Baltikum
2008 |
Home
Über uns
Ausrüstung
Unsere Touren
Weser2004
Ungarn2005
Elbe2005
Portugal..2006
Griechen.2006
Spa/Fra/Schw/2007
Italien2007
Schwarzwald2007
Baltikum 2008
Oder-Neiße09
Gästebuch
Links
Sponsoren
Impressum
|
Ostsee: Deutschland,
Polen, Litauen, Lettland, Estland
insgesamt 2609 km und 8898 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried)
Zur Statistik
Zum Bericht
Kartenmaterial
Übersichtskarte:

zurück
Statistik:
|
Datum |
Strecke |
Entfernung |
Durchschn |
Höhenmeter |
|
|
km |
km/h |
m |
|
19.06. |
Bad Kleinen-Wismar-Werder(Halbinsel) |
50 |
15,5 |
225 |
|
20.06. |
Werder-Rerik-Kühlungsborb-Börgerende |
48 |
15,1 |
241 |
|
21.06. |
Börgerende-Doberan-Warnemünde-GraalMüritz |
52 |
15 |
152 |
|
22.06. |
GraalMüritz-Dierhagen-Born(Darß)-Barth |
62 |
15 |
82 |
|
23.06. |
Barth-Stralsund-Reinberg-Stahlbrode |
75 |
15,1 |
278 |
|
24.06. |
Stahlbrode-Greifswald-Lubmin-Freest |
65 |
15 |
191 |
|
25.06. |
Freest-Peenemünde-Kösrow-Ükeritz |
35 |
12,3 |
141 |
|
26.06. |
Ükeritz-Heringsdorf-Swinemünde-Dziwnowesk |
68 |
14,7 |
259 |
|
27.06. |
Dziwnowesk-Trzebiatow-Mrzezyno-Kolobrzeg |
71 |
16,3 |
146 |
|
28.06. |
Kolobrzeg-Koszalin-Darlowo |
85 |
16,9 |
311 |
|
29.06. |
Darlowo-Ustka-Rowy |
65 |
16,3 |
291 |
|
30.06. |
Rowy-Luki-Leba |
59 |
12,3 |
99 |
|
01.07. |
Leba |
22 |
14,7 |
21 |
|
02.07. |
Leba-Chozewo-Karvia-Jasterzebia |
83 |
14,8 |
511 |
|
03.07. |
Jasterzebia-Hel-Danzig-Stogi |
59 |
13,5 |
143 |
|
04.07. |
Stogi-Orunia-Ledowo-Kiezmark-Marlbork |
84 |
15,7 |
138 |
|
05.07. |
Marlbork-Elblag |
42 |
14,7 |
110 |
|
06.07. |
Elblag-Kanal-Bucznic-Morag-Kretowny |
46 |
15 |
305 |
|
07.07. |
Kretowny-DobreMiasto-Lutry |
75 |
16,1 |
560 |
|
08.07. |
Lutry-Swilipka-Ketrzyn-Gizycko |
91 |
16,5 |
585 |
|
09.07. |
Gizycko-Olecko-Suwalki |
95 |
17,7 |
526 |
|
10.07. |
Suwalki-Sejny-Lazdijai-Krosna-Alytus |
122 |
18 |
638 |
|
11.07. |
Alytus-Punia-Prienai-Kaunas |
95 |
18 |
376 |
|
12.07. |
Kaunas-Smirsnemune(10km vor Jurbarkas) |
86 |
15,8 |
284 |
|
13.07. |
Smirsnemune-Jurbarkas-Visevile |
42 |
17,3 |
107 |
|
14.07. |
Visevile-Silute-Klaipeda-Juodkrante |
32 |
15,1 |
69 |
|
15.07. |
Juodkrante-Nida |
46 |
14,5 |
162 |
|
16.07. |
Nida-Klaipeda-Palanga |
90 |
17,2 |
220 |
|
17.07. |
Palanga-Liepaja |
73 |
17,8 |
76 |
|
18.07. |
Liepaja-Riga |
9 |
11,8 |
14 |
|
19.07. |
Riga-Bergi-Garkalne-Ragana-Limbazi |
103 |
17,1 |
463 |
|
20.07. |
Limbazi-Pale-Ainazi-Tahkuranna |
109 |
18,9 |
156 |
|
21.07. |
Tahkuranna-Pärnu-Tostamaa |
89 |
17,6 |
107 |
|
22.07. |
Tostamaa-Virtsu-Orisaara |
82 |
15,8 |
162 |
|
23.07. |
Orisaare-Laimjale-Kaala-Nurste |
98 |
17,8 |
164 |
|
24.07. |
Nurste-Kopu-Malvaste-Kärdla-Sääre |
94 |
17,8 |
212 |
|
25.07. |
Sääre-Haltermaa-Volgevalja-Haapsalu-Tallinn |
42 |
16,1 |
81 |
|
26.07. |
Tallinn |
0 |
|
|
|
27.07. |
Tallinn-Frankfurt-Mühltal |
65 |
16,1 |
292 |
|
Gesamt |
|
2609 |
|
8898 |
Bericht:
Hinweis: Bei einem Klick auf das jeweilige kleine Bild öffnet sich ein
neues Fenster/Tab mit dem entsprechendem Bild im Großformat. Zurück zum
Bericht durch
Schließen des neuen Fensters.
