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  Griechenland / Peleponnes vom 16. August bis
zum 15. September 2006
(Bericht von Ehrenfried)

Zum Kartenmaterial

Übersichtskarte:

 

Statistik:
Tag

Strecke

km

Summe Durch- Höhen- Summe
      km schnitt meter Höhenm.
16.8. Bahnfahrt nach München, Nachtzug Ancona 10 10   - -
17.8. Fähre Ancona - Igoumenitsa 14 24   60 60
18.8. Igoumenitsa - Keramitsa - Ioannina 91 115 13,3 1657 1717
19.8. Ausflug nach Dodona 55 170 15,1 740 2457
20.8. Ioannina - Preveza - Kanali 123 293 20,3 459 2916
21.8. Kanali - Lefkada - Vlicho 57 350 17,4 276 3192
22.8. Vlicho - Vassiliki 22 372 12,3 343 3535
23.8. Vassiliki - Kefalonia/Friskardo - Agostori 59 431 16,4 473 4008
24.8. Friskardo - Killiny - Olympia 80 511 17,2 603 4611
25.8. Olympia - Krestena - Kyparissia 68 579 17,4 450 5061
26.8. Kyparissia - Methoni 72 651 16,0 520 5581
27.8. Methoni - Koroni - Petalidi 60 711 14,6 770 6351
28.8. Petalidi - Kalamata - Stoupa 76 787 14,6 831 7182
29.8. Stoupa - Vathia - Porto Kagio 80 867 14 1270 8452
30.8. Porto Kagio - Gythio 76 943 12,6 1351 9803
31.8. Ruhetag in Gythio 10 953 14,5 95 9898
1.9. Gythio - Skala - Molai - Monemvasia 82 1035 15,9 657 10555
2.9. Monemvasia - Lira - Demonja - Koliria - Glykovrysi 65 1100 12,3 1055 11610
3.9. Glykovrysi - Elas - Vrontamas - Kosmas 49 1149 10,1 1349 12959
4.9. Kosmas - Leonidi - Astros 89 1238 16,7 817 13776
5.9. Astros - Nafplio - Tolo 52 1290 14,8 325 14101
6.9. Tolo - Epidauros - Palea Epidauros 55 1345 14,7 546 14647
7.9. Ruhetag 7 1352 - 0 14647
8.9. Epidauros - Kanal Korinth - Loutraki - Korinth 74 1426 15,3 915 15562
9.9. Korinth - Derveni - Diakofto 92 1518 19,1 309 15871
10.9. Diakofto - Kalavrita - Cava - Klitoria - Kalavrita - Diakofto 105 1623 15,1 1587 17458
11.9. Diakofto - Patra - Kato Alissos 85 1708 18,2 471 17929
12.9. Besichtigung Patra - 1708 - -  
13.9. Kato Alissos - Patra 29 1737 14,6 104 18033
14.9. Fähre nach Ancona 16 1753 10 184 18217
15.9. Bahn nach Hause 12 1765 14 72 18289

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Bericht:

Am 16.8. ging es los mit dem Zug von Darmstadt nach München. Leichtsinnigerweise hatte ich keinen Fahrradplatz reserviert, war ja immer gut gegangen. Dieses mal wurde ich schon in Heidelberg aus dem Zug geworfen. Von Heidelberg lief es dann ohne Probleme, auch ohne Reservierung. In Stuttgart traf ich meinen Mitfahrer, Jürgen. Ab München ging es dann weiter im Liegewagen bis Ancona. Natürlich mussten wir unser Treffen bei einer Starterflasche Sekt begießen, es wurde eine lustige Fahrt. 

Am 17.8. ging es dann nach kurzer Besichtigung von Ancona auf die Fähre nach Igoumenitsa. Wir hatten nur Pullmannsitze gebucht, ist ja preiswerter als ein Liegebett. Es war genügend Platz, so daß wir auf unseren Liegematten und Schlafsack zwischen den Sitzreihen unsere Ruhe fanden. 

