern zu orientieren. Fremdlicht von Autos zur Ausleuchtung der
Schilder ließ ebenfalls auf sich warten. Dafür begegnete ich auf der
Landstrasse Rehen und Kaninchen. Die Kaninchen liefen dabei immer erst in
letzter Sekunde vor mir weg.

In Pompeji musste ich dann drei Stunden auf Dietmar warten, zwei Stunden
planmäßig, eine Stunde Verspätung, die natürlich nirgends angeschlagen
wurde. In der Zwischenzeit verirrte ich mich auf einen kommerziellen
Flohmarkt: Ledergürtel, Jeansplagiate und Handtaschen wurden hier
massenhaft feil
geboten.
Die Fahrt nach Pompeji verlief recht kompliziert, 4 bis 5mal endete unser
Weg auf einer für Radfahrer verbotenen Autostrasse. So wurden aus der
errechneten Strecke von 35 km schnell insgesamt 47 km.
Am 22.08. erlebten wir einen der
Höhepunkte unserer
Reise: die Besichtigung von Pompeji: filigrane Mosaike,
Atriumhäuser, Wandmalereien, Badehäuser und Tempel. Einfach faszinierend,
wie die Leute vor 2000 Jahren gelebt haben, als die Germanen noch in
Wäldern und Höhlen wohnten. Nach der anstrengenden Besichtigung genossen
wir am Nachmittag noch ein erfrischendes Bad im Mittelmeer.
23.08. Von der ursprünglich geplanten
Strecke um den Vesuv wurde uns wegen schlechter Wegstrecke abgeraten. Es
wurde kurz umgeplant auf die Küstenstrecke. Die Strasse bis Neapel war
wegen des Kopfsteinpflasters nicht besonders, aber erträglich.
Nach kurzer Etappe auf landschaftlich schöner Strecke bei Pozzuoli fuhren
wir die schnurgerade Nationalstrasse weiter. In Castel Volturno wollten
wir zelten - der Campingplatz hat schon vor Jahren geschlossen, ist aber
noch in jedem Campingführer vorhanden! Bei Modragone fanden wir ein Plätzchen auf einem Wohnwagen-/Tagesparkplatz am
Strand, war ganz gut.
Am 24.08. fuhren wir erst auf der
belebten Hauptstrasse (Via Domiziana), dann auf schöner Nebenstrasse bis
Scauri. Dann ging es wieder auf der Hauptstrasse, die Via Appia, entlang
bis kurz vor Terracina. Dort campierten wir auf einem teuren (33,00 EUR
für zwei Personen) aber schönen Campingplatz direkt am Mittelmeer. Nach
dem heißen Tag war es eine Erholung, im klaren Wasser des Mittelmeeres zu
baden.
25.08. Ab Terracina fuhren wir auf
einer landschaftlich reizvollen Nebenstrasse, links das Mittelmeer, rechts
bewachsene Sanddünen. Störend waren nur die auf einer Gesamtstrecke von 30
km parkenden Autos. Wie muss der Verkehr hier abends stauen? Eine
Temperatur von ca 35 Grad und stetiger Gegenwind machten die Etappe
etwas anstrengend. Dietmar zeigte am Abend gesundheitliche Probleme, er
konnte weder richtig essen noch trinken.
Am 26.08. legten wir deshalb einen
Ruhetag ein. Frühmorgens konsultierten wir einen Arzt, der letztendlich
Krankenhaus oder Abbruch der Fahrt empfahl, wenn sich die Symptome nicht
wesentlich ändern. Dietmar entschied mittags, sich von zu Hause abholen zu
lassen. Eine Zugfahrt kam wegen des instabilen Zustandes nicht in Frage.
Wir beide bedauerten diese Entwicklung sehr.
Am 27.08. fuhr ich dann allein weiter.
Bis Lido di Ostia fuhr ich recht zügig, links das Mittelmeer, rechts
niedriger Bewuchs. Bei Ostia befindet sich eine riesige Ausgrabungsstätte,
die Strasse führt direkt an vielen Ruinen vorbei. Nach Fiumicino führte
die Strecke an riesigen neuen Trabantenstädten vorbei. Rom konnte ich
auslassen, da ich bereits vor einem halben Jahr diese Stadt besucht hatte. Ab Boccea wird es
etwas hügeliger und aufgrund der Hitze fahre ich etwas langsamer. Über
Bracciano thront eine gewaltige Festung, die man allerdings nur von außen
besichtigen kann, es lohnt sich aber. Danach geht es abwärts zum Campingplatz am Lago di Bracciano. Das
erfrischende Wasser im Binnensee fühlt sich erheblich kühler an als im
Mittelmeer.