Hinter den unterstrichenen Ortsnamen befindet sich jeweils
ein Link zu weiteren Informationen, einfach anklicken.
Teil 1, Deutschland
Unsere ursprünglich für den 16.06. geplante
Abfahrt verschob sich kurzfristig aus technischen Gründen auf den 19.06..
Ich wurde frühmorgens mit einem etwas mulmigen Gefühl wach,
das
Fieberthermometer zeigte 38 Grad. Die Abfahrt wieder verschieben? Ich entschloss
mich, dann doch noch zu starten, und so ging es mit dem Zug nach Bad Kleinen. Von
dort fuhren wir über Viecheln, Dorf Mecklenburg bis Wismar den
Elbe-Ostsee-Radweg. Wismar ist eine ausgesprochen schöne Hansestadt. Den
Marktplatz säumen prächtige Hansehäuser und auch in den Nebenstrassen zeugen
kunstvolle Bauten von dem einstigen Reichtum dieser Hansstadt. Leider war die
Zeit knapp bemessen, der nächste Campingplatz befindet sich noch einige
Kilometer entfernt auf der Halbinsel Werder. Die Enttäuschung groß: auf dem
Campingplatz gibt es keine Einkaufsmöglichkeit, kein Restaurant und kaum
Campingbesucher. Der nächste Laden ist wohl mindestens 10 km entfernt!
20.06. Mein Fieber ist leider nicht besser
geworden und so fahren wir relativ langsam. Schon bei kleinen Steigungen bin ich
schnell erschöpft. Wir fahren heute den Ostseeradweg über
Kühlungsborn bis Börgerende. Kühlungsborn ist ein altehrwürdiger, mondäner Badeort aus der
Jahrhundertwende. An der Strandpromenade reihen sich prachtvolle Hotels mit
teilweise teuer klingenden Namen neben Pensionen mit nicht weniger aufwendigen
Fassaden. In Börgerende kommen wir auf dem wohl schönsten Campingplatz während
unserer Tour unter.
21.06. Heute muß ich doch einen Arzt
aufsuchen, glücklicherweise nur eine Virusinfektion, soll mich schonen! An
Rostock fahren wir aus Zeitgründen vorbei. Bis Warnemünde geht es auf
Nebenstrassen, ab dort wieder auf dem landschaftlich sehr schönem Ostseeradweg.
In Warnemünde ist der Teufel los, Menschen über Menschen auf der Kurpromenade,
unglaublich, ist ja auch Wochenende. Auf dem Zeltplatz in
Graal-Müritz ist
ebenfalls viel los, viele Jugendliche und dementsprechend laut.

22.06. Heute ging es über die Halbinsel
Darß. Am Strand stehen schmucke reedgedeckte Häuser, alle sehr gepflegt. Später
führt der Ostseeradweg durch die Boddenlandschaft, eine flache mit kleinen Seen
durchzogene Schilflandschaft. Wirklich ein Augenschmaus, der zu mehreren kleinen
Pausen führte. Mittags gab es in einer Fischräucherei frisch geräucherten
Butterfisch - eine Delikatesse!