Frühmorgens, am 18.8. erreichten wir Igoumenitsa und starten gleich in Richtung Ioannina. Wir fuhren über eine landschaftlich sehr schöne Nebenstrecke, die allerdings Steigungen von 8-10% hatte. Später erfuhren wir, daß es auf der Hauptstrasse auch nicht flacher sein soll. Gegen Mittag hatten wir schon 38 Grad. Unseren Leistungsabfall begründeten wir da noch auf den nicht ganz so tiefen Schlaf der letzten beiden Nächte. An der letzten Steigung vor Ioannina erkannten wir jedoch bei 39 Grad, daß es die Temperatur war, die uns zu schaffen machte. Der Puls verlangsamte sich selbst in Pausen von 10 Minuten kaum, und zum Schluß haben wir auf Steigungen von nur 4 % die Räder geschoben mit Pausen nach jeweils 200-400 Metern! Leider kühlte es gegen Abend kaum ab und wir erreichten Ioannina erst gegen 20 Uhr. Nachts kühlte es sich zwar auf ca 30 Grad ab, im Zelt war es aber noch wärmer, es wurde von unten aufgeheizt, so warm war der Erdboden. 

Wegen des heißen Wetters legten wir unseren ersten Ruhetag schon am 19.8. ein. Wir unternahmen einen Ausflug nach Dodona und besichtigten dort ein sehr gut erhaltenes Amphitheater, lohnenswert. Heute hatten wir schon 40 Grad, aber ohne Gepäck war das Radfahren erträglich. Ursprünglich sollte unser Weg am nächsten Tag zu den Meteoraklöstern gehen, aber nach Karte erwarteten uns auf dieser Strecke steile Berge und wir planten unsere Reise kurzfristig um. 

So ging es dann am 20.8. Richtung Preveza. Die einzige größere Steigung mußten wir frühmorgens fahren, dann ging es lange Zeit bergab. Nachmittags erlebten wir dann bis zu 42 Grad im Schatten!! Wir fuhren immer etwa 10 – 12 km, machten dann wieder eine Pause in einem Restaurant mit kühlen Getränken. Getränke mitnehmen hatte wenig Sinn, nach 20 Minuten schmeckte das 40 Grad warme Wasser wirklich nicht mehr. Vor Preveza fuhren wir an alten Ausgrabungen vorbei, sicherlich interessant, aber nicht bei dieser Gluthitze. Der Zeltplatz in Lefkada ist geschlossen und wir mussten einige Kilometer zurück. Glücklicherweise war es zwischenzeitlich schon auf 34 Grad abgekühlt, aber rückwärts fährt niemand gern, allzumal wir nicht wussten, ob der nächste Zeltplatz geöffnet war, haben aber dann doch noch ein Plätzchen gefunden. 

Nach einem ausgiebigen Bad im Mittelmeer starten wir am 21.8. in Richtung Lefkada. Nach Lefkada muß man durch einen Tunnel fahren, der aber leider für Fahrräder gesperrt ist. Wir versuchten es trotzdem, wurden allerdings nach wenigen Metern durch eine Lautsprecherdurchsage in Griechisch und Englisch zurück gepfiffen. Wir versuchten es dann per Anhalter und hatten sehr schnell Glück mit einem Pickup, der unsere Fahrräder auf der Ladefläche und uns zwei auf nur einem Beifahrersitz mitnahm. Danke! Ursprünglich wollten wir nur bis Lefkada fahren, der Campingplatz liegt jedoch nicht am Meer. In Vlicho fanden wir einen traumhaft schön gelegenen Campingplatz, total überfüllt. In einer kleinen Ecke konnten wir unsere Zelte, die Häringe fast schon im Nachbarzelt, aufbauen. Dann war es herrlich, in dieser schönen Bucht zu baden. 

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Am nächsten Tag fuhren wir wegen der Hitze nur eine kurze Strecke bis Vassiliki. Der Campingplatz, einer der teuersten mit 13,50 EUR pro Person, lag direkt am Meer. Und wir genossen das kühle Mittelmeer (vielleicht auch 25 Grad Wassertemperatur?). 

Am 23.8. fuhren wir, nach einem erfrischenden Bad im Mittelmeer, mit der Fähre von Vassiliki auf die Insel Kefalonia. Wir fuhren auf einer traumhaft schönen Strecke bis Friskardo. Nach einem kurzen Anstieg auf ca 350 Höhenmeter führte die Straße fast eben entlang einer Küste mit atemberaubenden Ausblicken auf malerische Buchten und türkisblaues Wasser. Schade, daß die Buchten so tief unter uns lagen, mit dem Fahrrad hätte man nach einem Bad nur mit großer Anstrengung wieder auf die Strasse hochfahren müssen. Der Zeltplatz in Friskardo ist übrigens teuer und miserabel.

Am 24.8. ging es dann mit der Fähre auf die Peloponnes nach Killiny. Auf der Fahrt, hauptsächlich auf der Nationalstrasse, besichtigten wir in Kastro noch eine wirklich sehenswerte Festung. Abends erreichten wir den empfehlenswerten Campingplatz in Olympia, mit Swimmingpool!