Auf Empfehlung des Campingplatzes fuhr ich am
28.08. rund um den Lago di Bracciano, hat sich gelohnt. Dann ging
es auf 850 müNN. Nach Viterbo kam dann eine rauschende Abfahrt. In Sutri
kann man alte Höhlenwohnungen besichtigen und die gewaltige, fast
vollständig erhaltene Stadtmauer bewundern. Auch um Viterbo zieht sich
eine ebenso beeindruckende Stadtmauer. In Richtung Montfiascano ging es dann
wieder aufwärts, wie es auch schon der
Ortsname verrät, liegt diese Stadt
auf einem Berg. Eine irre stark zerklüftete Landschaft begegnet mir bei Lubriano. Die Gebäude kleben waghalsig an steilen Felswänden,
beeindruckend und sehenswert. Zum Lago di Carbara rollte ich auf einer
langen Abfahrt wieder auf 220 müNN. Der Zeltplatz am Lago ist mäßig bis
saumäßig.
Am 29.08. fahre ich erst gemütlich am
Lago/Stausee entlang. Das Highlight des heutigen Tages ist eine
Besichtigung der alten Stadt Todi
mit riesigen Kirchen und
mittelalterlichen prachtvollen Palästen im typisch italienischem Baustil.
Dann ging es reichlich bergig bei hohen Temperaturen weiter bis Bevagna.
Dann wurde es etwas flacher bis ein Aufstieg von etwa 200 Höhenmetern nach
Assisi zu bewältigen war und dann nochmal über 100 Höhenmeter bis zum
Campingplatz. Der geplante abendliche Besuch von Assisi entfiel wegen der
Höhenlage.
Am 30.08. besichtigte ich erst einmal
die imposante Kathedrale Francesco, die Stadt und als Höhepunkt das
weltbekannte Kloster mit den farbenreichen Deckenmalereien. Assisi ist der zweitwichtigste religiöse Ort in
Italien und ein Besuch auf einer Fahrt durch Umbrien darf nicht fehlen.
Wegen der großen Hitze bin ich heute nur bis Gubbio gefahren und habe mir
ein Festquartier gesucht. Dort brauchte ich nach einem erfrischendem
Duschbad erst mal einen Nachmittagsschlaf. Danach habe ich Gubbio zu Fuß
erobert, eine sehenswerte alte Stadt mit italienisch/umbrischer Architektur.
Am 31.08. ging es nach kurzem heftigen
Anstieg auf etwa 700 müNN erst auf der Schnellstrasse weiter, bis mich die
Polizei auf die parallel verlaufende Nebenstrasse verscheuchte. Diese war
viel schöner und ruhiger und ich dankte der Polizei nachträglich. Kurz vor
Urbino erwischte mich ein Wolkenbruch, der erste Regen seit Ostern, wie
ich später erfuhr. Ich
musste mich trotz Poncho unterstellen, denn auf der Strasse schossen die
Wassermassen nur so entlang, den Randstreifen konnte man kaum erkennen.
Die Stadt Urbino erlebte ich noch im leichten Regen. Diese aus
Backsteinen
erbaute Stadt ist fast unverändert erhalten geblieben und seit 1998 Unesco-Weltkulturerbe, unbedingt eine Besichtigung wert. Bei schönem
Wetter kann ich mir dort allerdings wahre Touristenströme vorstellen. Die
Weiterfahrt erfolgte über Colbordolo auf einer Höhenstrasse, die mir ein
Einheimischer empfohlen hatte. Anfangs wenig Ausblick wegen der Wolken,
aber es klarte zunehmend auf und es eröffnete sich ein weiter Blick in
eine faszinierend schöne Landschaft, vergleichbar mit der Crete in der
Toscana. Der Weg durch die Vororte von Pesaro war nervig, und ich war
froh, als ich endlich die allerdings etwas hügelige Nebenstrasse zum
Campingplatz in San Marina gefunden hatte.
Am 01.09. fuhr ich erst auf der
landschaftlich schön gelegenen Panoramastrasse
weiter, etwas hügelig.
Weiter auf der verkehrsreichen SS12 und dann an der etwas schöneren
Küstenstrasse. Dort erlebt man das typische Bild italienischer Badeorte:
links Hotels, Geschäfte, Apartements, rechts Strandbars und Sonnenschirme.
Dahinter soll das Mittelmeer liegen! In Ravenna habe ich im Hotel
übernachtet und habe dort die beginnende italienische Nacht in dieser
kulturreichen Stadt genossen.
Am 02.09. bin ich bis Comacchio auf der
Nebenstrasse, dann auf der Hauptstrasse, später wieder Nebenstrasse
gefahren.
In Comacchio ist die vierfüßige Brücke über den Treptonikanal
sehenswert. Der ältere Stadtteil dieser Stadt ist von Kanälen durchzogen
und erinnert mit den von Touristen besetzten Gondeln etwas an Venedig. In
Ferrara fällt als erstes die sehr gut erhaltene Stadtmauer auf. Im Zentrum
überrascht dann eine gewaltige Festungsanlage. Unbedingt sehenswert ist
die romanisch-gotische Kathedrale mit golden überladenen Innenraum.