23.06. Das Wetter hatte sich etwas
verschlechtert,
kalt und kurze Schauer, aber Wind vorwiegend seitlich oder von
hinten. In
Stralsund ist eine Besichtigung des Marktplatzes mit hübschen alten
Patrizierhäusern und der angrenzenden Nikolaikirche unbedingt zu empfehlen
24.06. Hinter Stahlbrode begann erst mal
wieder für 10 km die nervende
Kopfsteinpflasterstraße, dann ging der
Ostseeradweg wechselnd durch Wald und Feld vorwiegend auf Nebenstraßen entlang.
Mittags Besichtigung von Greifswald,
diese sollte man nicht versäumen.
25.06. Mit der Fähre fahren wir nach
Peenemünde.
Dort besichtigen wir als erstes ein sowjetisches U-Boot, Klettern in
einem Gewirr von Stahl durch 80 cm große Luken, ein kleines Abenteuer. Der
anschließende Museumsbesuch in Peenemünde hat uns etwas enttäuscht. Danach ging
es weiter, vorwiegend auf Waldwegen, landschaftlich nicht so berauschend.
26.06. Auf der deutschen Seite führt der
Ostseeradweg entlang des Strandes, vorbei an wilden Heckenrosen. In den
bekannten Badeorten stehen an der
Promenade prächtige Villen. Der Grenzübergang
nach Polen ist ein unspektakulärer Sandweg. Das soll mal eine Grenze gewesen
sein? Auf der polnischen Seite gibt es keinen Radweg, wir fahren jetzt
vorwiegend auf der Nationalstraße. In
Dziwnowesk gibt es immerhin 5 Campigplätze.
Wir treffen mit dem letzten Platz, DCC, eine gute Wahl.
Teil 2, Polen:
Allgemein: Ich fahre auf meinen Radtouren immer
mit einer deutschen Nationalfahne. Dadurch waren wir leicht als Deutsche zu
erkennen. Die Folge waren Hitlerzurufe und einmal wurde uns auch der nackte
Arsch gezeigt, im allgemeinen von 10-16 jährigen Kindern. Und das sollen mal die
Leute sein, die durch die EU mit uns zusammen arbeiten wollen! Zeitweise haben
wir uns dadurch in Polen nicht sehr wohl gefühlt. Ein Lehrer erklärte uns
später, daß im polnischen Geschichtsunterricht sehr auf die leidvolle
Vergangenheit der Polen eingegangen wird. Aber etwas mehr Freundlichkeit hätte
ich mir doch gewünscht!
27.06. Bis Trzebiatow fuhren wir auf der
N102, Verkehr hält sich in Grenzen.
In
Trzebiatow ist die gotische Marienkirche
sehenswert, ein Bau in der hier üblichen Backsteingotik, innen mäßig aber
stilvoll verziert. Danach geht es auf Nebenstraße (Beton mit Querfugen) weiter
nach Kolobrzeg. Kolobrzeg ist wenig berauschend.
28.06. Bis hinter Koszalin fuhren wir auf
der Hauptverkehrsstraße mit viel Verkehr. Hinter Koszalin sind wir auf die
Nebenstraße abgebogen nach
Darlowo. War aber auch nicht optimal, da der
Randstreifen stark ausgefahren und wellig ist. In
Darlowo haben wir wegen des
starken Regens ein Privatquartier für 22 EUR p.P. gefunden.
29.06. In
Darlowo lohnt sich auf jeden
Fall ein Gang über den Marktplatz mit dem Rathaus von 1725. Eine Besichtigung
der gotischen Pfarrkirche mit ihrem schönen Sternengewölbe darf nicht versäumt
werden. Bis Ustka ging es auf mäßig befahrener Straße, danach wieder auf reiner
Nebenstraße bis nach Rowy, ein typischer polnischer Touristenort mit viel
Rummel.