Am nächsten Tag besichtigten wir natürlich erst mal in Olympia die wohl bedeutendste Ausgrabungsstätte Griechenlands, beeindruckend. Dann rollten wir teilweise auf Haupt-, häufig auf Nebenstrassen bis nach Kyparissio. Dort erwartete uns ein schöner Campingplatz am Meer, herrlich das erfrischende Wasser am Abend zu genießen. 

Am 26.8. führte uns die Strecke nach Methoni, Bis Pylos fuhren wir weitestgehend auf Nebenstrasse, danach auf der Hauptstrasse mit relativ wenig Verkehr. Vor Methoni war noch ein kleiner Hügel zu bezwingen, bei 34-36 Grad gerade noch möglich. 

Am 27.8. fuhren wir an der etwas bergigen und schönen Küste bei etwa 35 Grad über Koroni bis nach Petalidi, schöne ruhige Fahrt. 

Am 28.8. ging es über Kalamata nach Stoupa. Die Strecke nach Kalamata war auf der Hauptstrasse eine Katastrophe, eng, viele Autos, durchaus nicht ungefährlich. Kalamata ist wenig sehenswert, nach einem Erdbeben 1987 wurde die Stadt fast komplett neu wieder aufgebaut. Eine wirklich schöne Kirche besichtigten wir, dann hatten wir Mühe aus dem quirligen Verkehr der Stadt wieder heraus zu finden. Die Strecke bis Stoupa mit ihren landschaftlichen Höhepunkten entschädigte uns von dem Chaos in Kalamata. In Stoupa befindet sich der letzte Campingplatz vor der Südspitze der Mani-Halbinsel. 

29.8.: Über drei Hügel fuhren wir auf der Westseite die Mani-Habinsel entlang. Je südlicher wir kamen, desto karger, aber auch reitvoller wurde die Landschaft. Teilweise erlebten wir wahnsinnig schöne Ausblicke. In Porto Kagio, der südlichste Ort, mussten wir im Privatquartier übernachten. Erst sollten wir 50 EUR für zwei Personen zahlen, nach kurzem Zögern waren es dann 40 EUR. Trotzdem zu teuer, hätten vielleicht weiter handeln sollen. In Porto Kagio gibt es drei sog. Fischtavernen. Oh, war der Fisch da teuer! Wir griffen dann doch lieber zu einem Kottelet, war sehr gut und kostete nur ein Drittel. 

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Am 30.8. fuhren wir dann an der Ostküste der Mani-Halbinsel auf kleinsten Nebenstrassen wieder nordwärts. Dort braucht man eine gute Karte, denn es gibt nur vereinzelt Wegweiser. Wir fanden die Strecke, indem wir jede Kreuzung zählten. Einen Fremden fragen geht auch nicht, denn es ist dort schon menschenleer. Die Landschaft auf der Ostseite ist noch karger als auf der Westseite. So hatte es hier auch vor wenigen Tagen verheerende Flächenbrände gegeben. Die Erde war noch schwarz, und überall in der Luft hing noch der Brandgeruch. Abends erreichten wir einen schönen Zeltplatz in Gythio und legten am nächsten Tag mal wieder einen Ruhe- und Badetag ein. 

Der 1.9. führte uns hauptsächlich auf Hauptstrassen nach Monemvasia. Eine recht angenehme Strecke, nur um die Städte herum war etwas stärkerer Autoverkehr. Nach Molai ging es kilometerweit durch Olivenplantagen – langweilig. Der Campingplatz bei Monemvasia ist mäßig, kaum Bademöglichkeit und das Wasser war dreckig. Aber heute war es schon etwas kühler, abends hatten wir nur (!) noch 25 Grad. 