Am 03.09. habe ich die langweilige
Poebene teils auf Hauptstrassen, meistens jedoch auf Nebenstrassen
durchquert. Der Weg über die Nebenstrassen war manchmal etwas verwirrend,
da auf der Karte nicht alle Ortschaften angegeben waren. Verona habe ich
großräumig umfahren, zum Schluss gab es noch ein Chaos mit
ungenügender Ausschilderung und für Fahrräder gesperrten Autostrassen.
Außerdem kam ich in den Feierabendverkehr. Ich war froh, als ich endlich
die Orientierung zum Gardasee hatte. Dort übernachtete ich auf dem bisher
besten Campingplatz, Le Palme in Pacengo.
Am 04.09. fuhr ich an der Ostseite des
Gardasee entlang, erst waren die Ufer noch flacher, dann wurden sie immer
steiler, wilder und imposanter, und die Strasse führte teilweise durch Tunnel.
Relativ plötzlich setzte gegen 13:00 Uhr der sog. Ora ein, der berühmte
Wind für Surfer am Gardasee.
Die zuvor glatte Wasseroberfläche wurde
wellig mit Schaumkronen. Ich wollte Mittagspause am Ufer machen, unmöglich
wegen des Windes. Auf Empfehlung erkämpfte ich den kurzen aber heftigen
Aufstieg nach Mori, dann ging es eine ehemalige Eisenbahntrasse abwärts
bis Rovereto. In Richtung Trento ging dann ein Radweg abwechselnd rechts
oder links am Fluß Adige (Etsch). In Trento gibt es keinen Campingplatz
und auf der Suche nach einer Unterkunft sprach mich ein Radfahrer an.
Dario lud mich für eine Übernachtung ein, danke dafür! Der Abend war
typisch italienisch. Er hatte vier große Kisten Tomaten gekauft, die in
mühseliger Kleinarbeit zu Pomodore verarbeitet wurden.
Von Trento nach Bozen führt ein durchgängiger
Radweg entlang der Adige. Es gibt allerdings nur wenig Einstiege, im
Norden von Trento gar keinen. Nach langer Suche und einigen Irrfahrten
durch Apfelbaumplantagen habe ich das Fahrrad und Gepäck einzeln einen steilen Hang hoch getragen.
Dann begann der Kampf gegen den sehr starken Gegenwind. Die entgegen
kommenden Radfahrer mit fröhlichen Gesichtern bei 25 - 30 km/h, ich total
verschwitzt bei 10 - 15 km/h. Nachmittags gegen 15:00 Uhr ließ der starke
Gegenwind glücklicherweise etwas nach. In Bozen bummelte ich durch die
Altstadt mit den berühmten Einkaufsstrassen, bis ich dann den Zeltplatz in Bozen-Moritzing ansteuerte. Zu diesem Zeltplatz gibt es übrigens aufgrund
städtischer Einschränkungen keinen einzigen Wegweiser.
(06.09.) Von Bozen bis Brixen führt die
Strecke vorwiegend über einen Radweg.
In Brixen lohnt sich ein Abstecher
über den malerischen Marktplatz mit Besichtigung des Domes. Nach Brixen
führt die Strecke teilweise über einen Radweg, teilweise über die Strasse.
Wegen des schlechten und kühlen Wetters habe ich diese Nacht nicht
gezeltet und mir kurz vor Sterzing in Mittewald ein Hotelzimmer gesucht.
(07.09.) Bis Sterzing verläuft ein
Radweg abseits der Autostrasse durch den Wald, allerdings mit kurzen,
ruppigen Steigungen (14%). Ab Sterzing muss man dann die
Autostrasse
nehmen, ein Radweg ist in Planung. Die Strasse verläuft jetzt mal flacher,
mal steiler auf den Brennerpass zu. Trotz des Mottos: "Einmal abgestiegen
ist nicht oben gewesen", musste ich einmal anhalten. Bei 9 Grad reichte
als Jacke nicht mehr ein leichter Windstopper, und ich zog mir eine
wärmere Jacke an. Auf der Brennerhöhe wärmte ich mich dann noch mit einer
langen Radhose. Vor wenigen Tagen hatte auf dem Brennerpass noch Schnee
gelegen, dieser war jetzt glücklicherweise schon geschmolzen. Bergab wurde
es dann noch bitterlich kalt, die Mittagspause verbrachte ich in einem
Restaurant zum Aufwärmen. In Innsbruck beendete ich dann meine Radtour
durch Italien. Das Wetter war kalt und unfreundlich und wenig zum Zelten
geeignet.
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Kartenmaterial:
Als Planungs- und Übersichtskarte verwendete
ich die MarcoPolo Autokarte Plus Reiseguide im Maßstab 1:650000. Als
Detailkarten erhielt ich vom italienischem Fremdenverkehrsamt mehrere
Einzelkarten im Maßstab 1:150000 bis 1:250000. Diese Karten können
kostenlos angefordert werden unter
www.enit.it. Beigefügt sind auch einige Beschreibungen der wichtigsten
Sehenswürdigkeiten.
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