30.06. Gleich hinter Rowy beginnt ein
wunderschönes Naturschutzgebiet, kostet auch 2 EUR Eintritt, es lohnt
sich aber
mit dem Fahrrad hier durchzufahren. Trotz örtlicher Landkarte findet man
allerdings nicht immer den kürzesten Weg, Ausschilderungen sind Mangelware. In Luki wollten wir mit der Fähre nach Leba, diese scheint aber nur einmal
monatlich oder seltener zu verkehren. Nach Luki fuhren wir auf einem
abenteuerlichen Wiesenweg (Radweg R10!) weiter, teilweise auch über Fließsand,
abenteuerlich aber schön! Leba ist ein hässlicher Touristenort mit immerhin 5
Zeltplätzen.
01.07. Vormittags Waschtag, nachmittags
Ausflug in die Wanderdünen
von Leba, 50 m hohe Wanderdünen, die sich Jahr für
Jahr mehrere Meter in die Kiefernwälder hineinschieben. Diese wüstenähnliche
Landschaft ist von einzigartiger Schönheit.
02.07. Den ganzen Tag schien die Sonne mit
Wind aus Osten, also von vorn! Sehr schöne Strecke auf Nebenstraßen mit
Alleencharakter.
03.07. Die Fahrt auf der Nebenstraße
findet hier schnell die Fortsetzung auf
einem Radweg bis zur Spitze der
Halbinsel Hel. Der Radweg bietet meistens einen berauschenden Blick auf die
Danziger Bucht, später führt er durch ein Waldgelände mit kurzen Wellen,
die man
fast ohne zu schalten mit Schwung fahren kann. In Hel mussten wir zwei Stunden
auf die Fähre nach Danzig warten - in einem Fischlokal mit leckerem Fisch. Nach
der Überfahrt besichtigen wir noch
Danzig, eine
faszinierende Stadt mit alten Handelshäusern, dem berühmten hölzernen Krantor,
gigantischen Gebäuden und vielen Bernsteinläden. Besonders schön ist der lange
Markt. Erst spät am Abend erreichen wir den Campingplatz in
Danzig-Stogi.
04.07. Aus Danzig sind wir dank eines
Stadtplanes gut rausgekommen.
Erst ging es auf Kopfsteinpflaster von 1032,
später waren die Nebenstraßen mal schlechter, selten besser. Den auf
unserer
Karte verzeichneten Übergang über die Vista gab es nicht, auch eine Furt war
nicht zu entdecken, also ein Umweg über die A7 erforderlich. Dann weiter durch
schöne Alleen bis nach Marlbork. In Marlbork gibt es mehrere Campingplätze, den
direkt neben der Marienburg
sollte man nicht anfahren, die Campingplätze im Ort sind wesentlich besser!
05.07. Frühmorgens Besichtigung der
vorbildlich wiederhergestellten Deutschordensburg. Seit 1309 war sie die
Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Heute steht sie auf der
Weltkulturerbeliste der Unesco. Danach Weiterfahrt auf Hauptstraßen nach
Elblag.
Der Campingplatz liegt dort direkt am Oberländischen Kanal.
06.07. Heute mussten wir früh raus! Wir
hatten eine Bootsfahrt
über den
Oberländer Kanal geplant. Dieser Wasserweg ist ein Wunder der Technik des
19. Jhs: eine Wasserstraße, auf der man mit dem Schiff quasi über Gras
fahren/schwimmen kann. Auf seiner Fahrt bewältigt das Schiff einen
Höhenunterschied von ca 100 m auf wasserkraftgetriebenen Gleitkarren, einmalig
in Europa. Wir hatten nicht reserviert und mussten mindestens 30 Minuten vor
Abfahrt an der Anlegestelle sein, also 7:30 Uhr. Vorher Zelt einpacken usw., das
dauert schon so seine Zeit. Nach langer und zäher Diskussion konnten wir dann 2 Minuten
vor Abfahrt unsere Fahrräder auf ein Boot verladen und so begann eine wirklich
empfehlenswerte Bootsfahrt. Auf den ersten Kilometern gleitet das Boot durch
weite Seelandschaften bis es dann auf Karren den Berg hinauf gezogen wird. Nach
der Bootsfahrt ging es auf Nebenstraßen bis Zum Zeltplatz in Kretowny, der
leider etwas vernachlässigt ist.