Am 2.9. besichtigten wir die alte Stadt Monemvasia. Monemvasia liegt auf einer nur über einen schmalen Landsteg zugänglichen Insel. Früher wohnten hier einmal bis zu 30000 Menschen. Das Ortsbild gleicht einer Kulisse aus einem Film und wird durch keine Neubauten gestört, Autos können durch das einzige schmale Tor nicht in die Stadt fahren. Wirklich sehenswert!!  Danach fuhren wir auf Nebenstrassen westwärts Richtung Demonia. Wir schraubten uns in freudiger Erwartung einer zünftigen Abfahrt auf 460 m hoch. Dann kam eine Schotterpiste ohne Wegweiser, dann Wirtschaftswege und dann eine Olivenplantage. Abwärts schieben war angesagt! Über Stock und Stein durch Gestrüpp und Schotterwiesen orientierten wir uns nur noch nach der Sonne. Die faszinierende Landschaft war nur ein schwacher Trost. Nach langer Suche, mit der steten Angst den ganzen Weg wieder berghoch schieben zu müssen, fanden wir doch auf die Hauptstrasse zurück. Aber in welche Richtung ging es jetzt weiter? Nach nur 2 km fanden wir tatsächlich den größeren Ort Demonia. Von da ging es dann an der Küstenstrasse, leicht bergauf und –ab bis nach Kokiria – Campingplatz geschlossen! Nur zwei Hunde, die total aggressiv ein Loch im Zaun suchten, um uns dann verspeisen zu wollen, bewachten den Platz. Nach einiger Suche fanden wir in Glykovrysi ein Hotel. Und Jürgen mußte erst mal einen Stachel aus der Olivenplantage aus seinem Vorderreifen entfernen.  

Am nächsten Morgen knallte mir erst mal ein Schaltungsbowdenzug durch, dann ging es mit etwas Verspätung Richtung Kosmas auf 1162 müNN. Bei etwa 7 – 9% Steigung sackte die Durchschnittsgeschwindigkeit natürlich ab. Die Getränke wurden bei der Hitze auch langsam knapp, unsere Hoffnung auf eine Tankstelle unterwegs wurde schwer enttäuscht und Ortschaften gab es schon gar nicht! In Kosmas nahmen wir uns ein Privatquartier und genossen auf dem Dorfplatz unter 4 Ahornbäumen (jeweils 300 Jahre alt?) die Gelassenheit des griechischen Lebens. Leider mußte ich noch eine Spätfolge der gestrigen Irrfahrt, ein Dorn im Vorderradschlauch, entfernen. 

 Am 4.9. ging es etwa 25 – 30 km abwärts durch eine atemberaubend schöne Landschaft bis an die Küste bei Leonidio. An der Küstenstrasse war es etwas bergig, aber auch landschaftlich wunderschön. Der Zeltplatz in Astros war nicht der Hit, er war mit frischem Schotter bestreut, was sicherlich den Staub bindet. Für Caravaning vielleicht von Vorteil, zum Zelten überhaupt nicht geeignet. 

Die Strecke am 5.9. war geruhsam, vorbei wieder an einer faszinierend schönen Felsenküste am Meer. Hierbei muß ich einmal erwähnen, daß es sinnvoller ist, eine Insel immer links herum zu umfahren. Man fährt immer auf der Küstenseite der Straße und man schaut immer direkt auf die schöne Küstenlandschaft, ohne über die Straße den Hals recken zu müssen. In England oder auf Zypern mit Linksverkehr ist das natürlich genau anders rum. Mittags durchquerten wir Nafplio, eine alte griechische Stadt mit Altstadtflair – kleine bunte Geschäfte, Tavernen, alte Kirchen. Auf jeden Fall einen Bummel wert. Heute waren wir etwas früher auf dem Campingplatz und genossen das abkühlende Wasser des Mittelmeeres. 

Am 6.9. führte uns der Weg über einen langweilige, bergige und viel befahrene Straße nach Epidauros. Sensationell ist das gewaltige Theater, welches die Griechen dort vor etwa 2800 Jahren gebaut haben. Es soll das best erhaltene antike Theater Griechenlands sein! Abends suchten wir den Campingplatz Nikolas bei Palea Epidauros auf. Dort spendet ein extrem dichtes Blätterdach viel Schatten und Kühle.  

Am 7.9. legten wir mal wieder einen Pausentag ein.

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Der nächste Tag, der 8.9., führte uns wieder auf einer landschaftlich schönen Strecke über den Kanal von Korinth bis direkt nach Korinth, der Ausgrabungsstätte. Der Verkehr nahm in Richtung Kanal von Korinth extrem zu. Wir überquerten den Kanal jeweils am Ende / Anfang des Kanals über eine Hubbrücke. Wenn ein Schiff kommt, werden diese Brücken im Wasser versenkt. Der Kanal ist ein großes Beispiel moderner Ingenieurbaukunst vor etwa 100 Jahren. 