07.07. Frühmorgens Regen, außerdem musste
Bernd einige Kleinreparaturen
am Rad vornehmen. So
starteten wir erst gegen
11:00 Uhr. Wir fuhren auf Nebenstraßen, später auf der 593 mit erfreulich wenig
Verkehr über schöne Alleen, abwechslungsreiche hügelige Landschaft, kleine Seen
- so richtig, wie man sich
Masuren vorstellt. In Lutry übernachteten wir in
einem Privatquartier für 70 Zloty, ca 21 EUR für 2 Personen.
08.07. Die Route verlief erst auf der 594,
dann 592, mäßig befahrenen Hauptstraßen, vielfach mit Alleencharakter. Die
Landschaft war leicht hügelig mit vielen kleinen Seen. Morgens besichtigten wir
das
schönste Barockkloster Polens -
Heiligenlinde, insbesondere berühmt durch
das tägliche Orgelkonzert (11:30 Uhr). Bei diesem Orgelkonzert bewegen sich die
Altarfiguren zu der Musik. Nachmittags besichtigten wir noch die
Wolfsschanze, das ehemalige Führerhauptquartier, in welchem im Juli 1944 Graf von
Stauffenberg das missglückte Attentat auf den Führer unternahm. Bei der
Besichtigung der gesprengten Bunkeranlagen beschlich uns ein beklemmendes Gefühl
in dem Wissen an diese dunkle Vergangenheit von Deutschland.
09.07. Die Weiterfahrt erfolgt i.W. auf
mäßig befahrenen Hauptstrassen mit überraschend guter Oberflächenbeschaffenheit.
Wir fuhren durch weniger Alleen, dafür hatten wir mehr Fernblicke in die
Seenlandschaft. Wegen unbeständigem Wetter nahmen wir in Suwalki ein
Privatquartier
10.07. In
Sejny besichtigten wir noch die
spätbarocke Wallfahrtskirche, lohnt sich.
Dann ging es weiter auf der 653 bis
zur Grenze nach Litauen. Wenige Meter vor der Grenze konnten wir noch unsere
letzten Zloty in litauische Kronen umwechseln. An den Grenzen der drei
baltischen Staaten gibt es sonst keine Umtauschmöglichkeiten!
Teil 3, Litauen, Lettland, Estland:
Allgemein: Die drei baltischen Staaten sind
relativ dünn besiedelt, die Bevölkerung konzentriert sich in den wenigen
größeren Städten. Mit dem Fahrrad fährt man lange Zeit durch waldreiche Gebiete,
gelegentlich durch einzelne Höfe unterbrochen. Die Bevölkerung ist Deutschen
gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit.
In Litauen ging die Fahrt zuerst weiter auf der
132 bis Lazddijai, dort bogen wir ab auf eine Nebenstraße Richtung Krosna, eine
leicht hügelige Landschaft, viele Wiesen, kaum Autos. Als wir einmal anhielten,
hörten wir nur das Summen der Insekten. Nachmittags gegen 16:00 Uhr fuhren wir
an einem Zeltplatz vorbei. Da wir kaum litauisches Geld hatten, fuhren wir
weiter. Im nächsten Ort gab es allerdings weder ein Unterkunft noch ein
Geldinstitut. Wir entschlossen uns jetzt, die Nebenstrecke zu verlassen und
fuhren auf der Hauptstrasse mit viel LKW-Verkehr noch bis
Alytus. Dort fanden
wir gegen 20:00 Uhr noch ein Hotel und einen Geldautomaten.
11.07. Von Alytus bis Punia ging es weiter
auf
der Hauptstraße 129 mit mäßigem Verkehr. Der auf unserer Karte verzeichneten
Radweg ab Punia gibt es nicht, daher weiter auf den Hauptstraßen A16/130 bis
hinter Prinai, war nervig. Die letzten 30 km bogen wir ab auf eine etwas längere
Nebenstraße, war auf jeden Fall richtig entschieden! Vor Kaunas nahm auch hier
der Verkehr zu und die letzten 10km bis in die Innenstadt war eine Tortur.
Extrem rücksichtslos überholten uns die Fahrer der öffentlichen Busse!
Übernachtung in
Kaunas ist relativ teuer, wir fanden ein Appartement für 150 Lts,
ca 45 EUR. Abends noch Stadtbesichtigung und Altstadt.
12.07. Heute ging es Richtung Westen,
Fernziel Kleipeda. I.W. fuhren wir auf der 141 mit viel Verkehr, der nachmittags
wegen des Wochenendes etwas nachließ. Der Wind war allerdings den ganzen Tag
gegen uns. Wir campierten auf einem Campingplatz ca 15 km vor Jurbarkas, der
allerdings erst im Aufbau war. Daher noch mit Dusche im Holzverschlag und einem
Plumpsklo. Kam uns ganz schön abenteuerlich vor. Der Besitzer des Platzes ist
sehr hilfsbereit, es war für ihn selbstverständlich, daß er uns mit dem Auto in
den nächsten Ort zum Einkaufen fuhr, danke.
13.07. Wegen Regen sind wir erst sehr spät
aufgebrochen.
In Visevile wollten wir uns ein Quartier suchen. Die Ortsbewohner
schickten uns vor und zurück, leider gab es absolut keine Herberge. Bei der
Suche hatte uns schon ein jüngerer Mann geholfen, den wir dann wieder getroffen
haben. Er bot uns an, daß wir bei ihm im Garten unsere Zelte aufschlagen
konnten. Wunderbarer Rasen, direkt an einem See gelegen, ein wirklich schöner
Platz.
14.07. Frühmorgens wurden wir durch
Tropfengeräusche wach - Dauerregen!! Nach einiger Warterei fragten wir den
Garteneigentümer nach einer Möglichkeit weiter zu kommen. Er organisierte seinen
Vater, der einen Kleintransporter fuhr. Er brachte uns freundlicherweise bis
nach Silute. Wir durften ihm gerade das Benzingeld erstatten, mehr ließ er nicht
zu.
Jedenfalls vielen, vielen Dank! Von Silute wollten wir mit der Fähre nach
Nida fahren. In der Touristinfo erfuhren wir, daß aus allen naheliegenden Häfen
in den nächsten Tagen keine Fähren fahren wegen des schlechten Wetters. In
Silute wollten wir auch nicht bleiben, also versuchten wir ein öffentliches
Verkehrsmittel in Richtung Klaipeda zu finden. Ein Zug fuhr erst am nächsten
Tag, also versuchten wir es mit dem Bus. Der erste Bus war zu klein, der zweite
war größer und hatte ein Unterflurgepäckabteil. Mit Vorderrad raus, Gepäck total
abnehmen, Lenker schräg stellen usw. konnten wir unsere Räder im Bus verstauen
und kamen so trocken in
Klaipeda an. Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört und wir fuhren noch
auf die
Kurische Nehrung bis
Juodkrante.

15.07. Heute ein Fastruhetag. Wir fuhren
mit vielen Pausen vorbei an Dünen und durch eine ruhige, schöne Landschaft bis
nach Nida. Mittags kehrten wir noch in ein Fischrestaurant ein, die es hier in
großer Zahl gibt. Auf dem Zeltplatz in
Nida
mussten wir
immerhin 40 Lts (ca 14 EUR) pro Person berappen, wahrlich westliche Preise!
Sowohl auf dem Zeltplatz und als auch in Nida waren fast nur Deutsche, die Litauer
meiden wohl dies teure Pflaster. Die Restaurants in Nida gehörten ebenfalls zu
den hochpreisigen. Abends noch ein wenig durch Nida geschlendert.

16.07. Das Thomas-Mann-Haus in Nida sieht
wie ein typisches Haus auf der Kurischen Nehrung aus. Naja, wir haben es
wenigstens gesehen! Frühmorgens fuhren wir auf dem wunderschönen Radweg über
die
Kurische Nehrung, mittags noch kurz durch Klaipeda, das Ännchen von Tharau muß
man gesehen haben. Dann weiter bis Palanga i.W.
auf dem RadwegNr. 10. Zwischendurch haben wir den Radweg wegen mangelnder
Beschilderung verloren, nach etwa 10 km trafen wir wieder auf ihn. In Palanga
nahmen wir den ersten Zeltplatz, wir wussten nicht, daß dort noch 5 weitere
Plätze
kommen. Für etwa 8 EUR pro Person konnten wir immerhin einen Wassereimer zum
Waschen benutzen, die "Toilette" benutzten wir nicht, da war uns die freie Natur
doch lieber. Aber der Zeltplatz war immerhin von Litauern gut besucht, eben
andere Ansprüche an die sanitären Bedingungen.