Am 9.9. besichtigten wir die Ausgrabungen von Korinth, sehenswert. Soll früher eine Riesenstadt gewesen sein. Dann fuhren wir auf einer ebenen Küstenstraße, meistens Hauptstraße mit viel Verkehr, Richtung Diakofto. Von dort wollen wir am nächsten Tag mit der Zahnradbahn, eine der schönsten Eisenbahnstrecken Griechenlands, in die Berge bis nach Kalavrita auf 738 Metern Höhe. Am Schalter erfuhren wir, daß die Bahn für die nächsten Wochen total ausgebucht ist, und mit Fahrrädern könnten wir schon gar nicht mitgenommen werden. Es sei denn frühmorgens um 6:53 Uhr. Da sei vielleicht noch Platz, wenn wir rechtzeitig kämen! Nun denn, was soll’s. Am nächsten Morgen hieß es, früh aufzustehen. Der Zeltplatz in Diakofto war eine einzige Katastrophe: teuer, kein fließend warmes Wasser, dreckig, überlall lag Müll herum, verwildert und ein unfreundlicher fetter Besitzer, der faul am Empfang in einem Stuhl saß. Wie im Kino! 

Am 10.9. ging es dann – viel zu früh für uns – mit dem Zug nach Kalavrita. Nach einem heißen Kaffee in einer Ecktaverne machten wir uns auf eine Rundtour durch die schöne Bergwelt Griechenlands. Aufregend war eine Besichtigung der Tropfsteinhöhle bei Lousiko auf der Straße nach Klitoria. Besonderheit dieser Höhle sind durch Calciumcarbonat gebildete Staumauern mit vielen kleinen Seen. Auf der Weiterfahrt durch die Berglandschaft mußten wir nicht nur gegen die Steigungen, sondern manchmal auch heftig gegen den Bergwind ankämpfen. Wir waren froh, als wir endlich die lange Abfahrt in Richtung Diakofto erreichten.

 

Am 11.9. startet unsere letzte Tour bis nach Kato Alissos hinter Patra. Morgens erlebten wir noch ein herrliches Schimpftheater des Campingplatzbesitzers. Da wir nicht bereit waren, aufgrund der katastrophalen Zustände auf dem Campingplatz den vollen Preis zu bezahlen, brüllte er drehbuchreif seine Familie zusammen, die sich nicht um eine entsprechende Ordnung gekümmert hätten. In Patra erlebten wir nachmittags ein totales Großstadtchaos mit engen Einbahnstraße und dichtem Autoverkehr. Wir waren froh, als wir die Stadt endlich hinter uns hatten. Eine Wohltat war auch der Campingplatz in Kato Alissos. Dieser gehört der Kette der Sunshine-Plätze (www.sunshine-camping.gr) an, dies waren durchweg gepflegte Plätze.

 

Am 12.9. schaute ich mir noch Patra an, wobei ich natürlich mit dem Bus in die Stadt fuhr. Zu besichtigen gibt es dort die Festung, das Odeon und den Marktplatz, aber alles nicht wirklich wichtig zu sehen. 

Am 13.9. fuhren wir die letzte kurze Etappe bis Patra zurück. Die Fähre nach Ancona kam mit einer Stunde Verspätung und wir hatten eine langweilige Fahrt vor uns. Von Ancona ging es dann am 14.9. mit dem Nachtzug bis München, wo wir mit 90 Minuten Verspätung eintrudelten. Die Anschlußzüge mit den reservierten Fahrradplätzen waren natürlich schon weg, und ich hoffte nur, daß mir nicht wieder das selbe Schicksal passierte, wie zu beginn der Tour, als man mich aus dem Zug warf. Wir hatten aber Glück, das Fahrradabteil war nicht voll und so erlebten wir nach vier Wochen Sonnenschein bei Regenwetter unsere Rückfahrt.

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Schlußwort: Eine wirklich schöne Fahrradtour durch eine ganz andere faszinierende Landschaft, als wir sie aus Deutschland kennen. Durchsetzt war die Tour mit einigen kulturellen Highlights und auch Stadtbesichtigungen. Leider war es anfangs etwas zu warm, über 36 Grad im Schatten findet der Körper auch bei Fahrtwind keine richtige Abkühlung mehr, dafür freut man sich mehr auf das abendliche Bad im Mittelmeer. Insgesamt ist Griechenland bzw. die Peloponnes sehr bergig, manchmal etwas anstrengend, aber man wird belohnt mit steilen Abfahrten.

 

Kartenmaterial: Für die Planung verwendete ich wieder die Autokarte plus Reiseguide von Marco Polo im Maßstab 1:750000. Für die Peloponnes kauften wir uns vor Ort die griechische Karte vom Road-Verlag im Maßstab 1:250000. Diese Karte war unverzichtbar und hinreichend genau bei der Fahrt über kleinste Nebenstraßen. Auch mit dieser Karte haben wir uns einmal verfahren, wir haben einen Feldweg als kleine Straße interpretiert.