17.07. Auf litauischer Seite fuhren wir
fast
bis zur Grenze einen ruhigen Radweg, auf lettischer Seite ging es über eine
stinklangweilige Strasse (A11) bis nach Liepaja. Die Strasse verläuft fast nur
geradeaus, keine Siedlungen, nur rechts Wald
und links Wald, die Autos sieht man
schon in 5 km Entfernung, selten eine Straßenkreuzung. In
Liepaja finden wir ein
Hostel für ca 33 EUR für 2 Personen.
18.07. Wegen langweiliger Strecke nehmen
wir den Zug bis Riga, es fährt allerdings nur ein Zug täglich,
frühmorgens 6:00
Uhr! Dafür sind wir dann schon kurz nach 9:00 Uhr in
Riga. Nachdem wir unsere Zelte auf dem
Campingplatz in Riga aufgeschlagen haben, erleben wir nachmittags eine wirklich
schöne sehenswerte Stadt mit interessanten Jugendstilhäusern, Klassizismus,
riesige sakrale Gebäude und bunten Markthallen.
19.07. Aus Riga fuhren wir auf der
Brivibas-iela bis
Bergi. Früher war diese Straße sicher eine bevorzugte reiche
Wohnstraße, davon zeugen die zahlreichen prachtvollen Jugendstilhäuser. Heute
ist diese Straße eine 6-spurige Autostraße mit viel Verkehr, eine Entwicklung im
mobilen Zeitalter. Ab Bergi ging es auf Nebenstrassen vorbei an einem See mit
riesigen Villen für reiche Vorstadtbewohner Rigas. Später ging es auf die
Autobahn A2, ging recht gut auf dem 2,50m breiten
Standstreifen. Erlaubt? Der
Radführer wies hier einen Radweg aus. Bis Ragana dann die A3, ab Ragana die P9 mit relativ wenig Verkehr. In Birini
besichtigten wir kurz das prächtige, neogotische Schloss Birinu aus dem 19. Jhd.
Dann weiter in das fast tote Kaff Limbazi. Der Zeltplatz in 100m Entfernung war
beim besten Willen nicht zu finden, das Hotel in 200m Entfernung gab es
ebensowenig. Wir fanden schließlich ein Hotel, welches erst 1 Woche später
Eröffnung hat, durften aber dort übernachten. Immerhin gibt es in Limbazi drei
Lebensmittelgeschäfte, aber kein Restaurant.
20.07. Von Limbazi bis etwa 10 km vor
Salacgriva fuhren wir bei schönstem Wetter auf einer leeren asphaltierten Nebenstrasse. Dann sahen wir in der Ferne
eine riesige Staubwolke. Jetzt ging es 7 km über eine staubige Schotterpiste,
die letzten Kilometer bis Tahkuranna fuhren wir wieder auf der Hauptstraße.
Später trafen wir Radfahrer, die die in diesem Bereich die Hauptstraße A1
gefahren sind. Geht auch, wenn man viel Verkehr ertragen kann, ich würde die etwas längere Nebenstrecke jederzeit
vorziehen. Die Baustellen auf der Hauptstraße, die im aktuellen Radführer
erwähnt werden, gibt es nicht mehr.
21.07. Heute folgten wir dem Radweg
Eurovelo1, bis Pärnu Hauptstraße, dabach Nebenstraßen, alles Asphalt. Wir
wollten in Tostamaa übernachten, dort gab es allerdings keine Möglichkeit, erst
10 km weiter fanden wir ein Hostel für ca 33 EUR pro Person, etwas zu teuer für
den Gegenwert.
22.07. Auf ruhiger Nebenstraße ging es
weiter auf dem hier gut ausgeschilderten Eurovelo1. Kurz vor Virtsu
ging es ca 2
km über Staubschotter, gräßlich. Ich dachte, mein Vorderrad ist locker. Aber
besser bei Trockenheit über eine solche Straße als bei Regen durch Matsch. Dann
ging es noch ca 10 km auf festem Waldweg, bis wir in Virtsu die Fähre nach der
Insel Muhu-Saar erreichten. Auf Muhu-Saar sollte man auf jeden Fall den etwas
weiteren Radweg durch den Norden dieser Insel fahren, erst bunte Wiesen, später
fast Tundralandschaft, sehr interessant und abwechslungsreich. Auf die Insel
Saaremaa fuhren wir über eine Brücke bei steifen Gegenwind. In Orisaare suchten
wir wegen des regnerischen Wetter ein festes Quartier.
23.07. Auf Eurovelo1 ging es bis Kaala
immer durch Wald. In Kaala
befindet sich ein Riesenkrater von ca 100 m
Durchmesser. Dort ist zur Steinzeit ein Meteorit eingeschlagen. Auf der
Weiterfahrt nach Kuresaareimmer durch Wald-Wald-Wald kehrten wir schließlich um
zur Fähre nach Leisi zur Insel Hiiuma. Nach der Fähre fuhren wir noch etwa 10km,
bis wir einen super Zeltplatz fanden.
24.07. Auf der einsamen Hauptstraße
-rechts Wald, links Wald- fuhren wir bis
zum Leuchtturm von Korpu, der älteste
Leuchtturm an der Ostsee. Dann fuhren wir den Zeltplatz bei Malvaste an, ein
herrlich gelegener Platz, aber auf dem ganzen Weg fanden wir keinen einzigen
Einkaufsladen, und auf dem Zeltplatz gab es auch nichts zu kaufen. Also weiter
nach Kärdla. Nach dem Einkauf fuhren wir zum nächsten Zeltplatz, total
ausgebucht wegen einer Hochzeit. Den nächsten Zeltplatz bei Sääre fanden wir
mehr durch Zufall, nachdem wir zweimal vorbei gefahren waren. An der Straße war
nur ein Hinweis auf einen Rastplatz.
25.07. Gemütlich rollten wir frühmorgens
zur
Fähre in Helterma nach Haapsalu, welche erst um die Mittagszeit fuhr. In
Haapsalu besichtigten wir die alte sehenswerte Festung, bis wir mit dem Bus nach
Tallinn fuhren. Lenker quer, Vorderrad raus, wir hatten schon etwas Übung. In
Tallinn übernachteten wir auf dem Zeltplatz am Marinehafen, etwas besser als der
stadtnahe kommunale Zeltplatz. Dort trafen wir übrigens einige Radler, die wir
schon vorher auf anderen Plätzen im Baltikum kennen gelernt hatten.
26.07. Besichtigung von Tallinn. Tallinn
ist eine alte Hansestadt mit alten
prachtvollen Häusern, an denen man den
ehemaligen Reichtum der Stadt erkennen kann. Eine geführte Stadtbesichtigung mit
Doppeldeckerbussen, die uns von anderen Radfahrern empfohlen wurde, haben wir
wegen Trödelei am Morgen leider verpasst. Aber auch zu Fuß und ohne Führer
findet man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten.

27.07. Heute Rückflug: 3:00 Uhr Aufstehen,
Zelt usw. einpacken, 4:00 Uhr Abfahrt vom
Campingplatz, 5:00 Uhr am Flughafen.
Die Fahrräder ließen wir am Flughafen in Folie einpacken und ab ging es in die
Luft nach Frankfurt.
Kartenmaterial:
Für Deutschland: Veralteter Kartensatz, Radfahren
in Deutschland, von Aldi, aber doch noch recht brauchbar.
Für Polen: Zur Übersicht eine
MarcoPolo-Reiseguidekarte, Detailkarten im M 1:100000 gibt es örtlich.
Baltikum Übersichtskarte von MarcoPolo-Reiseguide.
Fahrradkarten vom
Baltic-Cycle-Shop,
Fahrradkarte Litauen (M1:650000), Estonian Cycle Routes (M1:410000) und ein
relativ unübersichtliches Heft mit Kurzrouten in Lettland. Trotz des großen
Maßstabes sind die beiden Fahrradkarten recht brauchbar, die Verwendung der
Einzelkarten für Lettland sind gewöhnungsbedürftig.
zurück
|